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Murat verliert nach Ringschlacht – Formella siegt souverän

Die Halbschwergewichtler Karo Murat (32-4-1, 21 K.o.) und Sven Fornling (15-1, 7 K.o.) lieferten sich beim Dinner-Boxen „Night of the Champions“ von EC Boxpromotion in Hamburg einen der besten Kämpfe des Jahres auf deutschem Boden.

Im Hauptkampf der Fight Night stand Lokalmatador Sebastian Formella, doch die Show stahlen zuvor bereits Murat (35) und Fornling (30) mit einer wahren Ringschlacht.

Das Duell der beiden Stallkollegen um den IBO-Gürtel im Halbschwer begann bereits spektakulär. Vor den prominenten Augen von Til Schweiger, Mike Krüger und Trainer-Legende Ulli Wegner musste Titelträger Murat schon in der ersten Runde nach einer sauberen Rechten auf die Bretter. Doch der Ringveteran kam schnell zurück und deckte Fornling seinerseits im zweiten Durchgang mit harten Händen ein.

In den Folgerunden bestimmte vor allem der schwedische Herausforderer das Tempo und gewann einen Großteil der Runden, die zumeist mit offenem Visier geführt wurden. Fornling profitierte dabei von seinem scharf gestochenen Jab und seiner besseren Beinarbeit. Dennoch blieb Murat durchgehend gefährlich, auch wenn ihm zwischendurch wegen wiederholten Nachschlagens ein Punkt abgezogen wurde.

In der Schlussphase bekam Murat plötzlich wieder Oberwasser. In der elften setzte er seinen Kontrahenten stark unter Druck und es sah so aus, als könne er den Fight doch noch drehen. Im Schlussdurchgang schickte er Fornling sogar noch zu Boden und brachte ihn an den Rand der K.o.-Niederlage.

Doch Fornling biss sich durch, kam in den letzten Sekunden sogar selbst noch zu beachtlichen Offensivaktionen und wurde vom Kampfgericht mit dem verdienten Punktsieg (116:109, 115:110, 115:110) belohnt.

Im eigentlichen Hauptkampf bezwang „Hafen-Basti“ Sebastian Formella (20-0, 10 K.o.) Betuel Ushona (36-7-1, 9 K.o.) aus Namibia klar und souverän nach Punkten.

Formella dominierte den Fight teilweise nach Belieben und konnte den telegrafierten Angriffen seines Gegners häufig problemlos ausweichen. Im Gegenzug brachte der 31-jährige Hamburger seine eigenen Konter sauber ins Ziel. Nach zwölf Runden werteten die Punktrichter das Duell mit 119:109, 119:109 und 117:111 für den Lokalmatador.

Deutlich schlechter verlief der Abend für Michael Wallisch (19-1, 12 K.o.). Der Schwergewichtler musste im Duell mit Christian Hammer (24-5, 14 K.o.) seine erste Profiniederlage einstecken und ging im Ring quasi gleich zwei Mal K.o.

Bereits zu Beginn bestimmte Hammer die Runden mit den besseren Treffern. Wallisch kam zwar immer wieder auch selbst durch, konnte seinen Gegner aber nicht beeindrucken. Danach kam es zu äußerst kuriosen Szenen. In der vierten Runde ging Wallisch nach einem Zusammenstoß der Köpfe zu Boden. Ringrichter Frank-Michael Maaß brach den Kampf ab. Hammer fühlte sich als T.K.o.-Sieger. Doch mehrere Minuten und hitzige Diskussionen am Ring später, gab Maaß den Fight plötzlich nochmal frei. Ein klarer Regelverstoß.

In Runde fünf endete der Kampf dann doch noch per klassischem K.o. Hammer dominierte den Durchgang und deckte Wallisch mit Schlägen ein. Dieser musste auf die Knie und ließ sich vom Referee auszählen.

Ebenfalls im Vorprogramm gab Ex-Weltmeister Jürgen Brähmer nach über seinem Jahr Pause sein lang erwartetes Comeback. Der Schweriner stoppte den überforderten Argentinier Pablo Daniel Nievas nach fünf Runden durch T.K.o.

Die weiteren Ergebnisse: Schwergewichtler Erik Pfeifer besiegte Tornike Puritchamiashvili aus Georgien nach Punkten, musste in der letzten Runde jedoch eine Schrecksekunde überstehen und zu Boden.

Sein EC-Stallkollege Danilo Milacic (ebenfalls Schwergewicht) bezwang Gogita Gorgiladze per „Split Decision“. Gleiches gelang Debütantin Katharina Lehnert (Halbwelter) gegen Mari Tatunashvili. Im Supermittelgewicht holte Dimi Tile aus Bielefeld seinen vierten Profisieg. Er gewann gegen Beka Mukhulishvili klar nach Punkten.

Foto: 

Imago/Eibner