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Eddie Hearn: „Der Druck liegt nun auf Joshua“

Anthony Joshuas Promoter Eddie Hearn sprach am Rande des öffentlichen Trainings von Weltmeister Joshua und Herausforderer Carlos Takam über den Fight am Samstag, den Rücktritt von Wladimir Klitschko und die Zukunft des Schwergewichts.

Mr. Hearn, was erwarten Sie sich von dem Kampfabend?

Eddie Hearn: „Wir stehen mit knapp unter 80.000 Zuschauern im überdachten Principality Stadion vor dem größten Indor-Boxevent aller Zeiten. Takam, der für den verletzten Pulev eingesprungen ist, hat einen außergewöhnlichen Punch – es wird also ein unterhaltsamer Abend.“

Wie gut ist Ihr Schützling Anthony Joshua vorbereitet?

EH: „Die Vorbereitung für Pulev war exzellent, für Takam war sie natürlich sehr dürftig, denn Anthony hatte nur zehn Tage Zeit, sich auf ihn umzustellen. Der Franzose, der ja trotz paralleler Vorbereitung nie ernsthaft davon ausgehen konnte, dass er zum Einsatz kommt, hat jetzt urplötzlich die Chance auf den WM-Titel. Anthony Joshua dagegen muss in seinem vierten WM-Kampf erstmals in eine Pflichtverteidigung, daher liegt der Druck nun auf ihm. Deswegen wird das eine ganz wichtige Nacht für Joshua.“

Verdrücken Sie nicht manchmal noch eine Träne, dass es nicht zum Rematch zwischen Anthony Joshua und Wladimir Klitschko gekommen ist?

EH: „Ja und Nein. Aus sportlicher und aus wirtschaftlicher Sicht gesehen ganz sicher ja. Aber als er seinen Rücktritt verkündet hat, war ich auf eine Art auch froh. Als er im April aus dem Ring kletterte, verneigten sich 90.000 Zuschauer vor diesem unglaublichen Mann, diesem großartigen Kämpfer mit so großem Herz. Das war genau das, wonach er sich in seiner Karriere immer gesehnt hatte. Was sollte er sich noch beweisen, wo er es in Wembley doch bekommen hatte. So war es ein sehr stilvoller, ein nobler Abgang. Natürlich hätte er noch einmal in den Ring klettern können, um dann möglicherweise nach nur ein paar Runden besiegt zu werden. Natürlich hätte er in diesem Rematch noch einmal sehr viel Geld einstreichen können. Aber genau darum ging es ihm nicht, sondern um sein Vermächtnis. Und deshalb war es alles in allem eine richtige Entscheidung von Wladimir und seinem Manager Bernd Bönte.“

Kürzlich war auf Twitter zu lesen, dass Joshua gerne gegen Tyson Fury antreten wolle. …

EH: „Ob Tyson Fury, Deontay Wilder oder Joseph Parker – wir sind offen für jeden Kampf im Schwergewicht. Anthony will sich alle WM-Gürtel holen und wird deshalb gegen jeden antreten. Wer auch immer da kommt, es gibt keine Ausnahmen. Es ist immer nur eine Frage des Timings.“

Und dann gab es ja kürzlich dieses Gerücht, Vitali Klitschko wolle noch einmal gegen Joshua antreten, um seinen Bruder zu rächen…

EH: „Ich hoffe, das war ein Scherz (lacht…). Man weiß nie, Boxen ist ein komisches Spiel. Vor dem ersten Gong-Schlag in Wembley haben sich Vitali und Anthony von Ringecke zu Ringecke jedenfalls sehr intensiv angestarrt und auch nach dem Kampf war Vitali im Ring sehr aufgebracht. Ich habe dann zu ihm gesagt, er solle ruhig bleiben und da bleiben, wo er gerade ist.“

Der Kampf um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht zwischen Anthony Joshua und Carlos Takam wird am Samstag live ab 23.10 Uhr bei RTL übertragen.

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Foto: GettyImages

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