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Für Wasserman Boxing war das erste gemeinsame Event mit Probellum am 3. Dezember in Ilsenburg ein voller Erfolg: Alle Boxer des früheren Team Sauerland konnten sich in ihren Fights durchsetzen. Im...

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News

Felix Sturm: Tod oder Gladiolen

Bei der Arbeit: Felix Sturm mit Trainer Fritz Sdunek
Bei der Arbeit: Felix Sturm mit Trainer Fritz Sdunek

Köln - Hinter der Scheibe herrscht hektisches Gewusel. Wenn Roland Bebak aus seinem Büro einen Blick ins benachbarte Gym werfen will, muss er einen Vorhang zur Seite schieben. Den gab es früher nicht. Denn früher trainierte Felix Sturm hier alleine und sein Manager Bebak konnte ihn vom Schreibtisch aus beobachten. Nun dreht der Hausherr in einer Ecke des Gyms seine Runden mit Trainer Fritz Sdunek, in einer anderen gibt Magomed Schaburow seiner ehemaligen Weltmeisterin Susi Kentikian Anweisungen. Auch Magomed Yangubaev sowie Sturms Kumpel Maurice Weber und Patrick Dobroschi bereiten sich in dem Studio in der Kölner Südstadt auf ihre nächsten Kämpfe vor. „Vielleicht trainiere ich das nächste Mal im Ausland“, meint Sturm. „Ich brauche meine Ruhe, ich muss mich stärker herausnehmen.“ Wenn es so weit überhaupt noch kommt. Denn damit es überhaupt weitergeht im Hause Sturm, muss der Chef am 1. Februar in Düsseldorf unbedingt gewinnen.

Schlägt er den Australier Sam Soliman, ist er die Nummer eins der IBF-Weltrangliste und darf wieder um den Weltmeistertitel kämpfen. Kassiert er nach der Pleite am 1. September gegen Solimans Landsmann Daniel Geale die zweite Niederlage in Folge – Sturms ehrgeiziges Projekt vom eigenen Boxstall könnte schon am Ende sein, bevor es überhaupt richtig begonnen hat.

„Ich stehe immer unter Druck, bei jedem Kampf“, wiegelt Sturm ab. Aber Manager Bebak sagt: „Es geht um alles. Felix muss diesen Kampf gewinnen.“ Tod oder Gladiolen – so hätte es der frühere Trainer von Bayern München und heutige Nationalcoach der Niederlande, Louis van Gaal, formuliert.

Schließlich ist Sturm das Aushängeschild seines Boxstalls und somit seines Fernsehpartners Sat.1. Ein WM-Ausscheidungskampf wie jetzt gegen Soliman ist dem Privatsender gerade noch zu verkaufen – Aufbaukämpfe, die Sturm nach einer weiteren Niederlage erst einmal bestreiten müsste, sicher nicht. Undenkbar ist auch, dass Sturm im Rahmenprogramm seiner Boxer, etwa von Susi Kentikian („Sie ist wie eine kleine Schwester für mich“), auftritt.

Zumal die Hamburgerin derzeit auch keinen Weltmeistertitel trägt, den sie live im Programm von Sat.1 verteidigen könnte. Sie wollte am 1. Februar in Düsseldorf eigentlich Revanche nehmen an der Mexikanerin Carina Moreno für die ungerechtfertigte Punktniederlage vom 1. Dezember. Moreno sagte das vom Weltverband WBA angeordnete Rematch allerdings wegen Knieproblemen ab. Nun trifft Kentikian im ISS Dome im Kampf um den Interims-Titel der WBA auf die Russin Anastasia Toktaulova.

Wochenlang quälte sich Ex-Weltmeister Sturm in seinem eigenen Gym. Sdunekwart dieses Mal von Anfang an dabei, vor der Niederlage gegen Geale war der Trainer wegen der Vorbereitung von Vitali Klitschko auf die Titelverteidigung gegen Manuel Charr erst wenige Tage vor dem Kampf zum Team Sturm gestoßen. „Felix ist gut drauf, er wird marschieren“, sagt Sdunek. „Aber das muss er auch. Soliman ist unbequem, ein unangenehmer Gegner. Er schlägt aus allen Richtungen.“

Der 39 Jahre alte Australier hätte seinen Status als Erster der Weltrangliste gegen Sturm eigentlich nicht riskieren müssen. Er hatte seine zweite WM-Chance bereits sicher. Aber kurz vor Ende der Karriere lockte die hohe Börse aus Deutschland. „Er war nicht billig“, bestätigt Bebak.

Weil Sturm im Kampfvertrag mit Geale („Die Niederlage hat mich nicht ansatzweise gebrochen“) keine Rückkampfklausel festgeschrieben hatte, musste der Kölner den Australier einkaufen, um sich gleich wieder eine WM-Chance erarbeiten zu können. Schließlich muss er Sat.1 in diesem Jahr acht Kampfabende liefern. Dafür muss Sturm neben Kentikian weitere Boxer für einen Stall verpflichten. „Es würden viele Leute umkippen, wenn sie wüssten, wer alles bei mir anruft und für uns boxen will“, sagt Sturm. Dazu soll auch der bislang unbesiegte Cruisergewichtler Rakhim Chakhkiev aus der Konkursmasse von Sturms früherem Arbeitgeber Universum gehören.

„Ich werde meinen Stall step by step aufbauen“, sagt Sturm, der einen Tag vor dem Kampf gegen Soliman 34 Jahre alt wird. Er selbst will noch mindestens acht Kämpfe machen. Sturm: „50 Kämpfe will ich machen. Und ich will keinen mehr verlieren. Mit Soliman beginnt das erste Kapitel des letzten Viertels meiner Karriere.“ Sturm kündigt an: „Ich werde bei Sat.1 meine Karriere beenden.“ Damit das Ende nicht früher als geplant kommt, ist Sturm am 1. Februar zum Siegen verdammt.

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