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Deutsches WM-Team: Formel heißt Zwei plus X

Die bevorstehenden 19. Weltmeisterschaften der Männer im olympischen Boxen sind die ersten Titelkämpfe dieses Niveaus seit 22 Jahren in Deutschland. War 1995 Berlin der Schauplatz, so blickt die Boxwelt diesmal nach Hamburg. Gab es doch damals neben Silber für den deutschen Schwergewichtler Luan Krasniqi und nicht weniger als acht Bronzemedaillen sogar Gold für Fliegengewichtler Zoltan Lunka. Der heutige Bundesstützpunkttrainer des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV) gewann im Jahr darauf bei den Spielen von Atlanta neben Krasniqi und Thomas Ulrich Bronze. Der Berliner WM-Dritte Oktay ­Urkal holte 1996 sogar Silber.

An diese glorreichen Zeiten würden die zehn Boxer mit dem Bundesadler auf der Trikotbrust in Hamburg sicher gerne anknüpfen. Doch mit der Vorgabe eines ähnlichen Erfolgs aus einer ganz anderen Zeit würde man dieses junge Team überfordern. Denn keinesfalls darf man außer Acht lassen, dass international gestandene Boxer die WM 1995 in ­Berlin bestritten, die kurz vor Olympischen Spielen standen. Doch im Jahr eins nach den Spielen von Rio geht es in Hamburg vor allem darum, die ersten Weichen für das große DBV-Ziel Olympia 2020 in Tokio zu stellen. 

In Hamburg tritt also ein junger Kader an, der auf dem Weg nach Tokio gehörig reifen soll. Die Ausgangsbedingungen sind günstig: Als WM-Gastgeber stellt Deutschland in Hamburg ein komplettes Team aus zehn Startern, die der DBV nach dem erfolgreichen Chemiepokal in Halle nominiert hat. Dagegen mussten sich ­alle anderen WM-Teilnehmer bei kontinentalen Meisterschaften für die WM qualifizieren. BOXSPORT stellt die DBV-Boxer im Folgenden vor und schätzt ihre Chancen auf eine WM-Medaille ein.

Glasklarer deutscher Topfavorit ist Abass Baraou, Europas neue Nummer eins im Limit bis ­69 Kilogramm­ (Weltergewicht): Der 22-jährige Schützling von DBV-Trainer Ralf Dickert (Berlin) hat Ende Juni in der Ukraine glanzvoll den Europameistertitel gewonnen. Der dreifache Deutsche Meister und diesjährige Sieger sowohl des Chemiepokals als auch des Belgrade-Winner-Turniers tritt also mit einem Titelbonus an: Als kontinentaler Meister trifft Baraou nicht gleich zum Turnierbeginn in Hamburg auf die ganz starke Konkurrenz im Kampf um den WM-Titel. Diesen darf Baraou nun noch deutlicher im Visier haben.

Der gesamte Check des DBV-WM-Kaders und vieles mehr finden Sie in der kommenden BOXSPORT-Ausgabe 09/2017 - ab dem 16. August am Kiosk!

Quelle: 

Foto: Imago/Marianne Müller

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