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Deniz Ilbay: „Mein Killer-Instinkt ist geweckt“

Für Deniz Ilbay läuft es gut. Ein langfristiger Vertrag bei Team Sauerland, ein souveränes Comeback nach langer Verletzungspause, Hochzeit und auch ein Baby ist unterwegs. Jetzt tritt der Kölner Weltergewichts-Profi gegen Denis Krieger an – beim Hauptkampf der Sauerland-Box-Gala am 1. Dezember in der Gummersbacher Schwalbe Arena. Im Interview sprechen ‚El Pistolero‘ Ilbay und sein Vater und Trainer Garip über den Gegner, übers Vollgas geben und die nächsten Pläne.

Deniz, du hast seit diesem Herbst einen langfristigen Vertrag bei Team Sauerland – was bedeutet das für dich?

Deniz: Wir arbeiten seit Tag eins darauf hin, bei Sauerland einen Vertrag zu bekommen – das ist einfach der beste Boxstall unter den vier, fünf führenden Promotern der Welt. Ich habe sogar damals als Elfjähriger schon Sauerland eine E-Mail geschickt, dass ich dort einen Vertrag haben möchte. Die ist vermutlich damals im Spam-Ordner gelandet. (lacht) Man merkt einfach, dass dort Struktur dahintersteckt – und jahrelange Erfahrung. Vieles von dem, worum wir uns vorher selbst kümmern mussten, wird jetzt vom Promoter übernommen. Ich kann mich auf meine Kämpfe konzentrieren.

Wie schätzt ihr den Gegner Denis Krieger ein?

Deniz: Ich unterschätze keinen meiner Gegner. Das ist der größte Fehler, den man als Sportler machen kann – die Kontrahenten unterschätzen. Ich respektiere Denis Krieger sehr als Sportler und Mensch. Aber ich stelle ihn auch nicht über mich. Ich kenne meine Stärken, meine Qualitäten. Und meine mentale Stärke ist seiner überlegen. Man hat das bei Kriegers letztem Kampf gesehen, da gab es eine unsportliche Situation. Die zeigte, dass er mental nicht so stabil ist wie ich.

Garip: Denis Krieger kriegt man so schnell nicht runter. Wenn der richtig trifft, dann fallen die Gegner. Das ist ein Boxer, dem man ansieht, dass er Spaß am Boxen hat. Der ist eine harte Nuss – aber wir Kölner Jungs sind noch aus ganz anderem Holz geschnitzt. Da sind dann am 1. Dezember in Gummersbach zwei Boxer im Ring, die wirklich Spaß an ihrer Arbeit haben. Die beiden werden den Leuten einheizen.

Gibt es diesmal eine spezielle Vorbereitung für den Kampf?

Deniz: Ja, ich habe eine schwangere Frau zu Hause, die hält mich auf Trab. (lacht) Nein, wir machen alles so wie immer, wir geben Vollgas. Der einzige Unterschied: Ich habe diesmal nach dem letzten Kampf weniger Pause gemacht. Sonst gönne ich mir nach Kämpfen länger eine Auszeit – dass ich mal essen kann, was ich will, mal länger wach bin am Wochenende. Diesmal habe ich wirklich nur zwei Wochen Pause gemacht. In der einen Woche habe ich das Kinderzimmer komplett fertig gemacht, in der anderen habe mich ein bisschen erholt – und dann ging es direkt wieder ins Training.

Wie geht es im nächsten Jahr weiter?

Deniz: Dann kommt ein Titelkampf – um welchen Gürtel wissen wir noch nicht hundertprozentig. Aber es wird einer der vier großen Weltverbände sein. Entweder Europameisterschaft oder Interconti/International, das steht schon fest. Ich hätte natürlich gern nach der Geburt meines Sohnes etwas Zeit für meine Familie, aber dann geht’s weiter.

Hochzeit, Baby: Das sind wichtige Stationen, auch im Leben eines Profiboxers. Verändert dich das?

Deniz: Das hat den Killer-Instinkt in mir geweckt. Das haben die Jungs im Gym schon gemerkt beim Sparring. Denn: Ich muss jetzt Menschen ein Leben bieten – so, wie es mir geboten wurde. Ich habe jetzt eine kleine Familie, die ich ernähren muss.

Was ist dein großer Traum?

Deniz: Ganz klar, Weltmeister zu werden und irgendwann das Rheinenergiestadion hier in Köln mit meinen Fans zu füllen. Das ist und bleibt mein großer Traum. Ich glaube, gerade mit mir und Denis Radovan, der auch am 1. Dezember boxt, kann das gelingen. Zwei Kölsche Jungs, einer linksrheinisch, einer rechtsrheinisch, die das große Kölner Stadion füllen – in vier bis fünf Jahren ist es so weit.

Und wer wäre der Traumgegner?

Deniz: Ich boxe gerne jeden, der mich weiter nach vorne bringt. Ich hätte Gegner Jean Pierre Habimana bei der Sauerlandveranstaltung am 15. September eigentlich gar nicht geboxt, aber Team Sauerland wollte gerne mal gucken, wie meine verletzte Hand sich schlägt.

Garip: Jeder, der kommt, muss geschlagen werden. Ganz einfach. Die sollen sich alle hinten anstellen, bis wir oben angekommen sind. Das gleiche denken sich die Gegner übrigens auch (lacht). Deshalb: Wenn wir Weltmeister werden wollen, muss jeder, der kommt, geschlagen werden.

Foto: 

Thomas Schildmann