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Anthony Joshua: „Vom Tellerwäscher zum Millionär“

Anthony Joshua im RTL-Interview

Blockbuster! Generationen-Gefecht! Kampf des Jahrzehnts! Selten ist in den letzten Jahren ein WM-Kampf im Schwergewicht so gehypt worden wie der am kommenden Samstag zwischen Weltmeister Anthony Joshua (18-0-0, 18 K.o.) und Wladimir Klitschko (64-4-0, 53 K.o.). Im Londoner Wembley Stadion steht nicht nur der IBF-Titel des Briten auf dem Spiel – es geht auch um den vakanten IBO- und den WBA-Superchampion-Titel. Schon lange ist dieser Zusammenprall der Schwergewichte mit 90.000 Zuschauern ausverkauft. Weltweit wird der Kampf in über 150 Ländern übertragen.

IBF-Weltmeister Anthony Joshua im RTL-Interview über …

… seine Boxphilosophie: „Wenn ich im Ring stehe, versuche ich meinen Gegner auszutricksen. Ich versuche intelligent zu sein und mich zu messen. Das ist das was ich sage: Ich führe mit niemandem Wettkämpfe außer mit mir selbst. Wenn ich heute 12 Runden schaffe, möchte ich morgen 15 schaffen. Das ist der Grund, weshalb ich meine Gegner nicht zu sehr einstudiere. Ich sorge mich um mich selbst mehr, als um meine Gegner. Denn wenn ich mich darum kümmere, was meine Gegner machen und nicht darum was ich mache, gebe ich diesen einen Vorteil her, denke ich.“

… Arbeitsteilung im Team: „Mein Coach kümmert sich um den Gegner, ich kümmere mich um mich selber. Wie war meine Arbeit? Bin ich entspannt? Wie fühle ich mich? Sind meine Schultern entspannt? Bin ich fokussiert? Wenn ich mich in mir gut fühle, fühle ich mich, als könnte ich jeden schlagen. Mein Coach sorgt sich um die Gegner und gibt mir Anweisungen: ‘Schlag so und beweg dich so!‘ - da höre ich zu und setze es um. Aber ich mache es so, wie es für mich am besten ist und nicht, wie es am besten, ist um meine Gegner zu vermeiden.“

… Bodenständigkeit: „Ich bin zugänglich und offen gegenüber Leuten. Und ich bin keiner, der nicht mehr von gewöhnlichen Leuten umgeben sein will, weil ich jetzt berühmt bin. Ich lade Leute ein, das hält mich am Boden. Ich lebe immer noch in demselben Haus und bin von denselben Leuten umgeben wie vor zehn Jahren.“

… seinen Selbstanspruch: „Wenn ich boxe, boxe ich nicht nur für mich. Ich muss nicht nur im Ring performen, sondern auch außerhalb. Ich muss mich ordentlich verhalten, das ist wichtig. Ich habe auch einen Sohn, für den ich mich gut verhalten muss. Boxen ist ein toller Sport. Es hat mein Leben verändert - vom Tellerwäscher zum Millionär. Dennoch ist es wichtig, gute Leute um sich herum zu haben. Wir kennen alle die Geschichten von der schlechten, der negativen Seite des Boxens.“

… seine Siegesgewissheit: „Als ich mit dem Training für den Kampf begonnen habe, habe ich an das Verlieren gedacht. Aber es ist ein großer Kampf. Ich muss gewinnen. Ich möchte nicht verlieren. Jetzt, so kurz vor dem Kampf, denke ich, dass ich gewinnen werde. Ich weiß, wie ich gewinnen werde, ich bin sehr zuversichtlich. Es ist nicht verboten zu denken, dass du verlierst. Aber du musst diese Angst vor dem Verlieren in etwas Positives umwandeln und es zu deinem Nutzen machen.“

… den Verzicht auf „Ballyhoo“: „Natürlich ist Boxen auch ein Unterhaltungsgeschäft. Und ich weiß ganz genau, dass manche Menschen sehen wollen, wie Klitschko und ich uns gegenseitig in der Pressekonferenz schlagen oder Tische umwerfen. Aber ich finde es großartig, wie respektvoll wir miteinander umgehen. Trotzdem weiß ich auch, dass einer von uns den Kampf gewinnen und einer von uns den Kampf verlieren muss und ich denke, dass wir beide alles geben werden was es braucht, um zu gewinnen. Manche sagen, er ist körperlich nicht auf einer Ebene, aber ich denke er hat etwas Mentales. Ich freue mich, dass wir beide so viele Menschen weltweit zusammen bringen können, ohne uns verrückt verhalten zu müssen. Es zeigt, dass du nicht all die schlechten Dinge machen musst, um die Aufmerksamkeit der Menschen zu bekommen. Ich glaube, dass das etwas ist, was den Kampf auch so besonders macht.“

… seine Sparringserfahrungen mit Wladimir Klitschko 2014: „Da waren zwei Seiten des Trainingcamps. Da waren ungefähr zehn Kollegen, denen ich beweisen wollte, dass ich der wahre, große und starke Kerl bin. Aber dann habe ich mir selbst gesagt, dass ich mich vor niemandem beweisen muss. Das ist nur für mich, also lass mich beobachten, wie die Weltmeister trainieren, wie sie ihr Training ansetzen. Also habe ich mit meiner Kamera Fotos gemacht. Ich habe Klitschko sehr genau bei seinem Training beobachtet, wie er schlägt, wie er ausweicht und wie er sich verteidigt. Wenn ich gegen ihn antreten muss, weiß ich nun wie genau ich mich verhalten muss. Ich denke, dass mir diese Erfahrungen auch wirklich dabei geholfen haben, mich zu der Person zu entwickeln, die ich heute bin.“

… den Respekt vor der Kulisse beim Einmarsch: „Alles was ich machen kann, ist diesen Moment zu visualisieren und meine eigene Phantasie zu benutzen. Und es fühlt sich gut an. Ich könnte inmitten von 90 oder 90 000 Leuten sein – beides wäre kein Problem für mich. Ich bin niemand, der von einer großen Menschenmenge eingeschüchtert oder ängstlich wird. Ich nehme es an und wenn ich vor 90 000 Menschen stehen werde, wird das eine gute Gelegenheit für mich sein, mich auszudrücken.“

Der WM-Fight wird am 29. April live ab 22.00 Uhr bei RTL übertragen.

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