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„Ich fühlte mich wie der König der Welt“

Er war einer der erfolgreichsten und spektakulärsten Fighter seiner Zeit. Am 5. Mai feiert der „Tiger“ seinen 50. Geburtstag. Grund genug für BOXSPORT, ausführlich mit Dariusz Michalczewski zu sprechen – über seine Karriere, das Boxen, Geld und Frauen.

Interview: Frank Schwantes

Herr Michalczewski, am 5. Mai werden Sie 50 Jahre alt. Wie werden Sie Ihren ­Geburtstag feiern?
Ich hatte eigentlich vor, eine große Feier hier in Sopot an der Ostsee zu veranstalten. Dazu wollte ich rund 300 Leute einladen. Aber meine Frau hat mich gebeten, zum Geburtstag mit ihr auf einer Jacht zu verreisen. Sie meint, dass dies für mich weniger stressig sei, als eine Riesenparty auszurichten. Ich liebe meine Freunde wirklich sehr, aber nach einigem Überlegen muss ich sagen: Meine Frau hat recht.

Ihr größter Wunsch zum Geburtstag?
Gesundheit. Denn das ist das Wichtigste im Leben, und ich möchte es weiter genießen können.

Sie haben sich 1988 bei einem Turnier in Karlsruhe abgesetzt und sind in Deutschland geblieben. Wie kam es dazu? 
Ich habe damals in Polen für einen Verein in der Ersten Liga geboxt, sollte 1,5 Millionen Zloty (entspricht heute rund 360.000 Euro; d. Red.) im Jahr verdienen und einen Wartburg fahren. Doch dann haben sie mir mein erstes Geld weggenommen, die zweite Zahlung auch. Als sie mir auch mein drittes Gehalt wegnehmen wollten, habe ich meine Flucht nach Deutschland geplant. Ich dachte, im „Goldenen Westen“ sind die Lebensverhältnisse besser, und alle warten auf den Polnischen Meister Dariusz Michalczewski …

… aber so war es nicht?
Kein Verein wollte mich haben. Ich lebte nach meiner Flucht zunächst bei einem Gemüsehändler in Hanau. In seinem Geschäft habe ich mir ein bisschen Geld verdient, das meiste davon aber wieder für Bier ausgegeben. Die Situation war frustrierend, ich wollte ja boxen.

Dann fanden Sie doch einen Verein und ­traten wenig später für Bayer Leverkusen in der ­Bundesliga an.
Als sich die westdeutsche Nationalmannschaft 1989 auf die anstehende WM in Moskau vorbereitete, wurden mein Freund, der mit mir aus Polen abgehauen war, und ich als Sparringspartner verpflichtet. Dann hat mich Valentin Silaghi, der damals Trainer in Leverkusen war, entdeckt und in den Verein geholt. Ich hatte damals schon einen deutschen Pass.

1991 boxten Sie für Deutschland bei der ­Europameisterschaft in Göteborg und holten den Titel.
Ich wurde nach der Wiedervereinigung erster gesamtdeutscher Europameister, gemeinsam mit Sven Ottke, das hat mich schon stolz gemacht. Zumal ich mich zuvor auf nationaler Ebene im Halbschwergewicht gegen starke Konkurrenten wie Torsten May und Sven Lange durchgesetzt hatte. In Leverkusen hatte man mir versprochen, dass ich für den EM-Titel eine Prämie erhalten würde. Dann habe ich schließlich eine Summe von 2.000 D-Mark bekommen ...

Sie waren darüber enttäuscht – und wollten ins Profilager wechseln.
Einige Wochen später rief mich Peter Hanraths (Geschäftsführer bei Universum Box-Promotion; d. Red.) an und bot mir einen Vertrag an. Zuvor hatte er mich bereits bei etlichen Turnieren beobachtet, mir auch Geld und ein Auto geschenkt. Dann trafen wir uns mit Promoter Klaus-Peter Kohl, und ich unterschrieb bei Universum.

Hatten Sie damals auch Kontakt zum Sauerland-Stall?
Nein, Herr Kohl war der Erste, der mich kontaktiert hat. Bei Sauerland war damals auch schon Henry Maske unter Vertrag.

Sie wurden in den 90er-Jahren zu einem der besten Halbschwergewichtler der Welt. Was würden Sie als Ihren größten Triumph ­bezeichnen?
Zum einen den Gewinn des WBO-Titels 1994 gegen Weltmeister Leeonzer Barber, zum anderen den ­Triumph 1997 über Virgil Hill. Er hatte ein Jahr zuvor nach seinem Sieg gegen Maske die WM-Gürtel der Verbände WBA und IBF vereinigt. Als ich Hill dann besiegte, war ich stolzer Gewinner von drei WM-Gürteln im Halbschwergewicht. 

Und Ihre bitterste Niederlage?
Die größte Enttäuschung erlebte ich im Oktober 2003, als ich in meinem 49. Profikampf gegen Julio Cesar Gonzalez verlor. Hätte ich dieses Duell gewonnen, hätte ich Rocky Marcianos Rekord mit 49 Siegen in Folge eingestellt. Auch der erste Kampf gegen Graciano Rocchigiani 1996 in Hamburg war ein bitterer Moment.

Sie gewannen den Fight damals umstritten durch Abbruch, weil Rocchigiani wegen vermeintlichen Nachschlagens disqualifiziert wurde.
Ja, das war ein glücklicher Sieg. Enttäuscht haben mich damals vor allem die Fans in „meiner“ Stadt Hamburg, denn die meisten hielten im Kampf zu Rocky. Darauf war ich nicht vorbereitet. Im Vorfeld fühlte ich mich noch wie der König der Welt. Ich war schließlich Champion in zwei verschiedenen Gewichtsklassen geworden. Ich war wohl damals zu viel unterwegs und habe zu viel gefeiert, da habe ich mich sozusagen ein bisschen verloren. Im Fight gegen Rocky fehlte die Konzentration, um gegen den Druck der Fans zu bestehen. 

Haben Sie noch Kontakt zu Ihren früheren Weggefährten?
Mit Klaus-Peter Kohl und Peter Hanraths telefoniere ich ab und zu, meistens zu Geburtstagen oder an Weihnachten. Henry Maske und Axel Schulz habe ich einige Male bei Veranstaltungen getroffen, ebenso meinen ehemaligen Stallgefährten Alexander ­Petkovic. „Petko“ macht am 12. Mai eine Veranstaltung in ­Hamburg, da werde ich hinfahren. Nur Graciano habe ich schon seit vielen Jahren nicht mehr getroffen.

Wie hat sich Ihr Verhältnis zu Ihrem ehemaligen „Intimfeind“ Rocky nach dem zweiten Kampf entwickelt?
Das ist okay, wir sind danach einige Male zusammen um die Häuser gezogen (schmunzelt). Nach dem ersten Kampf haben wir uns in die Haare bekommen, nach dem zweiten Fight vier Jahre später auch angegiftet. Aber die Show gehört zum Boxen dazu, zumindest für mich. Letztlich waren wir beide Partner, nur eben jeder auf der anderen Seite. Ohne den anderen hätten wir damals kein Geld verdienen können.

Das gesamte Interview mit Dariusz Michalczewski und vieles mehr über den „Tiger“ lesen Sie in der aktuellen BOXSPORT-Ausgabe 05/2018 – jetzt am Kiosk!

 

 

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