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Mega-Chance für Agit Kabayel

Mega-Chance für Agit Kabayel
Mega-Chance für Agit Kabayel

Ursprünglich sollte Tyson Fury als nächstes zum dritten Mal gegen Deontay Wilder kämpfen. Doch dann verkündete Fury-Promoter Bob Arum, dass man nach einem neuen Gegner suche. Und die deutsche Schwergewichtshoffnung Agit Kabayel steht ganz oben auf der Liste.

Eigentlich war die Tanzkarte von WBC-Weltmeister Tyson Fury (30-0-1, 21 K.o.) für die nächsten Monate voll. Erst sollte Ende des Jahres der vertraglich gesicherte dritte Fight zwischen ihm und dem vorigen Titelträger Deontay Wilder (42-1-1, 41 K.o.) stattfinden, danach sollte es Anfang 2021 zum heiß erwarteten Showdown zwischen Fury und Dreifach-Champ Anthony Joshua (23-1, 21 K.o.) kommen. Sollten beide ihre Titel bis dahin behalten, wäre der Sieger dieses Matches der neue Undisputed Champ im Schwergewicht. Der Vertrag enthält außerdem noch eine Rückkampfklausel, womit ein „Grudge Match“ zwischen strahlendem Sieger und hungrigem Verlierer des ersten Fights noch einmal für Aufsehen sorgen soll. Doch nun könnte alles anders kommen.

Das Finale der Ringtrilogie zwischen Fury und dem „Bronze Bomber“ wurde wegen einer Bizeps-OP Wilders und der Corona-Pandemie immer weiter nach hinten verschoben. Da der Fight ein garantierter Zuschauermagnet ist, suchten die Promoter Top Rank und PBC sowie die TV-Sender ESPN und FOX Sports nach dem bestmöglichen Termin, wurden sich aber nicht einig. Zuletzt war der 19. Dezember im Gespräch, doch da kniff ESPN, da der Sender nicht mit den zeitgleich stattfindenden College-Football-Matches konkurrieren wollte. Eine erneute Verschiebung in den Januar 2021 wurde diskutiert, doch Fury stellte klar: Er will noch im Dezember kämpfen. Während Wilder auf den Fight mit dem „Gypsy King“ besteht, erklären der WBC-Champ und sein Promoter Bob Arum die Forderung für hinfällig: Die entsprechenden Fristen seien abgelaufen, die Rematch-Klausel hinfällig. „Rechtlich können sie nichts machen“, sagte Arum zu „boxingscene.com“. Er machte das Wilder-Camp dafür verantwortlich. „Werden sie sich beschweren? Sicher. Man muss verstehen, dass es ein gewisses Zeitfenster für den Rückkampf gab. Ein sehr kleines Zeitfenster, mögen manche sagen, aber es wurde von beiden Seiten vereinbart. Wenn ich mich recht entsinne, dachten sie, sie würden gewinnen, weshalb sie ein möglichst kleines Zeitfenster wollten, um den dritten Kampf loswerden zu können. Wir haben nicht danach gefragt, weil wir nicht wussten, dass wir als Sieger aus dem Ring gehen würden.“

Sein Schützling soll am 5. Dezember in London bei einem „Homecoming“ wieder in den Ring steigen und benötigt nun einen Gegner. Als mögliche Namen genannt wurden, durfte die deutsche Box-Landschaft aufhorchen, denn auch Agit Kabayel (20-0, 13 K.o.) war unter den Kandidaten. Der bisher ungeschlagene Box-Profi hatte schon Anfang des Jahres in den USA boxen sollen und für diese Chance sogar seinen Titel als Europameister niedergelegt, den er zuletzt am 2. März 2019 erfolgreich gegen Andriy Rudenko verteidigt hatte. Im September 2019 unterschrieb der Bochumer einen Co-Promotion-Deal bei Top Rank, in deren Diensten auch Fury steht. Probleme mit seinem Visum machten dem Fighter aus dem Madgeburger SES-Boxstall jedoch einen Strich durch die Rechnung, weshalb er zuletzt wieder hierzulande antrat und am 18. Juli den in Frankfurt lebenden Griechen Evgenios Lazaridis einstimmig nach Punkten bezwang.

Zuletzt war neben Kabayel noch der Franzose Carlos Takam (39-5-1, 28 K.o.) im Rennen (BOXSPORT berichtete). Doch der deutsche Schwergewichtler erhielt den Vorzug – sofern er innerhalb von 24 Stunden auf das Angebot eingeht, wie Furys Co-Promoter Frank Warren erklärte. Gegenüber „Talk Sport“ sagte er: „Wir geben dem Typen, gegen den wir kämpfen wollen, jetzt 24 Stunden, um dem Vertrag zu unterschreiben, oder wir gehen zum nächsten. Er ist unbesiegt und hat in seiner Bilanz einen Sieg über Dereck Chisora. Er war Europameister und er wird vom WBC gelistet.“ Sollte der Deal nicht zustande kommen, wäre Takam am Zug.

Kabayel hat auf jeden Fall eine gute Vorstellung davon, was ihn bei dem „Gypsy King“ erwartet. Zum einen hat er mit dem WBC-Weltmeister gesparrt, zum anderen kommentierte er auch den zweiten Kampf zwischen Fury und Wilder im Februar dieses Jahres für DAZN. Während die Buchmacher damals auf den amerikanischer Titelträger setzten, tippte Kabayel von Anfang an auf den britischen Herausforderer. In einem BOXSPORT-Interview im März (damals sollte Kabayel noch gegen Mariusz Wach kämpfen) schätzte der gebürtige Leverkusener den Gypsy King folgendermaßen ein: „Wenn seine mentale Stärke da ist, dann ist er ein Fury, mit dem man Krieg führen muss. Wir haben da jemanden, der boxen kann, für seine Größe sehr beweglich ist und dazu noch hart schlagen kann.“ Seine damalige, mit einem Lachen vorgetragene Einschätzung: „Wenn er der Fury ist, den wir beim zweiten Wilder-Kampf gesehen haben, schlägt ihn im Schwergewicht meiner Meinung nach momentan keiner. Der einzige, der ihm vielleicht Probleme macht, bin ich.“ Gut möglich, dass aus diesem Scherz bald Ernst wird und Kabayel sich dann mit dem Boxer messen darf, den nicht nur er, sondern auch viele andere Experten für den besten derzeit aktiven Schwergewichtler halten.

Text: Nils Bothmann

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