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Henry Maske: „Du lernst nur von den Besten“

Im exklusiven BOXSPORT-Interview spricht der deutsche Boxheld über die anstehende WM in Hamburg, erinnert sich an seinen Triumph bei der Amateur-WM 1989 in Moskau und erzählt von den Erfahrungen, die er einst als Spitzenboxer der DDR machte.

Interview: Frank Schwantes

Herr Maske, erinnern Sie sich an den 1. Oktober 1989?
Ja, sehr gut sogar. An diesem Tag stand ich im Finale der AIBA-Weltmeisterschaft 1989 in Moskau. Es war ein äußerst strapaziöses Turnier, auch weil ich wegen einer Dopingkontrolle die komplette Nacht vor dem Finalkampf auf der Liege verbracht hatte. Ich war ganz alleine, ohne Betreuer, und niemanden schien es zu interessieren, was mit mir passiert (schmunzelt). Schließlich musste ich bis morgens ausharren, weil ich einfach nicht konnte. Man hat nicht gerade viel Wasser im Körper, wenn man bei so einer WM in den Ring steigt.

Dann kam das Finale gegen den Kubaner Pablo Romero.
Es war für mich eine besonders große Herausforderung, nicht zuletzt weil ich an diesem Tag der erste Weltmeister der DDR werden konnte. Es war großartig zu spüren, wie ich meinen Gegner im Ring genau dahin bekam, wo ich es mir wünschte. Ich merkte, wie meine Strategie aufging, und das gab mir ein unheimlich gutes Gefühl. Pablo Romero hat seinen Stil nicht umgestellt, sehr emotional reagiert und die Kon­trolle über den Kampf relativ früh abgegeben. Er war grundsätzlich ein äußerst emotionaler Typ, ich kannte ihn ja aus vielen Sparringskämpfen. Im Kampf hat es Pablo wohl beeindruckt, dass ich nicht vor ihm erschrak, sondern immer, sobald er seine Aktion gesetzt hatte, im Ring direkt eine Antwort gab, die auch noch traf. Ich spürte, wie ihn das verunsicherte und unter Zugzwang setzte. Was ja immer ein Vorteil ist bei Jungs, die so hoch „brennen“. Im Nachhinein betrachtet ging der Kampf mit seinen drei Runden (Maske gewann mit 18:11 Treffern; Anm. d. Red.) sehr schnell vorbei.

Stellt sich bei so einer WM ein besonderes Gefühl ein?
Sicher, es war ja erst meine zweite­ WM. Die erste war drei Jahre zuvor in Reno in den USA, und ich hatte schon im Vorfeld die Hoffnung auf den Titelgewinn. Dann habe ich mich im WM-­Finale 1986 gegen den Amerikaner Darrin Allen dummerweise auf dessen „Spiel“ eingelassen, ein wenig die Nerven verloren und den Kampf schließlich verloren. Als ich später Profi wurde, hatte ich Allen als Trainingspartner, und da waren meine Qualitäten deutlich besser als seine.

Damit waren Sie erster und letzter Weltmeister der DDR. Was bedeutet Ihnen das?
Historisch hat es einen außergewöhnlichen Touch, aber keine gravierende Bedeutung für mich. Denn danach gab es weitere Weltmeister...

Das gesamte Interview mit Henry Maske und mehr über die AIBA Box-WM 2017 in Hamburg lesen Sie auch im neuen BOXSPORT 09/2017 – ab Mittwoch am Kiosk.

Quelle: 

Foto: Nicole Müller

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