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News

Die größten deutschen Boxer aller Zeiten – Platz 3

Graciano Rocchigiani gehörte zu den wichtigsten Fightern des deutschen Box-Booms in den 90ern
Graciano Rocchigiani gehörte zu den wichtigsten Fightern des deutschen Box-Booms in den 90ern

Im aktuellen Heft hat BOXSPORT die Top 30 der größten deutschen Boxer erstellt. Das Ranking basierte nicht rein auf dem sportlichen Erfolg, sondern auf einer Vielzahl von Faktoren: Wie oft wurde ein Titel verteidigt? Wie viele verschiedene und in welchen unterschiedlichen Limits wurden Titel gewonnen? Weiterhin haben wir die Dominanz der Boxer berücksichtigt: Wie lange prägten sie eine Ära und wie dominant waren sie dabei? Welche Gegner wurden besiegt und wie ist das Sieg-Niederlagen-Verhältnis in ihrem Kampfrekord? Auch der Box-Stil der einzelnen Fighter floss in die Bewertung ein: Auf welche Weise gewann der Boxer seine Kämpfe? Brachte er gar einen neuen Stil in den Ring? War er eher ein Knockouter, ein überlegener Stratege oder ein Fighter mit großem Herz? Und zuletzt spielte auch die Popularität eine mitentscheidende Rolle: Wer waren die Publikumslieblinge, und wer begeisterte die Massen auch abseits des Rings?

Platz 3:

Graciano Rocchigiani († 54)
Kampfrekord: 41-6-1 (19 K.o.)
In seinen größten Kämpfen in den 90ern wurde Graciano Rocchigiani in den Medien gerne als der Gegenspieler des strahlenden Helden dargestellt, spaltete als „Bad Boy“ wie kein Zweiter. Aber auch kein anderer deutscher Boxer liefert dem Boulevard so viele Schlagzeilen: Knast, Suff und Schulden sorgen immer wieder für Abstürze bei „Rocky“. Doch sein Können im Ring und seine Popularität sind unbestritten. Als dritter deutscher Weltmeister schreibt er 1988 mit seinem WM-Sieg im Supermittel gegen Vincent Boulware Geschichte. In den Folgejahren muss er kontroverse Niederlagen verkraften, verliert gegen Chris Eubank und im ersten Duell gegen Henry Maske sehr umstritten. Nicht weniger hitzig sind die Diskussionen nach Rockys Disqualifikation gegen Dariusz Michalczewski 1996. Doch auch wenn „Graze“ einige Male im Ring verschaukelt wird, imponiert er den Fans, indem er nach bitteren Niederlagen immer wieder aufsteht. 1998 belohnt sich der Berliner dafür und krönt sich mit einem Sieg über Michael Nunn zum WBC-Champ im Halbschwer. Wie eine Achterbahnfahrt verläuft Rockys Leben auch nach der Karriere, ehe er am 1. Oktober 2018 in Italien bei einem Unfall von einem Auto tödlich verletzt wird.

Text: Benjamin Stroka & Frank Schwantes

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Die komplette Top 30 gibt es in Ausgabe 11-12/20

Foto: 

imago images / Contrast