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Aus dem Wartestand in den WM-Ring

Endlich ist es soweit: Am 28. Oktober erhält Kubrat Pulev nun seine zweite Chance auf die Weltmeisterschaft im Schwergewicht. Der 36-Jährige fordert in Cardiff Anthony Joshua heraus. Trotz der schweren Aufgabe ist Sauerland-Chefcoach Ulli Wegner überzeugt, den Bulgaren zum Champion machen zu können.

Text: Manfred Hönel

Kubrat Pulev war erst einmal wieder weg aus Berlin. Der Schwergewichtler lauerte im heimischen Sofia auf ein Zeichen seines Promoters Kalle Sauerland, wann der Megakampf gegen Weltmeister Anthony Joshua steigt. Nach dem spektakulären Sieg des Engländers über Wladimir Klitschko erhält jetzt Kubrat Pulev seine Chance. Für das „Generationenduell“ der beiden stellte sich der Bulgare hinten an, obwohl er bereits seit Oktober letzten Jahres laut dem Weltverband IBF Pflichtherausforderer von Joshua ist.

„Kubrat steht durch seine Siege über Kevin Johnson und Samuel Peter an erster Stelle der IBF-Herausforderer. Wir haben deshalb alles für eine direkte Kampfvorbereitung geplant“, erklärt Ulli Wegner und verweist auf die zu einer langen Kette aneinandergeklebten DIN-A4-Blätter an der Wand über seinem Schreibtisch. „Der Trainingsplan für Kubrats WM-Kampf steht. Joshua ist eine große Herausforderung“, ergänzt der Star-Trainer aus dem Sauerland-Stall.

Bis zur Entscheidung Anfang September bereitete sich Pulev in Sofia vor. „Neben eisernem Konditionstraining bin ich viel im Vitoscha-Gebirge gewandert“, sagt der 36 Jahre alte Profi. „Märsche von fünf Stunden machen mir nichts aus. Ich arbeite so, dass ich voll fit bin. Trainer Wegner merkt genau, wenn ich im Training gebummelt habe“, hat Pulev die Lage längst erkannt. „Außerdem macht es keinen Sinn, beim Training zu schummeln. Im Ring musst du für jede verbummelte Trainingseinheit bezahlen“, kennt er das Boxerleben.

Außerdem ist ihm bei seinem Berliner Trainer-Team mit Wegner und „Co“ Georg Bramowski schnell klar geworden, dass neben Kraft und Technik auch die Taktik geschult werden muss. „Kubrat wollte die Trainingsinhalte vorgeben, wie er das bei früheren Coaches praktiziert hatte“, erzählt Wegner. Doch wer Wegner kennt, weiß, dass der Trainerfuchs das nicht mit sich machen lässt: „Da habe ich ihm gleich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wenn wir erfolgreich gemeinsam arbeiten wollen, dann wird nach meiner Pfeife getanzt.“

Ab und zu erinnert Ulli Wegner seinen Schützling auch schmerzlich an dessen Kampf gegen Wladimir Klitschko. „Da hast du eine taktisch völlig falsche Linie eingeschlagen“, moniert der Trainer-Guru. „Klitschko ist ein Boxer der Extraklasse, aber ich werde ihn schlagen“, hatte der Bulgare damals getönt. Der Kampf in der Hamburger Barclaycard-Arena war im November 2014 kaum eine Minute alt, da saß Kubrat schon im Ringstaub. In der fünften Runde kam das endgültige Aus. Pulev suchte nach Ausreden, fand aber keine.

„Den Kampf gegen Joshua werden wir deshalb taktisch ganz anders vorbereiten“, bläut Wegner ihm ein. Das wird auch notwendig sein…

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Foto: Imago/Mausolf

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