Das geplante Dopingverfahren gegen Ex-Weltmeister Felix Sturm ist geplatzt. Wie der „Express“ berichtet, sah das Kölner Gericht keinen hinreichenden Tatverdacht und lehnte die Eröffnung des...

Cruisergewichtler Artur Mann (15-0, 8 K.o.) steht vor dem bislang größten Kampf seiner Karriere. Am 16. März trifft der Hannoveraner aus dem Sauerland-Stall im Emperors Palace in Johannesburg auf...

Der nächste Kampf von Superstar Saul „Canelo“ Alvarez (50-1-2, 34 K.o.) steht fest. Der mexikanische Weltmeister (WBC und WBA-Super) im Mittelgewicht trifft am 4. Mai in der T-Mobile Arena in Las...

„Muhammad Ali International Airport“. Das werden viele Besucher Louisvilles im US-amerikanischen Kentucky demnächst bei ihrer Ankunft im Ort zu lesen bekommen. Denn die Heimatstadt Alis hat ihren...

Neues Jahr, Neues Glück: Das Boxjahr 2019 wird vielversprechend. Deshalb schauen wir mit euch auf die derzeit aufregendsten Talente im Boxen und zeigen euch wer 2019 so richtig durchstarten wird....

1 von 5

News

Bitte riskiert etwas

In Ihrer BOXSPORT-Kolumne „Infight“ nimmt Regina Halmich kein Blatt vor den Mund. Lest, was die ehemalige Box-Queen zu sagen hat …

Die Boxfans werden weiterhin auf eine harte Probe gestellt. Das, was zuletzt bei Sport1 an Kämpfen zu sehen war, ist schlicht und ergreifend enttäuschend. Ich selbst gehöre ja zum Expertenteam des Senders – und ich kann garantieren, dass es gerade für uns selbst am schlimmsten ist, weil wir doch zu gerne hochkarätige Kampfpaarungen zeigen wollen. Leider werden uns diese vom Sauerland-Boxstall nicht geboten.

Klar, das Budget ist nicht da, und darüber haben wir ja schon berichtet. Aber das verstehe ich eben nur zum Teil. Denn Geld ist nicht der alleinige Faktor. Ich bin vielmehr der Meinung, dass man bereit sein muss, wieder mehr Zeit und Liebe in das Thema „Deutsches Profiboxen“ zu investieren.

So ist es in der World Boxing Super Series der Fall. Die erste Saison war einfach grandios und hat dem Boxsport gleichzeitig wieder mehr Ansehen verschafft. So etwas möchte ich bitte auch in Deutschland! Deshalb stelle ich mir die Frage: Warum veranstalten wir hierzulande nicht ein Turnier nach dem Vorbild der WBSS? Gerade im Supermittelgewicht haben wir doch so viele Talente.

Die „Oldies“ Arthur Abraham und ­Jürgen Brähmer würden wohl nicht mehr einsteigen, aber wie wäre es mit Tyron Zeuge, Vincent Feigenbutz, Robin Krasniqi, Toni Kraft, Denis Radovan, Stefan Härtel oder Leon Bauer? Da wäre jeder Kampf ein Kracher – und die Fans hätten großen Spaß daran, unabhängig von irgendwelchen Titeln. Auch Sport1 könnte sich mit solch einem Turnier glücklich schätzen, qualitativ hochwertige Fights wären garantiert.

Noch etwas: Wir müssen einfach davon wegkommen, dass ein Boxer nie verlieren darf. Mir ist es lieber, wenn sich Sportler auf Augenhöhe miteinander messen, als wenn man immer nur weichgespülte Kampfpaarungen zeigt, um auf der „sicheren Seite“ zu sein. Ein Boxer, der nach gutem Kampf verliert, muss mit einem Rematch belohnt werden; man darf ihn nicht fallen lassen. Diese Sicherheit sollten die Promoter ihren Sportlern bieten, dann kann man auch einmal etwas riskieren.

Brähmer macht es richtig

Sehr vielversprechend finde ich den Weg, den Jürgen Brähmer geht. Ihm traue ich zu, dass er auch nach seiner aktiven Zeit erfolgreich im Box-Business mitmischen wird und dabei hilft, das deutsche Boxen wieder nach vorne zu bringen. Solche Leute brauchen wir! Neben Tyron Zeuge dürften weitere Sportler zu Jürgens Gym in Schwerin stoßen. Die Boxer benötigen beste Trainingsbedingungen, das Gym muss auch außerhalb des Trainings zum Wohlfühlen einladen und wie ein zweites „Zuhause“ sein. Jürgen hat das zur rechten Zeit erkannt, Chapeau!

Dennoch, bis zum Jahresende muss sich in Deutschland noch etwas bewegen. Bitte, liebe Promoter: Zeigt uns Boxfans doch ein paar spannende Kämpfe. ­Eure ­Boxer können nur glänzen, wenn ihr sie vor echte Prüfsteine stellt und sie sich durchbeißen. Ansonsten verlieren wir auch international komplett den Anschluss. Und das will doch keiner.

In diesem Sinne, alles Liebe,
eure Regina


Zur Person: Regina Halmich war von 1995 bis 2007 WIBF-Weltmeisterin im Fliegengewicht und lockte bei ihren Fights bis zu 9 Millionen Zuschauer vor die TV-Schirme. Bis heute verfolgt sie den Boxsport intensiv und ist regelmäßig als Expertin und Kommentatorin im Einsatz.

Die Kolumne von Regina Halmich lesen Sie regelmäßig in BOXSPORT – die aktuelle Ausgabe 11/18 gibt's jetzt am Kiosk!

Foto: 

Claudio di Lucia