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Artem Harutyunyan: „Mein Ziel ist Gold“

Artem Harutyunyan AIBA Box-Weltmeisterschaft 2017 Hamburg Interview

Der Held von Rio ist zugleich Deutschlands Goldhoffnung Nummer eins für die AIBA Box-WM 2017. BOXSPORT sprach mit Artem
Harutyunyan über die Bedeutung der Titelkämpfe in Hamburg, den Erfolgsdruck und seine ganz persönlichen Pläne für die Zukunft.

Herr Harutyunyan, wie ist die Stimmung im deutschen WM-Kader?

Bestens. Das sind alles junge Leute, die ich auch schon länger kenne. Wir verstehen uns gut, sind eine tolle Truppe und alle sind top motiviert. Ich gehöre sogar zu den ältesten im Team (Harutyunyan wurde am 13. August 27 Jahre alt, Anm. d. Red.). Mir fällt eine gewisse Vorbildfunktion zu, auch weil ich schon an großen Turnieren wie Europameisterschaften, Olympischen Spiele oder der „AIBA Pro Boxing“ (APB) teilgenommen habe, wo ich 2015 Weltmeister geworden bin.

Die WM findet in Ihrer Heimatstadt Hamburg statt. Werden Sie während des Turniers zu Hause wohnen oder gemeinsam mit dem DBV-Kader Quartier beziehen?

Ich wohne in Hamburg-Wandsbek, das ist nicht weit entfernt von der Alsterdorfer Sporthalle, wo die WM ausgetragen wird. Aber wir bereiten uns nicht nur als Team gemeinsam vor, sondern werden auch gemeinsam eine Unterkunft in Hamburg beziehen. So hat man den Kopf frei und kann sich am besten auf die Wettkämpfe vorbereiten. Meine Familie und meine Freunde werden auch vor Ort sein, um mich zu unterstützen.

Hatten Sie Ihr Training im Hinblick auf die WM umgestellt?

Seit Anfang des Jahres habe ich mit Artur Grigorian einen weiteren, neuen starken Trainer an meiner Seite. Er ist Proficoach und mein Heimtrainer in Hamburg, während ich am Bundesstützpunkt in Schwerin weiterhin von Michael Timm trainiert werde. Wir setzen auch auf Blocktraining, damit ich unter der Woche für einige Tage am Stück nach Schwerin fahren und dort trainieren kann – insbesondere für Sparringseinheiten –, bevor ich dann wieder nach Hamburg zurückkehre. Diese Trainerkonstellation ist möglich, weil die AIBA mittlerweile erlaubt, dass Proficoaches auch olympische Boxer trainieren. Artur war früher selbst nicht nur ein erfolgreicher Boxprofi, sondern hat als Amateur ingesamt 384 Kämpfe bestritten und verfügt über viel Erfahrung.

Die Erwartungen an die Heim-WM sind groß, insbesondere an Sie als Bronzemedaillen-Gewinner von Rio. Wie gehen Sie mit dem Erfolgsdruck um?

Ich spüre Druck, aber den gibt es eigentlich bei jedem Kampf. Schon bei den Olympischen Spielen war der Druck enorm. Es hing ja viel von einer Medaille in Rio ab, insbesondere für die zukünftige Förderung des Boxsports als olympische Sportart. Ich kann damit umgehen und freue mich sogar über den Erfolgsdruck, der auf mir lastet. Denn so weiß ich, wofür ich kämpfe, und richte meine Ziele dadurch höher aus.

Schon 2015 gelang Ihnen ein großer Triumph, als Sie in Hamburg APB-Weltmeister wurden. Welche Chancen rechnen Sie sich aus, um erneut ganz oben auf dem Podest zu stehen?

Ich erinnere mich gerne an dieses Erlebnis vor zwei Jahren. Die Stimmung hier in Hamburg beim APB-Finale war unglaublich, und ich hoffe, dass es diesmal wieder so sein wird. Was meine Chancen angeht: Ich denke, sie stehen ganz gut, denn alle Sportler kochen nur mit Wasser. Mein Ziel ist es, bei der WM ganz oben auf dem Treppchen zu stehen und die Goldmedaille zu gewinnen. Dafür werde ich alles geben.

Wie schätzen Sie die Konkurrenz in Ihrem Limit ein?

Das ist schwierig zu sagen. Aber im Allgemeinen gehören die ­Kubaner stets zu den Favoriten bei internationalen Turnieren. ­Außerdem schätze ich die Boxer aus Kasachstan und Russland sehr hoch ein.

 

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Quelle: 

Imago/Sven Simon

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