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Kommentar zu Canelo: You use – you lose

Die Nevada State Athletic Commission hat Canelo Alvarez aufgrund der Ergebnisse von zwei positiven Dopingtests im Februar vorläufig suspendiert. Bei einer Anhörung am 10. April darf sich der Box-Star   zu den Vorwürfen äußern. Dieser Fall gefährdet nun den geplanten Rückkampf am 5. Mai gegen Gennady Golovkin. Dazu ein Kommentar aus der BOXSPORT-Redaktion.

Von Frank Schwantes

Stellen Sie sich einmal Folgendes vor: Der mexikanische Boxprofi Saul Alvarez bereitet sich in seiner Heimat gewissenhaft auf das anstehende Rematch gegen Gennady Golovkin vor. Plötzlich knurrt „Canelo“ der Magen. Er nutzt eine Trainingspause, um in den örtlichen Supermarkt zu schlendern. Dort greift der millionenschwere Weltmeister beim Sonderangebot Rindersteaks zu, brutzelt sich das Fleisch zu Hause in der Pfanne und verzehrt es genüsslich. Dumm nur, dass das verzehrte Steak kontaminiert ist und den Wirkstoff Clenbuterol enthält, wie sich später bei einer Dopingprobe herausstellen soll.

Diese Story glauben Sie nicht? Ich auch nicht. Aber die Beteiligten wollen uns das ungefähr so weismachen. Clenbuterol ist ein Mittel, das nicht nur verbotenerweise in der Kälbermast zum Einsatz kommt, sondern auch von Spitzensportlern immer wieder illegal verwendet wird. Als Dopingmittel eingesetzt, beschleunigt Clenbuterol einerseits die Fettverbrennung im Körper und beschleunigt andererseits den Muskelzuwachs. Ehemalige Topathleten wie Kathrin Krabbe (Leichtathletik) oder Alberto Contador (Tour-de-France-Sieger 2010) wurden in der Vergangenheit des Missbrauchs überführt. Auch bei Boxern wird Clen-buterol immer wieder nachgewiesen.

Ich erinnere mich an den Fall Lucas Browne. Der australische Schwergewichtler wurde 2016 des Dopings überführt, nach seinem Sieg im WM-Duell mit Ruslan Chagaev in Tschetschenien. Anschließend wurde Browne, der die Einnahme des Dopingmittels bestritt, für sechs Monate gesperrt. Obendrein war „Big Daddy“ Browne den gewonnenen WM-Gürtel der World Boxing Association (WBA) los.
Eine solch konsequente Handhabung ist im Fall Alvarez allerdings nicht zu erwarten. Canelos Promoter Oscar De La Hoya verwies umgehend auf die allgemeine Problematik mit kontaminiertem Fleisch in Mexiko und sagte, dass es dort in den letzten Jahren Dutzende betroffene Sportler gab, die Clenbuterol unwissentlich über die Nahrung aufgenommen hätten.

Nach Bekanntgabe der positiven Probe sprangen sowohl die WBA als auch der World Boxing Council (WBC) Canelo zur Seite und zweifelten die Schuld des mexikanischen Superstars an. Auch weil die beiden Weltverbände kein Interesse daran haben dürften, dass der mehrere Hundert Millionen Dollar schwere Mega-Kampf am 5. Mai in Las Vegas noch platzt.

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott bekanntlich nicht zu sorgen. Und so ätzte Rivale Gennady Golovkin nach Bekanntgabe des Dopingbefundes: „Wieder mit mexikanischem Fleisch? Ach, komm schon …! Canelo betrügt, und jeder versucht so zu tun, als sei das nicht passiert.“

Entdeckt wurden die verbotenen Substanzen bei Alvarez übrigens von den Laboren der US-amerikanischen Anti-Doping-Agentur VADA, die auch das offizielle Anti-Dopingprogramm „Clean Boxing“ des WBC unterstützt. Der Weltverband fordert die Boxer dabei auf, sich freiwilligen Kontrollen zu unterziehen. An diesen Tests hat auch Canelo offiziell teilgenommen. Doch setzt ein Spitzensportler wie er aus Leichtsinn oder Dummheit unkontrollierte Lebensmittel auf seinen Speiseplan, wird ihn womöglich auch der Slogan des „Clean Boxing Program“ herzlich wenig interessieren: You use – you lose.

 

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