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Meisterleistung: Inoue stoppt Donaire in zwei Runden

Meisterleistung: Inoue stoppt Donaire in zwei Runden
Meisterleistung: Inoue stoppt Donaire in zwei Runden

Im Finale der World Boxing Super Series hatten Naoya Inoue (23-0, 20 K.o.) und Nonito Donaire (42-7, 28 K.o.) schon gegeneinander geboxt und sich den „Fight of the Year“ 2019 geliefert. Superstar Inoue gewann nach Punkten, war von dem harten Puncher Donaire aber effektiv getroffen worden und musste Teile des Kampfes mit einer gebrochenen Augenhöhle bestreiten. Deshalb versetzte es die Box-Welt in Ekstase, als vermeldet wurde, dass sich die Bantamgewichtler zu einem Rematch treffen würden (BOXSPORT berichtete).

WBC-Weltmeister Donaire reiste wieder in die Höhle des Löwen und stellte sich dem japanischen WBA-Super- und IBF-Weltmeister in der Super Arena in Saitama, wo die beiden schon im November 2019 kämpften. Obwohl die beiden als derzeit beste Boxer in ihrem Limit gelten, verlief das Rematch deutlich einseitiger als ihr erster Kampf. Inoue trat mit einem meisterlichen Matchplan an, dessen Ergebnis man kurz vor Ende der ersten Runde sah: Bis dahin hatte „Monster“ immer nur mit der Führhand geboxt, weshalb sich Donaire zu sehr auf die Linke seines Kontrahenten konzentrierte. Als sich eine Lücke in der Deckung des „Filipino Flash“ auftat, schickte Inoue den 39-Jährigen mit einer kurzen Rechten in den Ringstaub. Donaire kam hoch, doch die Effekte des Schlages zeigten sich in der Zweiten, als der in Las Vegas beheimatete Boxer weniger effektive Deckung zeigte und weitere wuchtige Treffer kassierte. Donaire erwies sich als Krieger, ging nach einem extrem harten Schlag nicht zu Boden, sondern blieb taumelnd auf den Beinen, doch zögerte das Ende des Kampfes damit nur kurzzeitig hinaus. Als Inoue ihn kurz darauf in der Ringecke stellte und erneut zu Boden schickte, brach Ringrichter Michael Griffin das Duell ab.

Als Donaire auf seinem YouTube-Kanal einen Livestream aus der Kabine nach dem Kampf sendete, zeigte er sich einverstanden mit der Entscheidung: „Ich bin froh, dass der Ringrichter den Kampf abgebrochen hat, denn ich höre nie auf zu boxen, kämpfe immer weiter, so bin ich halt.“ Der zukünftige Hall-of-Famer, der nur zwei Mal in seiner Karriere vorzeitig verlor, erklärte, dass der Knockdown gegen Ende der Ersten kampfentscheidend war. „Das war der härteste Schlag, mit dem ich je getroffen wurde“, sagte der „Filipino Flash“ bestimmt. „Ich wusste nicht einmal, was passiert war. Ich versuchte zu kontern, auf einmal war ich auf dem Boden und wurde angezählt. Ich dachte: ‚Was ist los? Wollt ihr mich veralbern?‘ Und dann schaute ich zu meiner Ecke, wo Rachel (Donaires Frau, Managerin und Trainerin; d. Red.) sagte: ‚Nimm die Hände hoch oder er zählt dich aus.‘ Und ich dachte: ‚Oh shit, ich wurde niedergeschlagen.‘“ Inoue sei einfach der bessere Mann mit dem besseren Schlachtplan gewesen.

„Monster“ will nun Undisputed Champ im Limit werden, bevor er eine Gewichtsklasse aufsteigt, wie er im Post-Fight-Interview betonte. Dazu fehlt ihm nur noch der WBO-Gürtel, den Paul Butler (34-2, 15 K.o.) hat. Der Brite bekam den Gürtel allerdings am grünen Tisch zugesprochen, nachdem John Riel Casimero (31-4, 21 K.o.) den Titel wegen wiederholtem Fehlverhalten aberkannt bekam. Für den Rang des unumstrittenen Weltmeisters benötigt Inoue das gute Stück zwar, aber die härteste Prüfung auf dem Weg dorthin hat er mit seinem Fabelsieg über Donaire bereits bewältigt. „Ohne Nonito hätte ich es nicht schaffen können. Nach unserem erstem Kampf gewann er den WBC-Gürtel und kehrte für dieses tolle Rematch zurück. Danke, Nonito“, richtete er sich nach dem Fight an seinen Rivalen, zu dem er ein Verhältnis hat, das von Freundschaft und gegenseitigem Respekt geprägt ist.

Text: Nils Bothmann

Foto: 

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