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Ulli Wegner: Weltmeister-Macher wird 75

Marco Huck zum Champion geformt zu haben bezeichnet Ulli Wegner als seine „Doktorarbeit“. Doch der Erfolgscoach hat im Boxen weitaus mehr bewegt, dies auch schon zu Amateurzeiten. Von seinen Wurzeln und seinem Werdegang erzählte Wegner BOXSPORT beim Treffen in Berlin.

Die hereinbrechende März-Nacht hat einen dunklen Schleier über den Vorgarten gelegt. Am Kaminfeuer lassen wir mit Hans-Ullrich „Ulli“ Wegner in seinem Berliner Haus in Alt-Tegel Jahrzehnte Boxgeschichte an uns vorüberziehen. Das gemütlich eingerichtete Haus mit dem antiken Parkett liebt Wegner. „Hält alles Margret, meine Frau, in Ordnung“, brummt der Meister des Faustkampfs.

Am 22. April wird der Weltmeister-Macher in Erfurt seinen Schützling Arthur Abraham im Duell gegen den Münchner Robin Krasniqi betreuen. Wegner wird kurz danach 75 Jahre alt sein. Fast 46 Jahre lang steht er bereits als Trainer am Ring – und in Erfurt kehrt er praktisch an die Wiege seiner Box-Karriere zurück. Denn dort schwang er nach der Armee-Zeit ein Jahr lang die Fäuste, ehe er in Gera eine Chance sah. „Es war am 6. September 1971, da stellte mich Hans Spazierer als seinen Assistenten in Gera den Boxern vor“, weiß Wegner noch genau.

Er schwärmt sofort von Europameistern und Spitzenboxern wie Ulli Kaden, Jürgen Fanghänel, Stefan Förster, Jürgen Voigtländer, Siggi Martin, Frank Rauschnik und, und, und ... Die Geraer Stadtverordnetenversammlung beschloss im vorigen Jahr, Ulli Wegner zum Ehrenbürger der Stadt Gera zu ernennen. „Das ist eine große Ehre für mich“, gibt der Trainer-Guru zu und erzählt: „Ich wurde in Gera nicht mit der Sänfte durch die Stadt getragen, aber mir wurden Chancen zur persönlichen Entwicklung geboten. Ich habe als Schlosser und Schweißer bei der Wismut in Gera untertage angefangen und in der BSG Wismut Gera geboxt.“

Wenn man so will, hat er sich von ganz unten nach oben gearbeitet. „Ich habe Trainerlehrgänge besucht, im Abendstudium die Fachschulreife erworben und die Meisterprüfung abgelegt“, erzählt Wegner. Mit 33 Jahren wurde er nach Bad Blankenburg zum Sportlehrerstudium delegiert. Dort lernte er alle Feinheiten des Boxsports als Assistent von Hans Spazierer kennen. „Danach kümmerte ich mich als Bezirkstrainer intensiv um den Nachwuchs in Gera, ehe ich 1979 nach Berlin zum TSC versetzt wurde.“

Bei den Amateuren war Wegner längst zum „Box-Magier“ aufgestiegen. Fast 150 nationale und internationale Medaillen gewann der Berliner Erfolgscoach mit seinen Athleten. Er führte Boxer wie Marco Rudolph zum WM-Titel und Oktay Urkal und Thomas Ullrich bei Olympia 1996 zu Edelmetall. Nach den Spielen in Atlanta (USA) unterschrieb Wegner schließlich beim Sauerland-Stall. Ingesamt acht Boxerinnen und Boxer formte die Trainer-Legende zu Weltmeistern – eine einmalige Erfolgsstory im deutschen Profiboxen.

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