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Box-WM: Harutyunyans Medaillen-Traum geplatzt

Gold-Hoffnung Artem Harutyunyan hat im Viertelfinale der AIBA Box-WM in Hamburg überraschend das Aus ereilt. Doch das Urteil gegen den DBV-Boxer ist umstritten.

Michael Timm, Harutyunyans Trainer am Bundesstützpunkt Schwerin, konnte es nicht fassen. „Das habe ich noch nicht erlebt. Das geht einfach nicht“, haderte der DBV-Coach. „Ich weiß nicht, was die Punktrichter gesehen haben. Artem wollte hier zu Hause Weltmeister werden, das hat man ihm verbaut.“

Grund der Aufregung war das umstrittene Punkturteil im Duell zwischen dem deutschen Halbweltergewichtler und seinem Gegner aus Usbekistan, Ikboljon Kholdarov. Mit 3:2 Stimmen setzte sich der Asienmeister bei den Punktrichtern durch. Und das, obwohl Kholdarov vom Ringrichter wegen unsauberen Boxens zwei Punkte verwarnt wurden.

„Er hat sehr, sehr unsauber geboxt und mich zwei Mal mit dem Kopf erwischt“, bestätigte Harutyunan anschließend. „Ich hatte gedacht, dass ich gewonnen habe.“ Allerdings wurde der Olympia-Dritte von Rio, der das Zugpferd für diese Heim-WM in Hamburg sein sollte, in der zweiten Runde nach einem Niederschlag Kholdarovs angezählt. 

Im Detail werten die Punktrichter wie folgt: Irland 28:27 (für Kholdarov), Russland 28:26, Südkorea 27:27, Kasachstan 27:28 und Polen 27:28. Merkwürdig, dass vor allem der russische Punktrichter Harutyunyan offensichtlich keine einzige der drei Runden gab.

„Früher hätten wir Protest eingereicht, aber jetzt geht das nicht mehr“, sagte ein enttäuschter Michael Timm. Und kritisierte: „Das tut dem Boxen nicht gut.“ Trotz unsauberer Kampfführung war der Usbeke der aktivere Mann im Ring, nutzte meist seinen Reichweitenvorteil gegenüber Harutyunyan und setzte einige klare Treffer.

Auch der weitere Abend verlief für die deutschen Boxer eher enttäuschend. Allein Europameister Abass Baraou (Weltergewicht) hat nach seinem Sieg im Viertelfinale Bronze sicher und ist noch im Turnier. Dagegen schieden Murat Yildirim (Leicht) und Ibragim Bazuev (Halbschwer) nach ihren Viertelfinalkämpfen aus. Zuvor scheiterten bereits Salah Ibrahim (Halbfliegengewicht) und Omar El-Hag (Bantamgewicht) in der Runde der letzten Acht. 

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Foto: AIBA

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