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Huck-Coach Mittermeier: „Marco hat gegen jeden eine Chance.“

Marco Hucks (40-4-1, 27 K.o.) Vorbereitung läuft auf Hochtouren. In seiner Heimatstadt Berlin eröffnet der Deutsche mit dem WM-Kampf gegen WBO-Champion Oleksandr Usyk (12-0, 10 K.o.) am 9. September die „World Boxing Super Series“. Dafür hat sich Huck die Dienste von Conny Mittermeier gesichert. Wie sein neuer und alter Trainer über den kommenden Gegner des Deutschen denkt, und mit welchen Mitteln Huck gegen Usyk erfolgreich sein kann, darüber spricht Mittermeier im folgenden Interview.

Herr Mittermeier, am 9. September kommt es zum Viertelfinal-Kracher zwischen Marco Huck und Oleksandr Usyk. Wie schätzen Sie Hucks Chancen auf den Sieg ein?

Conny Mittermeier: Usyk ist der klare Favorit, wird von Experten und Fans gleichermaßen als die aktuelle Nummer 1 der Gewichtsklasse gehandelt. Doch Marco hat gegen jeden eine Chance und wir bereiten ihn im Training darauf vor, dass er diese auch gegen so einen starken Gegner wie Usyk nutzen wird.

Sie trainieren Huck nicht zum ersten Mal, brachten ihn schon vor seinem vierten Duell mit Ola Afolabi in Form, nur um dann kurz vor dem Kampf von ihrem Traineramt zurückzutreten. Wird es dieses Mal ähnlich laufen?

CM: Über das was damals passierte, will ich nicht mehr sprechen. Das ist Schnee von gestern. Was zählt, ist das Hier und Jetzt. Ich hatte eigentlich mit ihm abgeschlossen, aber dann ist Marco Mitte Juli auf mich zugekommen. Wir haben uns ausgesprochen und ich bin dann kurz darauf in die boxerisch-taktische Vorbereitung mit ihm eingestiegen.

Das heißt, Sie waren gar nicht ins Grundlagentraining involviert?

CM: Richtig. Ich bin das erneute Engagement mit Marco allerdings unter der Bedingung eingegangen, dass ich ihn nur betreuen werde, wenn er sich in einer hervorragenden körperlichen Verfassung befindet. In dieser habe ich ihn vorgefunden. Nach eigener Aussage hat Marco Ende Juli unter Anleitung eines Konditionscoach damit angefangen. Körperlich hat er Usyk definitiv einiges entgegenzusetzen.

Ist genau die Physis der Schlüssel zum Erfolg über den Ukrainer?

CM: Marco muss ihn von Beginn an unter Druck setzen und eine hohe Risikobereitschaft an den Tag legen. Technisch und boxerisch ist Usyk klar im Vorteil – auf dieser Ebene kann er sich nicht mit ihm messen. Marcos stärkste Waffen sind sein unglaublicher Wille und seine Unberechenbarkeit. Damit kann er Usyk aus der Reserve locken und dann ist auch der Sieg möglich.

Was halten Sie generell vom Turnierkonzept der „World Boxing Super Series“?

CM: Davon hat in der Vergangenheit doch jeder Boxfan geträumt und jetzt wird es Realität. Hier treten wirklich die Besten gegen die Besten an. So wird unser Sport wieder ins Rampenlicht gerückt. Selbst mich als Trainer macht das Format nervös, auf eine positive Art.

Ihr Schützling steht dann ausgerechnet bei der Weltpremiere am 9. September in seiner Heimatstadt Berlin im Hauptkampf. Ist das zusätzlicher Druck oder Motivation für Huck?

CM: Ich glaube, dass ihn das schon extrem anspornt. Wenn die Leute hinter ihm stehen, wird das sein Selbstbewusstsein nochmals erheblich stärken. Wenn dann auch noch die ersten Aktionen gelingen, gibt es bei Marco kein Halten mehr. Und vielleicht hören wir dann nach dem Kampf die Worte: ‚Marco Huck, die neue Nummer 1 im Cruisergewicht‘. Ich glaube jedenfalls daran.

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Foto: Imago/Mausolf

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