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Francesco Pianeta: Herausforderer mit Herz

Francesco Pianeta
Francesco Pianeta

Mannheim - Im Boxring ist Francesco Pianeta ein Mann fürs Grobe. Im richtigen Leben ist er feinfühlig und hat ein großes Herz. Der 28 Jahre alte Italiener fordert am Samstag in Mannheim den großen Wladimir Klitschko heraus und weiß, dass seine Chancen äußerst gering sind.

Doch eines hat er sicher: die größte Börse seines Lebens. „Es ist deutlich mehr als sonst. Ich bin zufrieden“, verrät der in Cosenza, tief im italienischen Süden geborene und seit 22 Jahren in Gelsenkirchen lebende Athlet. Zwar sind es nur rund zehn Prozent von dem, was Klitschko kassiert, die Summe würde aber immer noch reichen für einen röhrenden Sportwagen, eine Rolex und rauschende Schampusnächte. Aber Pianeta hat Anderes im Sinn.

„Ich möchte spenden“, sagt der 1,93 Meter große Faustkämpfer. Der gläubige Christ fühlt sich dem katholischen Orden der Amigonianer verpflichtet. Dieser kümmert sich um Kinder aus sozial schwachen Schichten der Gesellschaft. „Bei den Amigonianern von Pater Anno bin ich groß geworden. Ich möchte etwas zurückgeben“, erzählt Pianeta. „Und dann möchte ich für die Kirche und eine Moschee spenden. Es kommt von Herzen. Als Christ bin ich mit vielen Moslems groß geworden“, berichtet der ehemalige Juniorenweltmeister. „Es gibt nur einen Gott.“

Kein Typ großer Worte

Damit ist die Verteilung der Börse noch nicht abgeschlossen. „Ich spende auch für eine Krebsstiftung“, sagt Pianeta entschlossen. Er selbst ist der Krankheit entkommen und möchte, dass andere das auch schaffen. 2009 wurde bei ihm Hodenkrebs diagnostiziert. „Es war eine schlimme Zeit, ich hatte starke Schmerzen“, berichtet er. Die Erinnerung an die Reaktion seiner Mutter, als sie von der Krankheit erfuhr, übermannt den Hünen. Erst versagen die Worte, dann fließen die Tränen.

Pianeta mag nicht gern in der Öffentlichkeit über sich und die Welt schwadronieren. „Ich bin nicht der Typ für große Worte“, beteuert der Boxer aus dem Magdeburger SES-Stall. Der Mann aus Kalabrien hat Bodenhaftung. „Wir sind verwöhnt in Deutschland. Wenn man in andere Länder oder nach Afrika guckt, da sieht es anders aus.“ Nicht selten, erzählt er, sehe er Kinder und denke dabei: „So warst du früher auch. Ich möchte, dass die Kinder von der Straße geholt werden. Deshalb spende ich.“

Sein eigener Sohn kann den Kampfabend kaum erwarten. Luciano zählte die Gürtel, die Wladimir Klitschko bei der Pressekonferenz vor sich aufgebaut hatte. „Papa, du kriegst ja fünf Gürtel“, rief der Sechsjährige aufgeregt. Neben den großen Boxverbänden WBO, IBF und WBA besitzt Klitschko auch die Trophäe der unbedeutenden IBO sowie einen Ehrengürtel des amerikanischen Boxmagazins „The Ring“. Die vielleicht erste Niederlage seines Papas in dessen 30. Profikampf ist für Luciano kein Thema.

 

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