Tyson Fury lässt seine Muskeln spielen

Nach tagelangem Tauziehen ist nun klar, dass es nicht zum „Battle of Britain“ kommen wird. Tyson Fury (32–0–1, 23 K.o.) erklärte die Vertragsverhandlungen für einen Kampf mit Anthony Joshua (24–3...

Wegerich übergibt Halmich das Original-Hall of Fame-Bild ihres Aufnahmejahrganges

Am 22. September 2022 fand die exklusive Vernissage „Boxen in der Kunst“ in den Räumlichkeiten des Airport Club Frankfurt statt. Regina Halmich (45–1, 16 K.o.), eine der erfolgreichsten Boxerinnen...

Tyson Fury will Anthony Joshua im Ring gegenüber stehen

Die britischen Schwergewichtsboxer Tyson Fury (32–0–1, 23 K.o.) und Anthony Joshua (24–3, 22 K.o.) sollen sich am 3. Dezember im Boxring gegenüber stehen. Joshua, der zuletzt gegen Oleksandr Usyk...

Mayweather will Rematch gegen McGregor

Box-Ikone Floyd Mayweather (50-0, 27 K.o.) bessert die Haushaltskasse in der Box-Rente mit Schaukämpfen auf. Nach seinem Match gegen Logan Paul wollte er erst damit aufhören (...

Gervonta Davis muss vor Gericht

Zuletzt bestrafte Gervonta Davis (27-0, 25 K.o.) seinen Rivalen Rolando Romero (14-1, 12 K.o.) für dessen große Klappe, als er „Rolly“ in der sechsten Runde stoppte (...

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News

Gualtieri, Matevosyan und Schicke siegen bei Fight Night Wuppertal

Gualtieri, Matevosyan und Schicke siegen bei Fight Night Wuppertal
Gualtieri, Matevosyan und Schicke siegen bei Fight Night Wuppertal

Nach der Corona-bedingten Absage von vor drei Jahren löste AGON-CEO Ingo Volckmann sein Versprechen ein, das Event nachzuholen, und veranstaltete die „Wuppertal Fight Night“ mit acht Kämpfen, davon drei Titelkämpfen.

Den Boxfans, unter ihnen auch „Tatort“-Kommissar Martin Brombach, bleiben Wuppertal und die Veranstaltung als die Nacht, in der es kracht in Erinnerung, denn Wuppertal ist die Heimat von Vincenzo Gualtieri, (20-0-1, 7 K.o.) der hier als Amateur des ASV seinen letzten Kampf bestritt. Das ist jetzt 13 Jahre her. Trotzdem haben die Wuppertaler ihn nicht vergessen. Schon beim offiziellen Wiegen waren sie aus dem Häuschen. Mit einem ohrenbetäubenden „Cenzo, Cenzo“ skandierten sie den Moderator an die Wand. Und der hat eine kräftige Stimme. Obendrein war er mit einem Mikrofon bewaffnet.

IBF-Intercontinental im Mittelgewicht Vincenzo Gualtieri, Wuppertal, Punktsieger über Vincenzo Bivelacqua, Rom

Beim Wiegen blieb die Skala bei AGON-Mittelgewichtler Vincenzo Gualtieri bei 72,4 kg stehen. Bis aufs Gramm zeigte sie das gleiche Gewicht an, wie beim Challenger Vincenzo Bevilacqu (18-2, 0 K.o.), der aus Rom anreiste, um Gualtieri um seine IBF-Intercontinental-Krone zu erleichtern.
Doch daraus wurde nichts. Gualtieri baute sich lauernd vor ihm auf und schob aus der Distanz seine Jabs durch Bivelacquas etwas zu weit auseinanderstehenden Doppeldeckung. Der Römer konnte auch die wuchtigen Haken nicht parieren. An seinem schmerzverzerrten Gesicht sah man, dass er versuchte, durch das Anspannen der Bauchmuskulatur die Schlagwirkung zu mindern.
Ganz klar, Bivelacqua befand sich auf der Verliererstraße und verpasste jede Ausfahrt, denn Gualtieri pendelte mit hängender Deckung aufreizend lässig alle Schläge des Römers aus. Das Urteil stellte die Jury vor keine Probleme. Referee Robert Hoyle gab den einstimmigen Sieg an den alten und neuen Interconti-Champ Vincenzo Gualtieri!

Schwer: Alexander Müller vom Berge, Berlin, Punktsieg (59:54 59:54 59:54) über Alfonso Damiani, Rom

Fünfter Kampf, fünfter Sieg: Alexander Müller vom Berges (5-0, 3 K.o.) Performance steigt weiter. „The White Lion“ war ab Runde zwei im Kampfmodus. Coach Franquis Aldama und Jack Culcay müssen an seiner häufig kritisierten Deckung gearbeitet haben, denn die Konter und Angriffe des Italieners Alfonso Damiani (5-2, 2 K.o.) mied er gut. Die Mehrzahl der Schläge prallte an seinen stabilen Armen ab. Was dann noch durchkam, blieb wirkungslos. Im Angriff fintierte der Berliner und streute knackige Führhandschläge in seine Serien ein. Eine dieser Führhände brach das Gleichgewicht des Italieners. Er viel zu Boden und wurde angezählt. Müller vom Berge boxte besonnen weiter, ließ die Brechstange stecken, die er gewöhnlich in solchen Situationen herausholt.
Der einstimmige Punktsieg war ihm nicht zu nehmen. Spielertrainer Jack Culcay war nach dem Kampf zufrieden mit seinem Löwen: „Wenn Alexander diese Leistung konservieren kann, dann wird AGON noch viel Freude an ihm haben,“ so Culcay.

Mittel: Thomas Piccirillo, Köln, Draw (76:76 76:77 76:76) gegen Mateo Veron, Buenos Aires

Der baumlange Argentinier Mateo Veron (29-29-4, 8 K.o.) war kein „Stay Busy“-Gegner, sondern ein ernst zu nehmender Opponent für Thomas Piccirillo. (10-0-4, 4 K.o.) Piccirillo ist in Vorbereitung für einen europäischen Titelkampf. Dafür sind Ringpraxis und Kämpfe gegen ebenbürtige Gegner wichtig. Trotz seines Negativrekords war Veron die schwere Nuss, die Piccirillo nicht knacken konnte. Der Argentinier boxte clever aus der Distanz und sog den AGON-Mittelgewichtler wie ein Staubsauger in einen Klammergriff. Aus der langen Distanz punktete Veron genauso häufig wie Piccirillo. Das Gefecht endete unentschieden, ein Ergebnis, über das der Kölner enttäuscht sein wird.

Welter: Nathanael Lukoki, Erftstadt, Punktsieg (60:54 60:54 60:54) über Luca Maccaroni, Italien

Es war sein sechster Kampf und sein zweiter für das AGON-Team. Erneut bestätigte Nathanael Lukoki (6-0, 2 K.o.) das Vertrauen, dass Ingo Volckmann in ihn setzt, denn er besiegte in einem Sechsrunder den Rechtsausleger Luca Maccaroni (17-10-4, 5 K.o.) einstimmig nach Punkten. Siegentscheidend waren die bravourösen langen Geraden, mit der der hochgeschossene Lukoki den Italiener bombardierte. Der fand keinen Weg, die Distanz zu überbrücken, denn der Erftstädter schoss auf ihn wie auf einen laufenden Keiler an der Kirmesbude. Am Ende feierte der „Son of God“, so Lukokis Kampfname, einen einstimmigen Punktsieg. Aber auch der Italiener war glücklich. Immerhin hat er das Gefecht, aufrecht überstanden. Eine weitere gute Nachricht erreichte Lukoki aus Chemnitz. Sein kleiner Bruder Metouchela gewann bei der U22 deutschen Meisterschaft die Silbermedaille.

Supermittel: Jose Luis Navarro Gomez, Madrid, TKO Rd. 2 (2:36 min) über Dimitar Tilev, Bielefeld

Damit hatte keiner gerechnet, am wenigsten der Deutsche Meister des BDB, Dimitar Tilev (15-1, 8 K.o.). Seinen würdigen Einstand in das AGON-Team verpasste er, denn das Gefecht gegen den Madrilenen Jose Luis Navarro Gomez (6-0, 6 K.o.) war in der zweiten Runde vorbei. Tilev übersah Navarros „Allerweltskopfhaken“ und ging schwer gezeichnet zu Boden. Er wollte das Gefecht wieder aufnehmen, aber Coach Franquis Aldama gab wegen Verletzung am rechten Auge auf.

Schwer: Granit Shala, Landshut, Punktsieg (80:72 80:72 80:72) über Kevin Espindola, Buenos Aires

121,7 kg gegen 120,5 kg oder Kevin Espindola (7-6, 2 K.o.) aus Buenos Aires gegen den Landshuter Granit Shala (12-0, 3 K.o.). Die beiden waren die Protagonisten im zweiten Schwergewichtskampf. „The Rock“, anders kann man den Landshuter nicht nennen, dominierte den Kampf von der ersten Sekunde bis zum Schlussgong. Shala boxte ruhig nach vorn, brachte seine vernichtende Schlaghand in Stellung und zog ab. Der Argentinier hielt sich bis zum Schlussgong auf den Beinen, obwohl Shala seine Schlaghärte ins Unermessliche steigerte. Man muss Kevin Espindola für seine exzellenten Nehmerqualitäten ein Kompliment aussprechen, denn Shalas Treffer schmerzten sicherlich vernichtend. Trotzdem boxte er weiter. Viele andere hätten längst aufgegeben.

IBF-Intercontinental Halbmittel Haro Matevosyan, Berlin, Punktsieg (116:112 118:110 118:110) über Jhony Navarrete, Mexico City

Es war das vielbemühte Boxen aus dem Lehrbuch, dass AGONs Haro Matevosyan (16-0, 9 K.o.) gegen den zähen Mexikaner Navarrete (35-18, 15 K.o.) bei seiner IBF Interconti-Titelverteidigung zeigte. Matevosyan ist unter der Führung von Coach Franquis Aldama zu einem Spitzenboxer gereift. Die Deckungsarbeit des Rechtsauslegers war vorbildlich. Er diktierte Kampf und Tempo. Letzteres war etwas zu langsam, um den ausgebufften Mexikaner in Bedrängnis zu bringen. Diesmal fehlte es Matevosyan an dem Spielwitz, mit dem er noch gegen Stefano Castellucci oder Damiano Falcinelli glänzte. Matevosyan gewann klar, weil er abgeklärter boxte und härter arbeitete als der Mexikaner.

EBU-EU-Meisterschaft Mittel Björn Schicke, Berlin, Punktsieg (115:112 115:112 115:112) über Marten Arsumanjan, Stein

What a Fight! Technisch erstklassig, in der Umsetzung brutal. Björn Schicke (20-1-1, 10 K.o.) wollte das wiederhaben, was ihm Marten Arsumanjam (12-2-2, 6 K.o.) im Juni 2020 abnahm. Es war kein Boxkampf, es war ein gnadenloser Angriffskrieg, der zwischen ihnen tobte und früh seine Spuren hinterließ. Schicke blutete aus Mund und Augenbraue, bei Arsumanjam klaffte am Hinterkopf ein tiefer Cut. In diesem Gefecht gab es keine Taktik, keine Strategie, es gab nur Arsumanjam und Schicke, die mit aller Härte aufeinander eindroschen. In der fünften Runde sah es so aus, als ob Schicke vorzeitig siegen könnte, denn nach einer heftigen Schlaghand musste Arsumanjam runter. Doch der überstand diese Krise und biss sich zurück in das Gefecht. Es ging hin und her: Schicke feuerte mit beiden Fäusten, Arsumanjan antwortete mit heftigem Schlaghagel. Die Halle tobte nicht, sie überschlug sich. Nach den Schlussgong war die Jury gefordert. Alle drei Punktrichter werteten 115:112 für Schicke. Mit dem Score hätte der Berliner auch ohne den Niederschlag gewonnen. Trotz der Härte im Ring, Arsumanjam war der erste, der sportlich und fair Schicke zum rückeroberten Titel gratulierte.

Fazit: Es war einer der geilsten Kämpfe, die in Deutschland veranstaltet wurden. Dritte Auflage? Wir bitten darum!

O-Töne nach der Veranstaltung

„Tatort“-Kommissar Martin Brambach: Eine großartige Veranstaltung. Leidenschaftliche Kämpfe und ein total tolles Publikum. Gut, dass es so etwas für Wuppertal gibt.

Deryl Peoples, Präsident der International Boxing Federation IBF: Der Fight zwischen Björn Schicke und Marten Arsumanjan war fantastisch! Es war der Kampf des Abends. Hoffentlich haben viele auf Bild+ zugeschaut.

Ringrichter-Legende Robert Hoyle: Das war ein erstklassiges Matchup. Für solche Veranstaltungen komme ich sehr gerne wieder.

AGON-CEO Ingo Volckmann: Ich kann kaum sprechen. Björns Kampf hat mich meine Stimme gekostet. Nur so viel, ich bin tief beeindruckt und stolz auf das gesamte Team.

Dr. Peter Strickrodt, Team-Manager AGON: Es war ein großartiger Abend. AGON wurde nicht nur als erfolgreichster Boxstall um die Ausrichtung von IBF-Intercontinental-Kämpfen höchstpersönlich durch Daryl Peoples ausgezeichnet, sondern stellte wieder unter Beweis, der aktivste deutsche Boxstall zu sein. In nur vier Jahren ist es dem Team gelungen, sechs Athleten in der Top Ten der Weltrangliste zu platzieren. Mit Jack Culcay und William Scull stehen zwei Boxer unmittelbar vor einer WM. Björn Schicke ist zurück, Haro Matevosyan boxt sich Step by Step an die Weltspitze und Vincenzo Gualtieri konnte in seiner Heimatstadt allen zeigen, dass er auf der Rechnung aller Titelträger im Mittelgewicht stehen sollte. Scouting, Matchmaking, Trainingskonzeption, Teambetreuung und sozialer Zusammenhalt machen AGON einmalig und unvergleichbar. Mit dem neuen Standort auf Mallorca kommen neue Impulse ins Berliner Unternehmen um Ingo Volckmann. Permanente Entwicklung und niemals Stillstand sind die Schlüssel zum Erfolg!

Text: Pressemitteilung

Foto: 

Torsten Helmke