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Die besten Kampfnamen aller Zeiten

Martialisch, witzig – oder einfach nur verrückt: Wenn es um Kampfnamen im Boxen geht, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. BOXSPORT stellt die besten „Nicknames“ vor und erklärt, welche Storys dahinterstecken.

Wer möchte schon gerne mit dem „Henker“ in den Ring steigen? Oder auf einen „Auftragskiller“ im Seilgeviert treffen? Klar, weder Schafott noch bleihaltige Pistolen kommen bei einem Boxkampf zum Einsatz. Dennoch geht es für viele Fighter darum, sich mit einem solchen Kampfnamen eine Identität sowie den Respekt des Gegners zu verschaffen. Zumal Boxen seit jeher nicht nur Sport ist, sondern auch Spektakel und Show. Und nicht zu vergessen: Wer sich einen extravaganten „Nickname“ gönnt, erhöht die Chancen, sich im Box-Business auch abseits des Rings erfolgreich zu vermarkten.

Somit sind bei der Namensfindung der Fantasie praktisch keine Grenzen gesetzt. Oft spielt die Herkunft des Fighters eine Rolle. Gerne werden Alliterationen zum echten Namen aufgegriffen. Manchmal ist es auch der Boxstil, der den Spitznamen prägt. Und: Nicht immer haben die größten Boxer auch die coolsten Ringnamen kreiert. BOXSPORT hat sich mit dem Mythos einmal auseinandergesetzt – und ist dabei auf kuriose Kampfnamen und spannende Geschichten gestoßen.

Iron. Sugar. Smokin’. Ein guter Fightname gehört für viele Boxer seit jeher dazu wie die passenden Boxhandschuhe. Den größten Mythos umspannt im Business der Kampfname „Sugar“. Wörtlich übersetzt heißt es „Zucker“, meint aber in Wirklichkeit eine besondere Form der Anerkennung. Etabliert wurde Sugar vom wahrscheinlich besten Boxer aller Zeiten, „Sugar“ Ray Robinson.

Das Ringidol erhielt seinen Spitznamen schon früh in seiner Karriere. Demnach beglückwünschte ein Journalist nach einem Kampf Robinsons dessen Trainer George Gainford mit den Worten: „Da haben sie aber einen süßen (sweet) Fighter.“ „Sweet as sugar“ (süß wie Zucker), antwortete darauf Gainford. An diesem Tag wurde nicht nur der Name „Sugar“ Ray Robinson, sondern eine wahre Legende geboren.

Denn der Kampfname „Sugar“ gleicht seitdem einem Adelstitel im Ring. Die einzigen beiden Boxer, die ihn seit Robinson zu Recht tragen durften, sind „Sugar“ Ray Leonard und „Sugar“ Shane Mosley. George Gainford wiederum ist übrigens nicht der einzige Trainer, der für einen weltberühmten Kampfnamen verantwortlich zeichnet. Yank Durham, legendärer Coach von Joe Frazier, sagte einst zu seinem Schützling: „Geh’ da raus und lass Rauch aus deinen Handschuhen kommen.“ Frazier tat dies mit seinem offensiven und spektakulären Stil nur zu gerne – mit viel Dampf in den Fäusten wurde er zu „Smokin’“ Joe Frazier.

Von Attentätern und Auftragskillern

Doch es geht auch härter, im wahrsten Sinne des Wortes. Wie bei Mike Tyson und Roberto Duran. Als Tyson in den Achtziger Jahren mit gestähltem Body seine Gegner reihenweise und frühzeitig aus dem Ring prügelte, verpasste man ihm den Kampfnamen „Iron“ (Eisen) Mike. Und Duran, der vielleicht beste Leichtgewichtler aller Zeiten, produzierte in seiner besten Zeit ebenfalls Knockouts am Fließband. Aufgrund seiner großen Schlagkraft wurde der Panamaer als „Manos de Piedra“ (Hände aus Stein) zur Legende.

Andere Fighter mit enormer K.o.-Power wiederum wählten weit drastischere „Berufsbezeichnungen“, indem sie sich als „Attentäter“ titulierten. Bereits vor über 100 Jahren war der legendäre Mittelgewichtler Stanley Ketchel als „Michigan Assassin“ – Attentäter aus Michigan – bekannt. Weitere Attentäter folgten, wie der weltberühmte „Easton Assassin“ Larry Holmes aus Easton in Pennsylvania. Auch wenn Marco Antonio Barrera eine niedlichere Fassung, nämlich den „Baby-Faced Assassin“ wählte, war das mexikanische Box-Idol im Ring nicht minder gefährlich.

Ein Anrecht auf den Kampfnamen „Hitman“ – Auftragskiller – hat vor allem ein Boxer: Thomas Hearns. Kurios: Der K.o.-König aus Detroit war früher in seiner Karriere noch als „The Motor City Cobra“ (die Kobra aus der Motorstadt) unterwegs. Dies ist zugleich eine Anspielung auf seinen Körperbau, denn Hearns war extrem groß für einen Weltergewichtler. Am Ende machten ihn aber sein eiskalter Blick und seine unfassbar harte Rechte zum „Hitman“. Später adoptierte der britische Superstar Ricky Hatton diesen legendären Kampfnamen – und ließ ihn sich sogar groß über den Rücken tätowieren.

Nicht von Dieser Welt

Hearns selbst kreierte übrigens einen weiteren skurrilen Spitznamen. Denn nach einem harten Sparring mit seinem Stallgefährten Mike McCallum taufte der „Hitman“ diesen „The Body Snatcher“ – zu deutsch: Der Leichenräuber. Wobei Hearns sich im Original wohl eher auf die schweren Körperangriffe McCallums bezog.

Schnörkellos und direkt war auch das Statement von Nigel Benn an seine Gegner: Der dunkelhäutige Brite, der in den späten Achtzigern und frühen Neunzigern mit seiner Schlagkraft im Supermittel für Furore sorgte, nannte sich im Ring „The Dark Destroyer“ – der dunkle Zerstörer. Dagegen war Bernard Hopkins mit nur einem Kampfnamen nicht zufrieden.

Zunächst bekannt als „The Executioner“ (der Henker), erklärte er diesen Namen einst simpel wie plausibel: „Wenn ich in den Ring steige, dann ist es sein Leben oder mein Leben.“ Später wurde der Henker dann zum Außerirdischen (The Alien). Kein Wunder, denn selbst mit 50 Jahren wusste Hopkins noch an der Weltspitze im Halbschwergewicht zu bestehen. Seine Leistungen waren für viele einfach nicht von dieser Welt.

In der Kategorie „zwei Kampfnamen, ein Boxer“ ist auch Floyd Mayweather jr. zu Hause. Dieser startete seine Laufbahn als „Pretty Boy“, also hübscher Junge. Mayweather wurde im Ring so selten getroffen, dass er anschließend meist genau so unbeschadet aussah wie zuvor. Als Mayweather dann seine große Liebe zu Geld und Protz entdeckte und zum größten Pay-per-View-Star der Boxgeschichte aufstieg, wählte er dann doch lieber „Money“ (Geld) als Spitznamen.

Schrecklich ging es bei Terry Norris zu, der als „Terrible“ (schrecklich) eine Alliteration für seinen Fightnamen nutzte, ebenso wie Jeff „Left Hook“ Lacy. Den größten Kampfnamen in dieser Kategorie trug aber „Marvelous“ (fabelhaft) Marvin Hagler. Dabei musste er um seinen Nickname heftig fighten. Der Legende nach schnauzte ihn einst ein Ringsprecher an: Wenn er unbedingt „Marvelous“ genannt werden möchte, dann soll er gefälligst seinen Namen ändern lassen. Das Unglaubliche: Hagler änderte seinen Namen tatsächlich, ließ ihn so auch im Pass eintragen und heißt seitdem offiziell Marvelous Marvin Hagler.

Auch finden sich Lebensgeschichten in den Ringnamen mancher Fighter wieder. Wie bei James Braddock: Der hatte den Kampfrekord eines Journeyman, schuftete im Hafen von New York und bezog außerdem Sozialleistungen. Doch 1935 schlug die große Stunde des Underdog, als er überraschend Schwergewichtsweltmeister Max Baer besiegte. Darauf wurde Braddock zum „Cinderella Man“, dem männlichen Aschenputtel.

Gänzlich anders verlief das Leben von Johnny Tapia. Der frühere Weltmeister verschiedener Gewichtsklassen sorgte bis zu seinem tragischen Tod immer wieder für Schlagzeilen durch Skandale und wegen Drogenmissbrauchs. Passender hätte Tapia seinen Kampfname zu Lebzeiten nicht wählen können, als „Mi Vida Loca“ – mein verrücktes Leben.

Schwergewichts-Contender Calvin Brock trug den untypischen Namen „The Boxing Banker“ (der boxende Banker). So untypisch, dass er nur wahr sein konnte: Brock studierte Betriebswirtschaftslehre an der Charlotte University und arbeitete danach tatsächlich neun Monate lang bei der Bank of America.

Ein Familienerbe bescherte hingegen Tommy Morrison seinen Kampfnamen „The Duke“ (der Herzog). Denn er war der Großneffe von Hollywood-Legende John Wayne, der seine ganze Kinokarriere über auf den Spitznamen „Duke“ hörte.

Manchmal gibt der Kampfname eines Boxers auch Aufschluss über dessen Herkunft. Jack Dempsey etwa war der „Manassa Mauler“, Jake LaMotta wurde „Bronx Bull“ genannt, und Rocky Marciano ging als „Brockton Blockbuster“ in die Geschichte ein. Ihnen folgten später „The Celtic Warrior“ (der keltische Krieger) Steve Collins aus Irland oder „The Viking Warrior“ (der Wikingerkrieger) Mikkel Kessler aus Dänemark.

Weltberühmte Butterbohne

Aufschluss über seine Herkunft mochte auch Ausnahmeboxer Kostya Tszyu gerne via Nickname geben – der Australier wurde zum „Thunder from Down Under“. Ähnlich der vor allem in Deutschland unvergessene, gigantische Nikolay Valuev aus Leningrad, der als „Beast from the East“ (Bestie aus dem Osten) Karriere machte. Und Glen Johnson kämpfe in seiner Karriere so oft „auswärts“, dass er zum „Road Warrior“ wurde.

Immer schon beliebt waren Wortspiele mit dem eigenen Namen. So hört Hector Camacho auf den Fightnamen „Macho“. Vinny Pazienza wurde zum „Pazmanian Devil“. Cruisergewichtler O’Neil Bell griff sogar zu einem kurzen Satz, um seinen Kampfnamen zu kreieren: O’Neil „Give ’em Hell“ Bell (schick sie in die Hölle). Dagegen wollte Friday „The 13th“ Ahunanya (Freitag, der 13.) mithilfe seines Kampfnamens Unglück über seine Gegner bringen.

Den korpulenten Eric Esch kennen viele sogar nur unter seinem Ringnamen „Butterbean“. Die Herkunft ist gleichzeitig so simpel wie kurios. Esch hasste Butterbohnen und ließ bei seinen Freunden kaum eine Gelegenheit aus, dies deutlich zu machen. So verpassten die Kumpels Esch den Namen „Butterbean“. Zu dem Zeitpunkt konnte wohl noch niemand ahnen, dass es die Geburt eines weltbekannten Spitznamens für einen Boxer werden würde.

Und in Deutschland? In den 90er-Jahren fauchte „Tiger“ Dariusz Michalczewski im Ring. Auch „Gentleman“ Henry Maske gab sich dort die Ehre, und „Phantom“ Sven Ottke war im Seilgeviert nur schwer zu stellen. Den kuriosesten Spitznamen trug jedoch: Max Schmeling. Als der deutsche Schwergewichtsweltmeister 1928 in den USA ankam, fehlte ihm der brachenübliche Kampfname. Das sollte sich ändern, als Schmeling US-Manager Joe Jacobs traf. „Wir brauchen Publicity. Du musst jeden Tag in der Zeitung stehen“, sagte Jacobs zu ihm – und gab ihm den Fightnamen „The Black Ulan of the Rhine“, zu deutsch: Der schwarze Ulan vom Rhein. Äußerst sperrig, und: Was sind Ulane?

Die Auflösung: Ulane waren in der Militärgeschichte eine mit Lanzen bewaffnete Gattung der Kavallerie. Wäre das nicht schon kurios genug, wuchs Max Schmeling gar nicht am Rhein, sondern an der Elbe in Hamburg auf. Doch das spielte für die Vermarktung in Amerika eben keine Rolle. Dann wurde Schmeling in den USA tatsächlich ein Weltstar im Schwergewicht der 30er-Jahre – aber vor allem dank seiner Leistungen im Ring.

Text: Benjamin Stroka; Mitarbeit: Frank Schwantes

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