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Mythos Schwergewicht: Herkules im Ring

Der „Thrilla in Manila“ gilt als bedeutendster Kampf aller Zeiten

Was fasziniert die Menschheit seit ­jeher an den Helden der „­Königsklasse“? Und wie lässt sich das epische ­Duell Klitschko vs. ­Joshua – gefeiert als Comeback des Schwergewichts – wirklich einordnen? BOXSPORT liefert Antworten darauf.

Die meisten Amerikaner lieben ­Superlative. In diesem Kontext folgen die US-Boxfans gerne der Darwin’schen Theorie: Der Stärkste steht oben. Und wer oben steht, darf die Macht ­beanspruchen. In Übersee lieben sie im Speziellen das Schwergewichtsboxen, weil dort der Champion im Heavyweight als „stärkster Mann der Welt“ gilt. Den findet der Amerikaner nicht in irgendeinem Zirkus zwischen Alaska und Florida, sondern ausschließlich im Boxring.

Weitere Superlative sind im Schwergewichtsboxen zu ­Hause. Wie jener von Mike Tyson, der sich einst selbst zum „Baddest Man on the Planet“ ausrief. Nicht allein seine Gnadenlosigkeit im Ring machte Tyson zum weltweiten Phänomen, sondern sein selbst geschaffenes Image vom unkontrollierbaren Bösen. Eine Rolle, die er letztlich länger ­spielte, als ihm lieb war. Letztes Beispiel: Das Limit der schweren Jungs wird seit jeher auch „die Königsklasse“ genannt. Eine Bezeichnung, mit der man ­beansprucht, die ­Krone der Box-Schöpfung zu sein. ­Keine Frage, solche Bezeichnungen ­helfen dem Schwergewicht gewaltig, um stets neue Mythen entstehen zu lassen. Was wiederum ein klarer Nachteil ist für Limits wie das Mittel-, ­Welter- oder Fliegengewicht. Schon Max Schmeling hatte über den Kult, der um die Königsklasse gemacht wird, gegrübelt und vermutet: „Der Weltmeister im Schwer­gewicht ist vielleicht immer noch die zeitgenössische  ­Verkörperung des antiken Gottmenschen Herkules.“

Der Mythos Schwergewicht ist aber nicht allein in den USA zu Hause, sondern in der ganzen Welt verbreitet. Und wer sich damit beschäftigt, kommt nicht umhin, einen Blick in die Geschichte der größten Kämpfer und Kämpfe zu werfen. Denn ­Schwergewichte wie  Tyson,  Muhammad  Ali oder Joe Louis waren nicht nur Ringhelden, sondern gehörten zu ­ihrer Zeit zu den größten Sportstars überhaupt. „Der Name des Weltmeisters aller Klassen wird im Gegensatz zu anderen berühmten Athleten nicht von der Zeit ausgelöscht“, pflegte Schmeling zu sagen. Außerdem gehören große Boxkämpfe seit über einem Jahrhundert zur ­gesellschaftlichen Agenda.

„Das Charisma, die physische Größe und Stärke der wahren Champions, deren epische Kämpfe und persönliche Dramen faszinieren mich“, sagt BOXSPORT-Autor Hartmut Scherzer über das Schwergewicht. Die Ikone unter den deutschen Box-Journalisten war nicht nur bei insgesamt 16 Ali-Kämpfen live dabei (­darunter gegen Frazier 1971 und 1975, gegen Foreman 1974), sondern hat auch sämtliche WM-Fights der Klitschkos am Ring verfolgt. „In keinem anderen Sport wird seit über 125 Jahren der Heldenkult derart historisch gepflegt wie im Schwergewicht. Schon die Historie an sich ist faszinierend“, beschreibt der 79-Jährige die epischen wie archaischen ­Dimensionen im Heavyweight. Für Scherzer haben vor allem die Champions Jack Johnson, Jack Dempsey, Joe Louis, Rocky ­Marciano und Muhammad Ali das Limit geprägt.

Die gesamte Story über den „Mythos Schwergewicht“ und vieles mehr finden Sie in der aktuellen BOXSPORT-Ausgabe 07-08/2017 - jetzt am Kiosk!

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