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Legendäre „Eisenfaust“: Vitali Klitschko wird 50

Legendäre „Eisenfaust“: Vitali Klitschko wird 50
Legendäre „Eisenfaust“: Vitali Klitschko wird 50

Zusammen mit seinem Bruder Wladimir beherrschte Vitali Klitschko eine Ära des Schwergewichts – beide Brüder hielten zwischenzeitlich alle Titel in der Königsklasse. Heute wird „Dr. Eisenfaust“, der ältere der beiden, 50 Jahre alt.

Vitali Klitschko wurde am 19. Juli 1971 in Belowodsk in der damaligen Sowjetunion geboren, als Sohn des Luftwaffen-Offiziers Wladimir Rodionowitsch Klitschko und Grundschullehrerin Nadeschda Uljanowna Klitschko. Der Erstgeborene interessierte sich früh für Sport und feierte erste Erfolge im Kickboxen, wo sechs Mal Weltmeister wurde: Zwei Mal bei den Amateuren, vier Mal bei den Profis.

1992 wechselte er zum Boxen, feierte in 195 Amateurkämpfen 180 Siege. 1996 wechselte er ins Profilager, gab am 16. November sein Profidebüt in der Wandsbeker Sporthaller, bei dem er den Amerikaner Tony Bradham in der zweiten Runde ausknockte. 1998 wurde er mit einem T.K.o. in der Zweiten Europameister gegen Mario Schiesser. Er verteidigte den Titel zwei Mal erfolgreich, ehe er 1999 seinen ersten WM-Gürtel gewann: Er entthronte WBO-Champ Herbie Hide durch K.o. in der zweiten Runde.

Nach zwei erfolgreichen Titelverteidigungen musste Klitschko die erste Niederlage seiner Karriere einstecken, als er am 1. April 2004 verletzungsbedingt gegen Chris Byrd aufgeben musste. In seinen nächsten Fights erstritt „Dr. Eisenfaust“ erneut den Titel als Europameister, außerdem boxte er sich in den Rankings der WBA zur nächsten Titelchance und seinem wohl bekanntesten Fight seiner Karriere durch: Dem WM-Kampf gegen Lennox Lewis am 21. Juni 2003. In dieser monumentalen Ringschlacht lag Vitali auf den Zetteln der Punktrichter vorn, doch erneut machte ihm eine Verletzung bei der zweiten und letzten Niederlage seiner Karriere einen Strich durch die Rechnung: Wegen eines Cuts am Auge Klitschkos brach der Ringrichter Lou Moret den Kampf auf Empfehlung des Ringarztes nach der Sechsten ab. Das Publikum buhte über den Abbruch und feierte Klitschko. Erst sollte es ein Rematch gegen den Lennox Lewis geben, doch dann zog der „Lion“ sich in den Box-Ruhestand zurück.

Schon im übernächsten Fight war der nächste WM-Titel fällig, als Vitali den WBC-Champ Corrie Sanders am 24. April 2004 besiegte, der zuvor überraschend seinen Bruder Wladimir entthront hatte. Nach einer erfolgreichen Titelverteidigung musste „Dr. Eisenfaust“ jedoch eine vierjährige, verletzungsbedingte Pause einlegen. 2008 dann das glorreiche Comeback, bei dem er sich den WBC-Gürtel gegen Samuel Peter zurückholte und bis zu seinem Karriereende neun Mal erfolgreich verteidigte, gegen Fighter wie Shannon Briggs, Dereck Chisora und Mahmoud Charr. Seinen letzten Profikampf boxte Vitali 2012, ein Jahr später ging er offiziell in den Box-Ruhestand. Seine Bilanz: 47 Kämpfe, 45 Siege, 41 davon durch K.o.

Neben und nach seiner Box-Karriere trug Vitali Klitschko politische Kämpfe aus: 2010 gründete er die Partei UDAR (Ukrainische Demokratische Allianz für Reformen), deren Name übersetzt auch „Fausthieb“ bedeuten kann. Er spielte eine prägende Rolle bei den Majdan-Protesten gegen das herrschende Regime in der Ukraine in den Jahren 2013 und 2014. Nach dem Sturz von Wiktor Janukowytsch warf Klitschko seinen Hut für die Präsidentenwahl in den Ring, zog die Kandidatur aber wieder zurück, um Petro Poroschenko zu unterstützen. 2014 wurde er zum Bürgermeister von Kiew gewählt und hat das Amt bis heute inne.

Klitschko ist seit 1996 mit seiner Frau Natalia verheiratet und hat mit ihr drei Kinder. Heute wird der Fighter im und außerhalb des Rings 50 Jahre alt.

Text: Nils Bothmann

Foto: 

IMAGO / Ukrinform