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Überraschende Wende bei Arthur Abraham: Nach seinem schwachen Ring-Auftritt gegen den Dänen Patrick Nielsen möchte der 38-jährige Ex-Champion noch einmal angreifen.

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Schwergewichtschampion Anthony Joshua (21-0-0, 20 K.o.) hat einen neuen Gegner. Der Dreifachweltmeister der Verbände WBA (Super), IBF und WBO wird seine Gürtel am 22. September im Londoner Wembley...

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Ceylan: „Fury hat uns überrascht“

Als Promotor und Chef von EC Boxpromotion muss Erol Ceylan (46) auch immer wieder Rückschläge einstecken – wie kürzlich, als sein Schützling Sefer Seferi gegen Skandal-Boxer Tyson Fury chancenlos war. Dennoch hat der erfolgreiche Speditionsunternehmer und Immobilien-Manager einen Plan, die ihn im Box-Business erfolgreich sein lässt. Im Interview erklärt Ceylan, wie er das Duell gegen Fury einfädelte, welche Strategien er fährt und welche Events ihm besonders am Herzen liegen.

Herr Ceylan, Tyson Fury hatte sich für sein Comeback als Gegner Sefer Seferi ausgesucht. Wie kam es dazu?

Erol Ceylan: Wir hatten für Sefer Seferi zwei Angebote vorliegen. Das eine bezog sich auf Mairis Bridis, das andere auf Tyson Fury, allerdings im Schwergewicht. Da Seferi einen guten Kampf im Schwergewicht gegen Manuel Charr abgeliefert hatte, rechneten wir uns reelle Chancen gegen Fury aus.

Das Ringgeschehen aber enttäuschte: Fury schlug ein paar harte Punches und machte Mätzchen. Seferi boxte ohne Konzept und suchte sein Heil im Rückwärtsgang, von Siegeswillen war bei ihm nichts zu sehen. Nach der vierten Runde gab Seferis Ecke auf.

Tyson Fury ist ein Entertainer, der seine Fans mit Show-Einlagen – Sie nennen es Mätzchen – zu unterhalten weiß. Seferi ließ sich darauf ein, machte mit. Dadurch entwickelte sich das Gefecht zu einer Farce. Seferi kann boxen, sonst hätten wir ihm Frank Warren neben unseren anderen Cruisergewichtlern nicht angeboten. (Anm.: Frank Warren ist der Manager von Tyson Fury). Warren hat sich für weniger Risiko entschieden und den vermeintlich schwächsten Gegner ausgesucht. Das war Seferi.

Fury stand nach seinem Sieg gegen Wladimir Klitschko und der anschließenden Dopingsperre für zweieinhalb Jahren nicht mehr im Ring. Sein Comeback gegen Seferi sollte etwas Besonderes werden. Nach dem Fight wurde der Engländer massiv kritisiert, weil er sich „einen derart schwachen Gegner“ ausgesucht hätte.

Wir haben uns Fury natürlich im Vorfeld angeschaut. Der Riese hatte zu dem Zeitpunkt kiloweise Übergewicht und war über 30 Monate ohne Ringpraxis. Vor dem Kampf hatten wir eine klare Marschrichtung. Natürlich haben wir uns auch mit einer möglichen Niederlage beschäftigt. Letztendlich hat uns Furys Physis überrascht. Was sich daraus entwickelte, das hat man gesehen.

Warum hat Headcoach Bülent Baser nach der vierten Runde aufgegeben?

Seferi war schlicht und ergreifend „eingefroren“. Bülent hat ganz ruhig auf ihn eingewirkt und versucht, ihn zum Weitermachen zu bewegen. Aber er konnte Seferis Seele nicht erreichen. Dass da kein Feuer mehr brannte, das habe auch ich gesehen. Was wir zu dem Zeitpunkt nicht wussten: Seferi hatte sich die Nase gebrochen.

Fury-Manager Frank Warren sagte in einem Interview, dass man sich Seferi ausgesucht hätte, weil er gegen Manuel Charr zehn Runden geboxt hat. Das heißt, dass der Fight zwischen Fury und Charr wohl kommen wird. In den englischen Zeitungen war zu lesen, dass das Treffen für September geplant sei.

In einem Gespräch teilte mir Warren mit, dass der Kampf wohl kommen wird und ich freue mich darauf. Allerdings glaube ich nicht an einen Termin im September. Denn am 18. August wird Fury in Belfast auf der Undercard von Carl Frampton zu einem weiteren Aufbaukampf antreten. Vermutlich wird Charr gegen Fury erst im letzten Quartal antreten oder Anfang 2019.

Die Boxer Ihres Stall sind rund um den Globus im Einsatz. Wie kommt das?

ECB will die Position eines Global Players einnehmen. Und wer weltweit erfolgreich sein will, muss sich weltweit vermarkten. Genau das tun wir. In Deutschland haben wir den Durchbruch geschafft.

Dabei gehen Sie auch Kooperationen mit anderen Ställen ein. Wie lautet Ihre Strategie als Promoter?

ECB ist es gelungen, ein verlässliches Netzwerk aufzubauen. Beispielsweise kooperieren wir mit Winne Spiering und dessen Wiking Box-Team. Das Team Sauerland gehört ebenfalls zu unseren Partnern. Wir haben erkannt, dass nicht der Boxstall von nebenan der Feind ist, sondern der Mangel an attraktiven Kämpfen. Dadurch schwindet das Interesse bei den Zuschauern und einhergehend sinken die Einschaltquoten. Beim Kampf unseres Boxers Sebastian Formella gegen Angelo Frank stand die Halle Kopf. Beim Kampf von Ronny Mittag gegen Patrick Wojcicki stand die Halle Kopf. Natürlich gibt es in den Fights Verlierer, aber Verlieren gehört nun einmal zum Boxen dazu. Das Problem lässt sich ganz einfach isolieren: Haben wir Boxställe nicht den Mut, unsere vermeintlichen Juwelen gegeneinander antreten zu lassen, dann werden wir hier in Deutschland auf ein Desaster zusteuern. Deshalb kann unsere Strategie nur sein, spektakuläre Kämpfe zu präsentieren. 

Welche Veranstaltungen sind als nächste in Planung?

Dieses Jahr werden wir am 15. September in Lübeck, am 27. Oktober in Stuttgart und am 15. Dezember in Hamburg veranstalten. Das sind unsere eigenen Events. Zudem kommen noch folgende Auslandseinsätze: Am 21. Juli boxt Nikola Milacic in Moskau, am 18. August kämpft Alexander Dimitrenko gegen Bryant Jennings in Atlantic City, und Agron Smakici tritt am 8. September in Zagreb an. Besonders freue ich mich auf das „Fritz Sdunek Memorial“. Winne Spiering organisiert am 8. September in Zinnowitz eine Gedenkveranstaltung zu Ehren von „Fritzer“. Ich glaube, für die Boxställe, die mit Fritz Sdunek zu tun hatten, ist der Event ein Muss. Das wird ein tolles Boxspektakel und ich werde zwei Kämpfe beisteuern.

Interview: Wolfgang Wycisk

 

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