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Michael Wallisch: Wunschgegner Tyson Fury

Im Hauptkampf der Ranfighting-Gala „Nacht der Champions“ am 16. Juni im Wildparkstadion in Karlsruhe wird Michael Wallisch (18-0-0, 11 K.o.) um den Schwergewichts-Titel des eher unwichtigen Verbands GBU kämpfen. Nach seinem Comeback im März diesen Jahres in Rheinstetten will sich der gebürtige Münchener jetzt wieder einen Gürtel holen. Sein Gegner ist der 44-jährige Bernard Adie (16-6-0, 11 K.o.) aus Kenia. Wie Wallisch, der abwechselnd auf Mallorca und seit neuestem in Braunschweig lebt, sich auf diesen Fight vorbereitet und was seine nächsten Ziele sind, erklärt er im folgenden Interview.

Michael, du bereitest dich derzeit auf deinen nächsten Kampf gegen Bernard Adie vor. Wie läuft das Camp?

Ich bin derzeit auf Mallorca und mache dort auch den größten Teil meiner Vorbereitung. Ansonsten lebe ich in Deutschland, mein Sohn ist ja hier. Ich will mit ihm so viel Zeit wie möglich verbringen. Darum bin ich jetzt auch nach Braunschweig gezogen.

Warum hast du dich für Mallorca entschieden?

Weil mein Trainer David Quiñonero Noguera hier lebt. Er ist ein erfahrener Mann, der selber schon viele Kämpfe gewonnen hat.  Mit ihm habe ich schon die letzte Vorbereitung gemacht. Die Bedingungen sind einfach top. Ich vermisse nur meinen Jungen.

Wie alt ist dein Sohn jetzt?

Der ist jetzt 20 Monate. Er kommt ganz nach dem Papa, das ist nicht zu übersehen.

Soll er auch mal Boxer werden?

Letztendlich muss er selber entscheiden, was er wird. Wenn er Boxer werden will, dann soll er das machen. Aber die Kopfschmerzen würde ich ihm lieber ersparen. Da soll er lieber Fußball spielen. Da muss er weniger trainieren und verdient mehr Geld.

Du bist Veganer. Warum und was hat sich dadurch für dich verändert?

Ich bin überwiegend vegan. Das entwickelt sich. Von heute auf morgen ist es schwer, aber so Stück für Stück wird es immer mehr. Ich habe das aufgrund der sportlichen Aspekte angefangen, mein Trainer hat mich darauf gebracht. Ernährung bin ich bis dato nie angegangen, jetzt wollte ich mich mal damit auseinandersetzen.

Welche Effekte hat die Ernährungsumstellung für dich?

Was man relativ schnell spürt ist, dass man sich leichtfüßiger fühlt, agiler. Ich fühle mich auch konditionell stärker. Man merkt auch das gewisse Tiefpunkte, wie zum Beispiel zur Mittagszeit, nicht mehr so stark ausfallen. Der Körper muss nicht mehr so viel arbeiten, mit dem, was man ihm zuführt. Zudem ist das, was man ihm anbietet, natürlich auch besser verwertbar.

Du hast nicht ab und zu Appetit auf ein Steak?

Ab und zu natürlich, aber das geht relativ schnell vorbei. Ich hab im Januar angefangen und bisher habe ich nur einmal Fleisch gegessen. Danach hatte ich aber sofort ein schlechtes Gewissen. Es gibt immer mehr Leistungssportler, die davon überzeugt sind, auch ganz große Namen. Viele denken, dass man Leistungseinbußen hat, aber ganz im Gegenteil, man fühlt sich agiler und leistungsfähiger – das hat auf jeden Fall einen Effekt.

Was bedeutet dir der GBU-Titel?

Für mich ist das ein Titelkampf, mit dem ich mich auf weitere Titelkämpfe vorbereite. Es ist ein Zwölf-Runden-Kampf und es geht um einen Gürtel, mein Gegner wird dementsprechend motiviert sein. Das kann für andere Titelkämpfe, zum Beispiel in England, ein Türöffner sein.

Wer wäre dein Wunschgegner?

Ich hätte gerne den Kampf gegen David Haye gemacht, bei dem ich im Gespräch war. Tyson Fury wäre auch interessant. Der wird nochmal kommen. Ich kenne Tyson schon ziemlich lange. Wir haben schon als Amateure im gleichen Turnier gekämpft. Ich hab das Turnier damals in meiner Klasse gewonnen, er in seiner. Ich war damals 18, er 16. Das wäre ein Gegner, den ich mir vorstellen könnte. Anthony Joshua ist wirklich schwierig zu realisieren, das machen die untereinander aus. Wilder wäre noch einfacher, weil der gerade noch querbeet alles boxt. Da könnte ich mir vorstellen, dass ich da mal durch eine Pflichtverteidigung reinrutsche. Man weiß nie, wie schnell so etwas kommt. Es kann schnell gehen oder länger dauern, aber nächstes Jahr sollte es soweit sein.

Du kämpfst schon wieder in Karlsruhe.

Das ist jetzt das dritte Mal hintereinander. Ich bin sehr gerne in Karlsruhe und habe da auch ein paar Fans gewonnen. Ich freue mich, dort den Hauptkampf machen zu können und hoffe, dass mich viele Karlsruher Fans unterstützen. Es ist immer etwas Besonderes, in einem Fußballstadion zu boxen und dann noch ein Hauptkampf in dieser Größenordnung.

Ist der Ringrost nach dem letzten Kampf weg?

Nach der fast einjährigen Pause habe ich erst einen Kampf gehabt. Ich brauche noch zwei bis drei, dann bin ich wieder in meiner alten Form und bald noch besser. Die Verletzungen haben mich in meiner Karriere immer gebremst. Ich musste in den letzten zwei bis drei Jahren aufgrund von Behandlungen immer wieder aussetzen. Jetzt fühle ich mich körperlich besser als je zuvor. Ich habe noch drei Kämpfe für dieses Jahr auf dem Zettel und dann kann ich Wilder und die anderen angehen.

Die Box-Gala in Karlsruhe wird am 16. Juni ab 16 Uhr live als Pay-per-View auf ranfighting.de übertragen.

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