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Das Comeback des Schwergewichts

Nach Jahren der Langeweile ist bei den schweren Jungs wieder Feuer unterm Dach. Mit Anthony Joshua, Deontay Wilder und Tyson Fury konkurrieren drei schillernde Charaktere um die Meisterschaft aller Klassen. Bricht im Heavyweight eine neue goldene Epoche an, die einen „Undisputed Champ“ hervorbringt? BOXSPORT ordnet die Lage ein.

Fachleute wie Fans sind mit der Qualität des Schwergewichts beziehungsweise der Schwergewichte schon immer besonders hart ins Gericht gegangen. Die Herausforderer des großen Joe Louis etwa wurden in den 1930er- und 40er-Jahren als „bum of the month“ (Flasche des Monats) verspottet. Der (Nicht-)Konkurrenz der Klitschko-Brüder erging es rund 70 Jahre später nicht viel anders.

In einem sind sich nahezu alle Enthusiasten der „männlichen Kunst der Selbstverteidigung“ einig. Seit Einführung der Queensberry-Regeln Ende des 19. Jahrhunderts hat es in der Königsklasse des Boxens nur zwei große goldene Ären gegeben: die 1970er-Jahre mit Ali, Frazier, Foreman, Norton, Holmes ... und die 1990er-Jahre mit Tyson, Holyfield, Lewis, Bowe, Foreman 2.0 ... Es waren Dekaden voll epischer Ringschlachten und legendärer Rivalitäten. Wer danach kam, hatte es schwer.

Larry Holmes, bis Mitte der 1980er das Maß der Dinge im Schwergewicht, bekam als Nachfolger Muhammad Alis nie die Anerkennung, die er verdient gehabt hätte. Die Königsklasse sei im Vergleich zur Ali-Epoche viel zu schwach besetzt, Holmes nur ein Regent in bequemen Zeiten, unkten die Kritiker. Und auch als die Klitschkos Anfang des 20. Jahrhunderts das Erbe von Lennox Lewis antraten und im Schwergewicht aufräumten, zuckten viele nur mit den Achseln. Die Brüder boxten ja gut und schön, hätten aber halt auch keine richtigen Gegner. In einem Teich mit Mike Tyson, Evander Holyfield, Riddick Bowe und Lewis wären sie nur zwei dicke Fische unter vielen gewesen, hieß es.

Wo steht das Schwergewicht 2019, zwei Jahre nach dem endgültigen Ende der Klitschko-Ära? 2018, so viel ist sicher, hatte einiges zu bieten. Zum heiß ersehnten Duell um die „Undisputed Championship“ zwischen Anthony Joshua und Deontay Wilder kam es zwar (noch) nicht. Aber: Tyson Fury stieg wie Phönix aus der Asche und knöpfte Wilder in einem der unglaublichsten Comebacks der jüngeren Boxgeschichte um ein Haar dessen WBC-Krone ab. Nur dank eines umstrittenen Remis (das freilich die Tür zu einer fetten Revanche öffnet) behielt der Amerikaner seinen Gürtel. Englands Box-Darling Joshua vereinte derweil die Titel dreier Verbände (WBA, WBO, IBF) und verteidigte seine stattliche Gürtel-Sammlung in einem packenden Gefecht gegen den russischen Ring-Veteranen Alexander Povetkin. Außerdem ließen es die Herrschaften Dillian Whyte, Dereck Chisora und Joseph Parker eine Liga tiefer krachen...

Text: Martin Armbruster

Die komplette Story über das Comeback des Schwergewichts lesen Sie in der neuen Ausgabe BOXSPORT 03/2019 – jetzt am Kiosk!

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