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Avni-Trainer Öner: „Eubank Jr. ist eine billige Kopie“

Ahmet Öner Trainer Manager Avni Yilidirm Interview Chris Eubank

Am 7. Oktober kommt es zum zweiten Viertelfinale im Supermittelgewicht der „World Boxing Super Series“ (live auf Sky Select und ranfighting.de). Dann will Avni Yildirim gegen IBO-Weltmeister Chris Eubank Jr. beweisen, dass er nicht umsonst der „Geheimfavorit“ auf den Turniersieg ist. Sein Trainer und Manager Ahmet Öner weiß genau, was an seinem Schützling so besonders ist. Er erklärt im folgenden Interview, wieso weder Eubank Jr. noch sonst jemand eine Chance haben wird, die „Muhammad Ali Trophy“ gegen Yildirim zu holen.

Ahmet Öner, Ihr Schützling Avni Yildirim steht vor dem größten Kampf seiner bisherigen Karriere, in Stuttgart trifft er auf IBO-Weltmeister Chris Eubank. Wie sehen Sie seine Chancen?

Ahmet Öner: Avni hat gegen jeden Supermittelgewichtler der Welt eine Chance. Der Junge ist etwas kann Spezielles – ein Schlag von Boxer, den es so wohl kein zweites Mal gibt. Ich habe ihn in der Vergangenheit versucht an der kurzen Leine zu halten, aber mit Beginn dieses Turniers und speziell gegen Eubank werde ich Avni frei lassen und seine Zerstörungs-Mission beginnen!

Woher kommt dieses unglaubliche Vertrauen in die Fertigkeiten Ihres Boxers?

Ich habe ihn vor einigen Jahren in meiner türkischen Heimat kennengelernt. Er war damals ein erfolgreicher Amateur und hatte meiner Meinung nach keinen Grund, das Wagnis einzugehen und Profi zu werden. Doch er bedrängte mich und erzählte mir von seinem Traum, ein Held zu werden. Ich lachte damals über diese Naivität. Avni ließ jedenfalls nicht locker und ich sagte ihm, dass er von Beginn an nur echte Herausforderungen und keine Aufbaugegner bekommen würde. Tatsächlich zerlegte er einen nach dem anderen. Ich nahm ihn mit nach Miami. Ein Geschäftspartner dort fragte mich nach einem Kampf von Avni, ob mein Boxer Mexikaner sei, da er einen solch rücksichtslosen Kampfstil hatte. Er meinte außerdem, dass der Junge in Kürze Weltmeister werden kann. Diese Meinung von außen öffnete mir noch mehr die Augen, welch tatsächliches Potenzial in Avni schlummert. Und jetzt sind wir da, um die Ali-Trophy zu holen!

Sie beschreiben Ihr Verhältnis wie das eines Colonels zu seinem Soldaten. So etwas gibt es eher selten im Boxsport, wo einige Sportler ihre Trainer von Kampf zu Kampf wechseln. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Das liegt zum einen an unserem Kulturkreis. In der türkischen Gesellschaft genießen die Älteren ein sehr hohes Ansehen und ich bin immerhin über 20 Jahre Älter als Avni. Außerdem bin ich für ihn so etwas wie ein Idol – jemand, der sich verdient ums Profiboxen in der Türkei gemacht hat. Er will und kann mich nicht enttäuschen. Avni führt genau das aus, was ich ihm vorgebe, und funktioniert in diesem Sinne wie eine Maschine im Ring. Nicht umsonst hat man ihm den Kampfnamen „Mr. Robot“ verpasst. Ich habe ihn dazu gemacht und ich bin stolz auf meine Kreation!

Hat Ihr Schützling denn dann überhaupt noch einen eigenen Willen?

Auf jeden Fall – den unbedingten Willen zu siegen. Avni weiß, dass ich den Weg zum Erfolg kenne, und daher befolgt er meine Anweisungen. Der Junge will sich nämlich seinen größten Traum erfüllen: Er möchte ein Superstar werden – jemand, den die Menschen verehren! Der Boxsport, dieses Turnier bietet ihm dazu die Plattform. Aufmerksamkeit und geliebt zu werden, geht ihm über alles.

Also spielt Geld keine Rolle?

Geld spielt immer eine Rolle, doch für ihn hat es keine hohe Priorität. Für Avni ist der sportliche Wettkampf das Wichtigste. Fragen Sie doch einmal die anderen Teilnehmer, wie zum Beispiel einen George Groves. Der hat sich als vermeintlicher Turnierfavorit den leichtesten Gegner mit Jamie Cox ausgesucht. Damit geht Groves den Weg des geringsten Wiederstandes – er will möglichst leicht ins Halbfinale kommen. Wäre Avni an seiner Stelle gewesen, hätte er sich den schwerstmöglichen Gegner herausgesucht. Ruhm und Ehre – das ist es, was Avni hauptsächlich interessiert.

Ist Chris Eubank Jr. solch eine Herausforderung?

Der „kleine“ Eubank hat nichts in seinem Arsenal, mit dem er Avni einbremsen oder stoppen kann. Sein Vater war ein echter Showman und dazu ein großartiger Fighter mit einer gefürchteten Schlagkraft. Doch genau diese Attribute gehen seinem Sohn ab. Das ist ein verzogener Bengel, der denkt, weil er in Las Vegas im Mayweather Gym trainiert hat, ist er der nächste große Über-Boxer. Maximal ist Eubank Jr. eine billige Kopie von Mayweather Jr. Zudem hat er schon eine Niederlage gegen einen zweitklassigen Typen auf seinem Konto. Wenn er doch so gut ist, wieso hat Eubank dann gegen Saunders verloren? Avni hat ein Motto im Kopf und davon wird er sich auch am 7. Oktober nicht abbringen lassen: „Do or die!“ Nicht Morgen oder irgendwann, sondern jetzt sofort ist die Zeit und die einzige Chance im Leben, etwas Großes zu schaffen!

Quelle: 

Imago/Hartenfelser

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