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Zeuge: „Auf einen Kieferbruch würde ich gerne verzichten“

Am Samstag muss Tyron Zeuge (20-0-1, 11 K.o.) seinen WM-Titel nach Version der WBA im Supermittelgewicht gegen den 34-jährigen Paul Smith (38-6-0, 22 K.o.) in der Rittal Arena in Wetzlar, verteidigen. Was er von seinem Gegner und dem Duell Deutschland vs. England hält, verrät der junge Champion hier im Interview.

Paul Smith will Ihnen am Samstag den Gürtel - und Deutschland den letzten Box-Weltmeister nehmen. Was halten Sie davon?

Tyron Zeuge: Das ist ja klar, dass er das vorhat. Aber daraus wird nichts. Der Titel bleibt schön hier bei mir.

Zunächst war ein Rückkampf gegen Isaac Ekpo geplant, jetzt kommt mit Paul Smith ein vermeintlich stärkerer Gegner. Wen würden Sie lieber boxen?

TZ: Beide an einem Abend geht ja nicht. Zu Ekpo möchte ich gleich noch etwas sagen. Paul Smith ist zwar gefährlich, aber sein Stil liegt mir. Das wird ein schöner Kampf.

Nach dem Kampf gegen Ekpo waren Sie sehr unzufrieden. Warum?

TZ: Weil ich so keinen Kampf gewinnen will. Ich wurde nach Abbruch zum Sieger erklärt. Das will ich nicht. Ich trainiere hart, will boxen und den Fans einen ansehnlichen Kampf liefern. Das war alles gegen Ekpo nicht der Fall. Deswegen ist mir das Wort mit "sch..." auch danach rausgerutscht. Und nicht nur einmal...

Dafür, dass Sie im Interview so oft "Sch..." gesagt haben, gab es einige Kritk

TZ: Jajaja. Das habe ich mitbekommen. Ich war einfach sauer. Auf den Gegner, der so unfair geboxt hat - und auch auf mich selbst, weil ich ihn hätte ausboxen müssen. Deswegen ist mir das rausgerutscht. Sorry! Kommt nicht wieder vor. Aber (er lacht) der Kampf war doch einfach "Sch..."! Deswegen möchte ich gerne noch ein Mal gegen ihn boxen, um ihn dann ganz klar zu schlagen.

Sie haben einiges gelernt aus diesem Kampf. Das sagen zumindest ihre Trainer Jürgen Brähmer und Michael Timm.

TZ: Ja, ich denke schon. Vielleicht war das auch ganz gut so für mich. Die Gegner, die mir den Gürtel abnehmen wollen, werden ja schließlich nicht schlechter - und werden immer versuchen, mich im Ring mit unorthodoxen Methoden zu provozieren. Das muss ich lernen. Ein wenig habe ich das schon...

Wie gehen Sie mit dem Druck vor diesem WM-Kampf um? Sie sind der letzte deutsche Weltmeister im Boxen.

TZ: Ganz einfach - ich mache mir keinen Druck. Ich gehe immer in den Ring, um zu gewinnen. Egal, ob es ein normaler, oder ein WM-Kampf ist. Das mag man mir nicht glauben, aber so ist es.

Arthur Abraham bestritt vor gut elf Jahren in der Rittal Arena die legendäre „Blutschlacht von Wetzlar“. Hat das am Samstag eine Bedeutung für Sie?

TZ: Ich wünsche mir, dass die Fans mich ordentlich anfeuern werden. Die Stimmung soll damals bombastisch gewesen sein. Aber auf einen doppelten Kieferbruch würde ich gern verzichten.

Auch das Duell Deutschland gegen England wird immer wieder angeführt. Wie geht es aus?

TZ: Mit den Lottozahlen lag ich in letzter Zeit leider total daneben. Deswegen punkte ich jetzt - 1:0 für Deutschland.

Hat sich Ihr Leben mit WM-Titel - und mit der Tatsache, dass Sie momentan der einzige deutsche Weltmeister sind - eigentlich verändert?

TZ: Nein, überhaupt nicht. Ich werde häufiger auf der Straße erkannt, aber das war es auch schon. Ich bin Tyron aus Berlin - und ich will und werde es auch immer bleiben.

Die Box-Gala in Wetzlar wird am 17. Juni ab 23.15 Uhr live auf Sat1 und ab 19.40 Uhr live auf ranfighting.de übertragen.

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