News

Eine Ära endet – welche beginnt?

Der Rücktritt von Wladimir Klitschko hinterlässt eine große Lücke, schließlich war der Ukrainer mehr als eine Dekade lang die Galionsfigur der Königsklasse. BOXSPORT analysiert, wie es um das Schwergewicht nach Klitschkos Abgang bestellt ist - und wer alles um die Nachfolge kämpft.

Text: Martin Armbruster

Er hatte es sich alles andere­ als leicht gemacht. Fast drei Monate benötigte Wladimir Klitschko, um einen endgültigen Entschluss zu fassen. „Ich habe mir bewusst diese Zeit von fast 100 Tagen genom­men, auch weil ich ein Fan von runden Zahlen bin“, erklärte er seinen Rücktritt im Exklusiv-Gespräch mit BOXSPORT. Ein letzter großer Kampf lockte, die Revanche gegen seinen Bezwinger Anthony Joshua­ war praktisch schon ausgehandelt. Es war die Chance­, sich mit einem Triumph im zweiten Generationenduell gegen den neuen Superstar von der großen Bühne zu verabschieden. Rund 20 Millionen Euro Börse lagen auf dem Tisch. Trotzdem entschied sich Klitschko dafür, die Boxhandschuhe für immer an den Nagel zu hängen.

Es gebe immer einen Punkt im Leben­, „an dem wir ein neues Kapi­tel beginnen und neue Herausforderungen annehmen müssen – oder wollen“, verlas der 41-Jährige im Stile eines Elder Statesman und kündigte an, sich von nun an ganz seiner neuen Rolle als Geschäftsmann zu widmen. Ein Rücktritt vom Rücktritt? Ausgeschlossen. Die Ära Klitschko­ ist, fünf Jahre nach dem Abschied­ des älteren Bruders Vitali­, Geschichte­, nach 27 Jahren im Boxsport, Olympiagold und einer fast zehnjährigen Regentschaft als Meister aller Klassen.

Geht es nach den Statistiken, hat der jüngere Klitschko seinen Platz in der ewigen Ruhmeshalle der Faustkampf-Größen schon lange sicher. Neuneinhalb Jahre­ herrschte „Dr. Steelhammer“ nach dem Gewinn des IBF-Titels im April 2006 mit stählerner Faust über das Schwergewicht – nur Box-Denkmal Joe Louis amtier­te mit elf Jahren (1938–1949) länger. 18 Mal nacheinander verteidigte Klitschko­ seine Krone, nur Louis (25) und Larry Holmes (20) gelang dies noch häufiger. Seine 29 WM-Kämpfe sind gar eine absolute – und so schnell wohl unerreichbare – Bestmarke im Schwergewicht.

69 Mal stand Wladimir als Profi im Ring, 64 Mal verließ er das Seilquadrat als Sieger, 53 Gegner besiegte er durch K.o. Seinen vielleicht besten, weil spektakulärsten Auftritt hob sich der begna­dete Techniker für sein letztes Gefecht auf: Mit der epischen Schlacht gegen Joshua im Londoner Wembley-Stadion bescherte Klitschko der Boxwelt zum Ende seiner Karriere einen der besten Schwergewichtskämpfe der jüngeren Geschichte. Trotz Niederlage verabschiedete er sich auf einem Höhepunkt. Klar ist: Einen wie „Dr. Steelhammer“ dürfte es so schnell nicht mehr geben, auch wenn mit Antho­ny ­Joshua bereits ein Anwärter auf seine Nachfolge als Schwergewichts-Dominator bereitsteht...

Die gesamte Story zum Schwergewicht und vieles mehr finden Sie in der kommenden BOXSPORT-Ausgabe 10/2017 - ab Mittwoch am Kiosk!

Quelle: 

Foto: GettyImages

Kontakt

Köln.Sport Verlag GmbH
Redaktion BoxSport

Schanzenstraße 36, Geb. 31
51063 Köln
Deutschland

Tel: +49 221 91 27 99 - 0
Fax: +49 221 91 27 99 - 129

E-Mail: redaktion@box-sport.de