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Axel Schulz: „Im Schwergewicht fehlt es an Typen“

Zu seinem 50. Geburtstag spricht das deutsche Ring-Idol im Exklusiv-Interview mit BOXSPORT über die Höhen und Tiefen seiner Karriere. Außerdem erklärt der TV-Experte, was ihm im heutigen Boxsport fehlt.

Interview: Frank Schwantes

Axel, schwache Ringauftritte, Titelverluste, Fehlurteile – am deutschen Profiboxen wurde zuletzt viel Kritik geäußert. Zu Recht?

Es ist zugegebenermaßen zur Zeit etwas schwierig, denn alle haben gewisse Vorstellungen und recht große Erwartungen. Aber ich sehe das ein wenig anders: Es gibt heutzutage viele Promoter, die mit ihren Boxern ein großes Potenzial bilden – zu meiner Zeit gab es ja nur Sauerland und Kohl. Heute gibt es auch nicht mehr diese exklusive Bindung eines Fernsehsenders an einen einzelnen Boxstall. Deshalb können theoretisch heute hochklassige Duelle stattfinden, ohne dass man sich gegenseitig etwas wegnimmt. In dem Zusammenhang gilt es auch, hochklassige Vorkämpfe zu präsentieren, da gibt es sicherlich noch Luft nach oben. Letztlich sollten alle Promoter gemeinsam an einem Strang ziehen und alles versuchen, um das deutsche Profiboxen gemeinsam wieder nach vorne zu bringen.

Jürgen Brähmer zum Beispiel geht mittlerweile seine eigenen Wege, mit eigenem Gym und Boxern in Schwerin. Kann so etwas förderlich sein für die nationale Box-Szene?

Auf jeden Fall. Die Klitschkos zum Beispiel sind diesen Weg in die Selbstständigkeit auch gegangen und waren damit äußerst erfolgreich. Ich finde es problematisch, wenn ein Fernsehsender einen Rundum-Vertrag mit einem Boxstall abschließt. Denn so kann man als Sender in die Zwickmühle geraten, Vorkämpfe zeigen zu müssen, die es eigentlich gar nicht wert sind. Ich halte es für sinnvoller, Verträge mit einzelnen Boxern zu schließen – so gewinnt man Qualität auch im Sinne des Publikums.

Ein Highlight für die Fans könnte ein Stallduell zwischen Vincent Feigenbutz und Arthur Abraham werden, dabei soll es auch um eine WM gehen. Was hältst du davon?

Ach, ich weiß nicht, ob man dafür irgendeinen WM-Gürtel herauskramen muss. Es reicht doch, wenn man das zu einem Generationen-Duell ausruft. Das ist doch eine spannende Angelegenheit.

Apropos Generationen: Beim Sauerland-Stall hat Seniorchef Wilfried Sauerland das Ruder wieder übernommen. War das nötig?

Ich halte es für richtig, denn Wilfried hat einfach sehr viel Erfahrung. Nun muss er sich aber auch durchsetzen und auf der anderen Seite die Zusammenarbeit mit den anderen Promotern forcieren.

International rückt das Duell Wilder vs. Fury in den Blickpunkt. Welchen Stellenwert hat es für das Schwergewicht?

Es ist eigentlich nur ein Zwischenstopp, denn am Ende geht es für den Sieger nur um einen Folge-Kampf gegen Anthony Joshua. Nachdem er Wladimir Klitschko besiegt hatte, hieß es: Das Schwergewicht war jahrelang halbtot – mit Joshua kommt endlich der Aufschwung. Aber in meinen Augen hat es sich nicht geändert, weder hat das Schwergewicht an Ansehen gewonnen noch gibt es weltweit ein gesteigertes Interesse daran. Ich habe viele Freunde in den USA, aber auch denen ist es relativ egal, ob Wilder gegen Fury boxt oder Joshua in den Ring steigt. Im Schwergewicht fehlt es an Persönlichkeiten, wie es sie zum Beispiel in anderen Gewichtsklassen gibt. Ich denke da nur an Typen wie Gennady Golovkin und Canelo Alvarez, die in ihren Duellen spannendes, spektakuläres Boxen gezeigt haben.

Wagst du trotzdem einen Tipp für Wilder vs. Fury?

Ich hoffe, dass Wilder gewinnt. Fury ist zwar groß und boxt unorthodox, aber sein Kokainmissbrauch hat mich schwer enttäuscht, und deshalb kann ich ihn aus der Sicht eines Sportlers nicht unterstützen. Wenn Wilder anschließend gegen Joshua boxt, hat er für mich durchaus eine Siegchance. Denn „AJ“ hat in seinem letzten Fight gegen Povetkin doch einige Schwachpunkte gezeigt, sodass es für ihn selbst über die Punkte schwer werden dürfte, Wilder zu schlagen.

Deine Kämpfe haben früher in Deutschland Millionen Fans im Fernsehen verfolgt. Aber auch du hast einmal „klein“ angefangen, im Amateurbereich. Wie erinnerst du dich an diese Anfänge?

Mein erster Boxtrainer Manfred Gehrke ging damals nach Berlin, und ich wollte ihm eigentlich folgen. Aber meine Mutter hat mir verboten, nach Berlin zu gehen, und so bin ich in Frankfurt/Oder gelandet. Ich ging dort zur Sportschule, war mit 18 Jungs in einer Klasse, von denen nach der zehnten noch zwei übrig blieben: Dirk Eigenbrodt (Europameister von 1993; d. Red.) und ich. Bei den Junioren wurde ich fünf Mal DDR-Meister sowie Europameister, bei den Senioren gewann ich die DDR-Meisterschaft im Schwergewicht und wurde Vize-Europameister sowie WM-Dritter.  …

Das komplette Interview mit Axel Schulz lesen Sie in der neuen Ausgabe BOXSPORT 12/2018 – jetzt am Kiosk!

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