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Erinnerungen an „Rocky“

Bernd Bönte, Box-Journalist und langjähriger Manager der Klitschko-Brüder, kannte Graciano Rocchigiani (†54) schon seit den 80er Jahren. Für BOXSPORT schrieb er einen ganz persönlichen Nachruf auf die verstorbene Ring-Legende.

von Bernd Bönte

Gracianos Tod hat mich wirklich tief getroffen. Wir hatten lange Zeit einen engen freundschaftlichen Draht, und es war sicherlich kein Zufall, dass wir vor uns vor kurzem nach Jahren wieder getroffen haben.

Ich habe Graciano immer für seine direkte ungeschminkte Art gemocht. Man konnte sich hart an ihm reiben, aber er akzeptierte auch eine konträre Meinung. Nichts hasste er mehr als Schleimerei.

Mein erstes Interview habe ich mit ihm 1988 geführt, damals noch mit einem flauen Bauchgefühl, da eigentlich alle Kollegen mich vor seiner unnahbaren und oft aufbrausenden Art gewarnt hatten. Aber wir fanden gleich eine gemeinsame Ebene, und danach habe ich fast alle seine Fights am Ring mitverfolgt.

Ab Anfang der 90er Jahre leitete ich die Boxsport-Redaktion bei Premiere, später übertrugen wir u.a. Gracianos WM-Kämpfe gegen Chris Eubank und den ersten gegen Dariusz Michalczewski. Für mich ist er in beiden Duellen um den Sieg betrogen worden, und das habe ich damals als TV-Journalist auch so klar ausgedrückt. Bei Michalczewskis folgendem WM-Fight nach diesem geschenkten Sieg holte ich mir, trotz heftiger Proteste von Promoter Klaus-Peter Kohl und Michalczewski, Graciano als Co-Kommentator an den Ring. Er machte seine Sache exzellent.

Nach dem WM-Sieg gegen Michael Nunn und dem nachfolgenden WBC-Skandal konnte ich Graciano als Kronzeuge in New York im Prozess gegen die WBC mit zum Erfolg verhelfen.

Graciano hat seinen festen Platz als einer der Besten in der deutschen Boxgeschichte – Europameister und Weltmeister in zwei Gewichtsklassen. Dass er gegen Nicky Walker 1988 den letzten 15-Runden-WM-Kampf der Boxgeschichte bestritt, passt zu keinem besser. Im Ring hat er immer mit riesigem Herz und Leidenschaft alles gegeben, und die Fans haben ihn dafür geliebt.
Leider hat er das Leben ausserhalb des Rings nicht so gemeistert, wie ich es ihm gewünscht hätte.

Graciano hatte eine sehr raue Schale, aber ich habe ihn auch als weichen, verletzlichen Menschen kennengelernt.

Seine Boxstiefel mit persönlicher Widmung aus dem WM-Kampf gegen Nunn und die Hose aus dem Eubank-Fight erinnern mich an unvergessliche Boxabende. So schräg Graciano manchmal auch drauf war, für mich haben die vielen gemeinsamen Erlebnisse einen besonderen Stellenwert.

Foto: 

privat