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Ulli Wegner: „Ich lasse meine Jungs nicht im Stich“

Ulli Wegner im exklusiven BOXSPORT-Interview

75 Jahre alt wird Ulli Wegner heute. Zeit, aufzuhören und künftig das Leben zu genießen? Von wegen, der Kulttrainer gibt weiter Gas! Und verrät im Exklusiv-Interview mit BOXSPORT, welche neuen Ziele ihn antreiben.

Herr Wegner, verraten Sie uns, wie Sie Ihren 75. Geburtstag feiern werden?

Meine Frau Margret und ich hatten geplant, nach Warnemünde an die Ostsee zu fahren. Dort wollten wir ein wenig feiern, aber nicht so groß wie zu meinem 70. mit über 500 Gästen. Meine Frau hatte sicher schon die eine oder andere Geburtstagsaktion geplant, von der ich nichts wissen durfte. Aber manchmal kommt es eben anders: Zwei Tage später, am 28. April, bestreitet Kubrat Pulev in Sofia einen WM-Ausscheidungskampf. Deshalb hat Margret alles abgesagt. Stattdessen werden wir nach dem Kampf in Sofia eine kleine Feier machen. Sie können sich vorstellen: Als ich mit dieser „Hiobsbotschaft“ nach Hause kam, war die Freude nicht gerade groß …

Hängt der Segen im Hause Wegner jetzt schief?

Ich führe Kämpfe nicht nur am Ring, sondern auch ständig zu Hause mit meiner Frau, die sich verständlicherweise mit 69 Jahren noch ein paar angenehme Stunden mit mir machen möchte. Aber ich möchte mich auch weiter der Herausforderung als Trainer stellen und meine Jungs besser machen. Entweder tue ich das mit Leib und Seele, oder ich höre als Trainer auf. Und ich will meine Boxer nicht im Stich lassen.

Werden Sie denn ein wenig nachfeiern?

Das werden wir bestimmt machen. Sie wissen doch: Mein Tag hat 25 Stunden – 24 Stunden Arbeit und eine Stunde gut leben. (schmunzelt)

Ihr größter Geburtstagswunsch?

Was sollte ich mir in meinem fortgeschrittenen Alter wünschen? Wichtig ist, dass ich gesund und weiterhin so fit bleibe, wie ich es bin. Das größte Geschenk habe ich schon: meine Frau, die -  so lange ich sie kenne – immer an meiner Seite gestanden und zu mir gehalten hat.

Wie anstrengend finden Sie den Trainerjob mit fast 75?

Ich führe mehrmals täglich Gymnastik- und Koordinationsübungen vor und mache Pratzenarbeit mit meinen Boxern. Dazu kann ich jederzeit 50 Liegestütze aus dem Stehgreif absolvieren. Allein meine Trainingsläufe muss ich künftig wieder häufiger machen. Dazu kann ich den Jungs auch fachlich noch viel geben, habe viel Freude am Trainerberuf und freue mich, wenn ich noch etwas dazulernen kann.

Sie haben bereits acht Profiweltmeister herausgebracht, aber noch keinen im Schwergewicht. Holen Sie noch einen WM-Titel in der Königsklasse?

Mit Pulev habe ich den Plan, Weltmeister zu werden. Aber dafür brauche ich auch ein stabiles Management mit Einfluss bei den Weltverbänden, so wie es Sauerland bisher immer hatte. Auch Albon Pervizaj, der neu bei uns im Team ist, hat Perspektive und könnte es zum Champion schaffen.

Das gesamte Interview und vieles mehr über den Kulttrainer und seinen 75. Geburtstag  finden Sie in der aktuellen BOXSPORT-Ausgabe 05/2017 - jetzt am Kiosk!

Quelle: 

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