Triller ersteigert Lopez vs. Kambosos für 6 Millionen

Der Videodienst Triller machte letztes Jahr von sich reden, als er den Schaukampf von Mike Tyson und Roy Jones jr. zu seinem Start übertrug. Der neue Player im Streaminggeschäft will sich im Boxen...

Canelo über seine Kritiker: „Sie sind mir egal“

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Gegen Canelo: Mega-Chance für Avni Yildirim

Ausnahmeboxer, Pound-for-Pound-King, Weltmeister nach Version der WBA (Super) und des WBC – Superstar Saul „Canelo“ Alvarez (54-1-2, 36 K.o.) geht Samstag Abend als klarer Favorit mit einer Quote...

Kämpft demnächst Terence Crawford gegen Pacquiao oder Porter?

Weltergewichtler Terence Crawford (37-0, 28 K.o.) ist einer der besten Pound-for-Pound-Boxer der Gegenwart. Während Fans immer noch sehnsüchtig auf einen Vereinigungskampf zwischen dem WBO-...

Otto Wallin will die großen Drei im Schwergewicht

Der Schwede Otto Wallin (22-1, 14 K.o.) konnte sich als am Wochenende in den Rankings verbessern, als er Dominic Breazeale (20-3, 18 K.o.) einstimmig nach Punkten schlug. Auch bei seiner bisher...

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News

Wer ist euer „Boxer des Jahrzehnts international“?

Wer ist euer „Boxer des Jahrzehnts international“?
Wer ist euer „Boxer des Jahrzehnts international“?

Bis zum 20. Januar könnt ihr noch eure „Boxer des Jahrzehnts“ in den Kategorien Boxer national, Boxer international, Trainer und Frauen küren. HIER findet ihr alles weitere zu der Wahl. Hier ein paar Vorschläge der Redaktion für Kategorie Boxer international.

Die 2010er sahen viele prägende Boxer, darunter die Weltergewichts-Rivalen Floyd Mayweather und Manny Pacquiao, „Matrix-Boxer“ Vasiliy Lomachenko und Super-Six-Gewinner Andre Ward. Die Wahl zum Boxer des Jahrzehnts fällt da nicht leicht.

Harte Knockouter, filigrane Techniker oder kluge Defensivspezialisten – das vergangene Jahrzehnt hatte auf internationaler Bühne reihenweise Weltklasse-Boxer mit unterschiedlichsten Boxstilen zu bieten. Doch wer ist die Nummer eins der BOXSPORT-Leser? Kohle-King Floyd Mayweather, Mexikos Idol Saul „Canelo“ Alvarez, Schwergewichtskönig Tyson Fury oder vielleicht ein ganz anderer?

Eines ist klar: Auch wenn man Floyd Mayweather und seine protzige Art nicht mag – seine Leistungen im Ring trotzten selbst den größten Kritikern immer wieder Respekt ab. Die letzte Dekade prägte er daher nicht nur als Kohle-King des Boxens, sondern auch mit starken Leistungen im Ring. Siege gegen Shane Mosley (2010), Miguel Cotto (2012), Saul Alvarez (2013) und natürlich Manny Pacquiao (2015) hielten „Money“ jahrelang an der Spitze der Pound-for-Pound-Ranglisten. 2017 kehrte er für einen sportlich wertlosen, aber finanziell extrem lohnenswerten Kampf gegen MMA-Superstar Conor McGregor in den Ring zurück und siegte durch T.K.o. in Runde zehn. Insgesamt liegt Mayweathers Kampfrekord in den 2010ern bei zehn Siegen in zehn Kämpfen (darunter zwei Knockouts).

Deutlich aktiver war Saul „Canelo“ Alvarez im vergangenen Jahrzehnt. Der Pound-for-Pound-Star aus Mexiko stand insgesamt 26 Mal im Ring, darunter 17 WM-Kämpfe. Ein blütenweiße Weste hat Canelo dabei zwar nicht, er verlor 2013 gegen Mayweather und trennte sich 2017 mit einem Unentschieden von Gennady Golovkin, aber niemand sonst hat in den 2010ern so viele Top-Gegner geschlagen wie der Rotschopf aus Guadalajara. Erislandy Lara, Miguel Cotto, Gennady Golovkin im Rematch, Daniel Jacobs und Sergey Kovalev sind nur eine kleine Auswahl an absoluten Weltklasse-Boxern, die Canelo in den vergangenen Jahren geschlagen hat. Dabei sicherte er sich WM-Titel im Halbmittel-, Mittel-, Supermittel- und Halbschwergewicht.

Nicht nur als Profi, sondern auch als olympischer Boxer feierte Vasiliy Lomachenko in den 2010ern riesige Erfolge. 2011 wurde er Amateurweltmeister, 2012 gewann er bei den Olympischen Spielen in London seine zweite Goldmedaille. Nachdem „Loma“ 2013 zu den Profis wechselte, boxte er bereits in seinem zweiten Fight als Berufsboxer um einen WM-Titel. Damals unterlag er umstritten Orlando Salido, lernte aber aus der Erfahrung und blieb danach in 13 Kämpfen, darunter ausschließlich WM-Fights, ungeschlagen. Vor allem in der zweiten Hälfte des letzten Jahrzehnts galt er lange Zeit als der beste Boxer der Welt. Lomachenko sammelte als Profi WM-Titel im Feder-, Superfeder- und Leichtgewicht.

Keine Wahl zum Boxer der 2010er ohne Andre Ward. Der selbsternannte „Son of God“ sorgte im Ring nicht unbedingt für Spektakel und fiel auch abseits des Kampfgeschehens nicht als Lautsprecher des Boxsports auf. Dennoch sind seine Leistungen und Erfolge unbestritten. Ward startete die Dekade mit Erfolgen gegen Arthur Abraham und Carl Froch, die ihm den prestigeträchtigen Sieg des Super-Six-Turniers im Supermittelgewicht einbrachten. In den Folgejahren glänzte er zwar häufig durch Inaktivität, aber wenn er im Ring stand, dann lieferte der Mann aus San Francisco auch ab. Als Ward 2015 ins Halbschwergewicht aufstieg, suchte er sich schon ein Jahr später den gefürchtetsten Mann des Limits als Gegner aus: Sergey Kovalev. In zwei Kämpfen um jeweils drei WM-Titel im Limit bis 79,3 Kilogramm stieg Ward zwei Mal siegreich aus dem Ring, konnte Kovalev, nach einem Punktsieg im ersten Duell, im Rückkampf sogar stoppen.

Unglaublich, aber wahr: Manny Pacquiao gewann seinen ersten WM-Titel bereits 1998 und ist auch heute noch amtierender Weltmeister. Beginnend im Halbfliegengewicht boxte sich der „Pacman“ in seiner unvergleichlichen Karriere bis zu einem WM-Gürtel im Halbmittelgewicht hoch. Seine beste Zeit hatte der boxende Wirbelwind von den Philippinen in den 2000ern. Doch auch im vergangenen Jahrzehnt gehörte Pacquiao zur absoluten Elite des Sports. Mit Siegen gegen Antonio Margarito, Juan Manuel Marquez, Timothy Bradley (zwei Mal) und zuletzt als 40-Jähriger gegen den bis dato ungeschlagenen Keith Thurman, gehört auch sein Resümee an die Spitze. Besonders beeindruckend: Der Pacman kassierte vier Niederlagen in der letzten Dekade, darunter ein ungeheuer brutaler Knockout im vierten Duell gegen Juan Manuel Marquez und eine bittere Punktniederlage gegen Floyd Mayweather. Dennoch kehrte der Weltmeister in acht Gewichtsklassen immer wieder auf den Thron zurück.

Kann man mit nur zwei echten Weltklasse-Siegen und einer Abstinenz von rund zweieinhalb Jahren mit in der Dekade eine Chance auf den Titel „Boxer des Jahrzehnts“ haben? Im besonderen Fall von Tyson Fury könnte die Antwort „Ja“ lauten. Der „Gypsy King“ kann allein auf dem Papier 22 Fights, darunter 21 Siege und ein Unentschieden, eine beeindruckende Statistik im Jahrzehnt vorweisen. Allerdings stechen mit Wladimir Klitschko und Deontay Wilder nur zwei Gegner wirklich heraus. Herausragend sind diese beiden Siege aber dennoch. Klitschko war mehr als elf Jahre ungeschlagen, als Fury ihn einstimmig auspunktete. Wilder galt als der gefährlichste Schwergewichtler der Welt, ehe Fury ihm im ersten Duell 2019 ein Unentschieden abtrotzte und ihn im Februar 2020 sogar dominant vorzeitig besiegte. Und Fury hat nicht zuletzt auch außerhalb des Rings mit seiner extrovertierten und häufig auch skurrilen Art für jede Menge Schlagzeilen gesorgt, positiv wie negativ.

Die sechs genannten Boxer sind natürlich nur Vorschläge der Redaktion. Ihr wollt eure Stimme lieber Anthony Joshua, Gennady Golovkin oder Oleksandr Usyk geben? Kein Problem! Genau so kann auch für olympische Boxer, die gar nicht oder erst spät im Jahrzehnt zu den Profis gewechselt sind, abgestimmt werden

Text: Benjamin Stroka

Dieser Text erschien zuerst in Ausgabe 01/21.

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