Eine Kubanerin beim Box-Training.

Auf Kuba ist das Boxen eine der beliebtesten und erfolgreichsten Sportarten. Frauen durften diese Sportart seit der Revolution vor über 60 Jahren allerdings nicht ausüben. Nun haben Vertreter der...

Der Final-Fight zwischen Lena Büchler (rot) und Sarah Häusler (blau) wurde zum besten Kampf bei den Frauen ausgezeichnet.

Mit der zweiten und letzten Finalveranstaltung am Samstag, dem 3. Dezember, gingen die 99. Deutschen Meisterschaften in Rostock zu Ende. Nachdem am Freitag bereits in neun Gewichtsklassen der...

Tyson Fury trifft Dereck Chisora mit einem Punch.

Tyson Fury (33–0–1, 24 K.o.) hat am Samstagabend vor 60.000 Zuschauern im Tottenham Stadium seinen WBC-Gürtel gegen Dereck Chisora (33–13, 23 K.o.) verteidigt. Der 34-Jährige bezwang seinen...

Europameister Nelvie Tiafack ist voll fokussiert auf Olympia 2024

Nelvie Tiafack hat aufregende Monate hinter sich. Doch bei den Deutschen Meisterschaften der Elite in Rostock, die aktuell laufen, ist der Europameister nicht am Start. Im Interview mit BOXSPORT...

Die Organisatoren (v. links): Francesco Solimeo, Ira Weinz, Ulla Domjan, Katrin Burmann und Dieter Schumann

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News

Graeff erteilt Ex-Championesse Sanchez Box-Lehrstunde

Graeff erteilt Ex-Championesse Sanchez Box-Lehrstunde
Graeff erteilt Ex-Championesse Sanchez Box-Lehrstunde

Bei der Legacy Boxing Series in der historischen Stadthalle in Wuppertal hat die Düsseldorferin Ramona Graeff (4-0, 0 K.o.) Unsagbares geleistet. In ihrem vierten Profikampf fügte sie der Alys Sanchez (17-8-1, 6 K.o.) ihre achte Niederlage zu und hat sich dadurch für ein Gefecht um die Weltmeisterschaft qualifiziert. Dass in dem Fight der vakante „Gold World Female Title“ der World Boxing Association (WBA) ebenfalls zur Disposition stand, war nur Schmuck am Nachthemd.

Sanchez drang nach vorn und hatte ihre Fäuste eng vor das Gesicht gezogen. Ihr Plan, die Düsseldorferin an den Seilen zu stellen, ging nicht auf. Graeff war zu schnell. In einem Mix aus Salsa und Alis legendärer Beinarbeit umkreiste sie die Venezolanerin, um den besten Winkel für ihre beidhändigen Angriffe zu finden. Sanchez‘ Coach war ratlos. Was sollte er seiner Boxerin mit in den Ring geben? Im Vergleich zu Graeffs Leichtfüßigkeit tanzte die Weltmeisterin von 2017 Polka. Darüber hinaus zeigte die junge Deutsche keine Trefferfläche für die wuchtigen Schläge der Südamerikanerin.

Für Sanchez war es ein harter Zehn-Runder, in dem Rechtsauslegerin Graeff ihren unbedingten Siegeswillen laufen ließ. Die Referees werteten mit drei Mal 99:91 deutlich für die Düsseldorferin. Graeffs Kampfname, „Teacher“, war Programm. Sie gab Sanchez Nachhilfeunterricht im Boxen. Nach diesem Triumph ist Graeff die Pflichtherausforderin um den WM-Titel gegen der bei Matchroom unter Vertrag stehenden Koreanerin Hyun Mi Choi.

O-Töne nach dem Kampf

Legacy-Coach Pasquale Ferraro: „Ramona hat alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Sie hat einfach perfekt geboxt.“

Legacy-CEO Karim Akkar: „Ich bin unsagbar stolz auf Ramona. Besser hätte es gar nicht kommen können. Und an Matchroom und Eddie Hearn – wir sind bereit.“

Austin Trout gegen Florin Cardos – Sieg mit Luft nach oben

Einen Tag vor dem „Stay-Busy-Kampf“ gegen Florin Cardos (21-4, 9 K.o.) gab Ex-Weltmeister Austin Trout (35-5-1, 18 K:o.) in einem Interview mit BOXSPORT an, dass er sofort jeden aus der Top Ten der IBF boxen würde, wenn nötig zwei an einem Tag. Dass sollte der in der IBF als Nummer 5 Gelistete und für Legacy startende Halbmittelgewichtler überdenken, denn gegen Florin Cardos zeigte er eine, für sein Niveau, schwache Leistung. Cardos wird Deutschland mit schlechten Erinnerungen verbinden. Bei seinem letzten Aufenthalt, Ende 2018, schlug ihn Timo Schwarzkopf in einem Europameisterschaftskampf schwer k.o. Das passierte ihm in Wuppertal nicht. Gegen den US-Amerikaner verteidigte der vermeintliche Underdog clever und griff respektlos an. Trout kam mit dem Rechtsausleger nicht zurecht. Er entwickelte keine Ideen, um den Rumänen in dem auf acht Runden angesetzten Gefecht gefährlich zu bedrängen. Trouts Punktsieg (79:73, 76:76, 78:74) war gerecht. Allerdings müsste er sich für einen Kampf gegen einen Athleten aus dem oberen Ranking der IBF deutlich steigern. Entsprechend selbstkritisch gab er sich im anschließenden Interview: „Das war nicht meine beste Leistung.“

Scheurich siegt im Debüt

Sarah Scheurich hat einen Schlussstrich unter ihre Amateurlaufbahn gezogen und setzt nun ihre Karriere als Legacy-Profi fort. In ihrem auf vier Runden angesetzten Debüt bezwang sie die Polin Timea Nagy (1-1, 1 K.o.) nach Punkten (39:37, 39:37, 40:36). Das Ergebnis hätte makellos ausfallen können, wäre es ihr gelungen, ihre Anspannung früher abzulegen. In den ersten beiden Durchgängen stand sie zu statisch und ließ sich in unnötige Zweikämpfe verwickeln. Hier war ihr Nagy ebenbürtig. Ab der dritten Runde war die Lockerheit da. Scheurich zeigte gute Fußarbeit, überforderte ihre Kontrahentin mit schnellen Wechseln aus der langen Distanz in die Halbdistanz und kombinierte effektiv zum Kopf.

Timo Rost mit Blitz-K.o.

Boxen ist ein Kampfsport, in dem ordentlich hingelangt wird. Genau das tat Timo Rost gegen Mariusz Biskupski aus Polen (23-49-2, 8 K.o.) und schlug ihn mit einem Körpertreffer nach nur 46 Sekunden KO. Sicherlich hätten sich seine Fans gewünscht, ihren Düsseldorfer Lokalmatadoren (12-1-3, 4 K.o.) etwas länger zu sehen.

Firat Arslan kann es noch immer

Der Ex-Weltmeister der WBA, Firat Arslan (52-9-3, 37 K.o.), gehört mit seinen 51 Jahren zur älteren Gilde der Profiboxer. Dennoch, was der Göppinger gegen den flinken Juan Rodolfo Juarez (20-7, 14 K.o.) zeigte, war bemerkenswert. Durch seine Doppeldeckung gepanzert trieb Arslan den Argentinier seelenruhig vor sich her und haute in der Nahdistanz schwere Haken zu Kopf und Körper. Juarez‘ Konter prallten an Arslans eng zusammenstehenden Fäusten ab. In der zweiten Runde wurde Juarez nach einem derben Schlag auf das Kinn angezählt. 30 Sekunden später quetschte ihn Arslan an den Seilen ein und schlug ihn mit einem Haken k.o.

„Es fühlt sich immer noch gut an“, sagte Arslan im Interview mit Ringsprecher Ingo Rohrbach, „Ich möchte noch einen großen Kampf. Wenn er kommt, gut. Wenn nicht, ist es auch ok. Ich habe meinen Traum gelebt.“

Alle Ergebnisse:

Halbmittel: Austin Trout, USA, Pts (79:73, 76:76, 78:74) über Florin Cardos, ROU
Superfeder: Ramona Graeff, Düsseldorf, Pts (99:91, 99:91, 99:91) über Alys Sanchez, VEN
Supermittel: Timo Rost, Düsseldorf, K.o. Rd. 1 nach 0:46 min Mariusz Biskupski, POL
Supermittel: Uwel Hernandez, München, Pts (98:92, 97:95, 97:94) über Kamer Maloku, KOS
Lecicht: Jaouad Belmehdi, FRA, Pts (78:73, 77:74, 78:75) über James Chereji, ROU
Schwer: Agron Smakici, HRV, K.o. Rd. 1 nach 2:44 min über Fernando Rodrigo Simoes de Almeida, BRA
Cruiser: Firat Arslan, Göppingen, T.K.o. Rd. 2 nach 2:32 min über Juan Rodolfo Juarez, ARG
Supermittel: Sarah Scheurich, Schwerin, Pts (39:37, 39:37, 40:36) über Timea Nagy, HUN
Leicht: Franklyn Dwomoh, DEU Pts (40:35, 40:35, 40:34) über Giorgi Gachechiladze, GEO
Halbwelter: Sarah Weidmann, DEU,  Pts (60:54, 60:54, 60:55) über Karina Szmalenberg, POL
Leicht: Natalie Zimmermann, DEU Pts (60:54, 60:54, 60:54) über Bojana Libiszewska, POL

Text: Wolfgang Wycisk

Foto: 

Torsten Helmke