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Nationale Duelle helfen!

In Ihrer BOXSPORT-Kolumne „Infight“ nimmt Regina Halmich kein Blatt vor den Mund. Lest, was die ehemalige Box-Queen zu sagen hat …

Als die BOXSPORT-Redaktion mir kürzlich vorschlug, einmal wieder etwas über das Frauenboxen zu schreiben, war meine erste Reaktion zugegebenermaßen zurückhaltend. Es ist einfach eine verfahrene Situation, mit zu wenig professionell boxenden Frauen und vor allem zu vielen Titeln: WIBF, WBC, WBA, GBA, IBF, WBO, IBA, GBU, IBC, IBO, GBC … Ich könnte diese Liste noch fortführen, denke aber, dass die Problematik auch so klar wird. Es gibt so viele Verbände, und derzeit sind ­gerade einmal 24 deutsche Profiboxerinnen regelmäßig aktiv. Das sorgt dafür, dass die Glaubwürdigkeit im Frauenboxen ­weiter abnimmt.

Universum Boxpromotion hat das Frauenboxen damals glaubhaft präsentiert und  zusammen mit dem ZDF als TV-Partner für Qualität gesorgt. Schon allein aufgrund der Tatsache, dass es zu dieser Zeit nur einen einzigen Verband weltweit gab, war eine WM etwas Besonderes.

Als die anderen Weltverbände im Männerboxen erkannten, dass man mit uns Frauen auch richtig Geld verdienen kann, stiegen diese auch nach und nach in das Business ein – und so nahm das ganze Chaos seinen Lauf.

Ein Verband ist nichts anderes als ein gewinnorientiertes Unternehmen, für jeden Titelkampf erhalten sie Gebühren. Im Prinzip kann jede Organisation sich eine Rangliste zusammenbasteln oder jemanden zum Herausforderer benennen, ohne besondere Qualifikation. Die Verbände unterliegen keiner staatlichen Kontrolle und können nach Belieben handeln. Ich denke, ihr versteht, was ich damit sagen will. Also, bitte Schluss mit diesen vielen WM-Titeln! Denn der Zuschauer hat schon lange die Übersicht bei den Verbänden verloren – und ich auch, muss ich gestehen.

Berlin würde beben!

Ich finde, dass es nach wie vor tolle Frauen im deutschen Boxsport gibt, die wir auch zu Recht präsentieren sollten, aber bitte mit guten Gegnerinnen. Deshalb mein Vorschlag: Wieso bestreiten wir nicht nationale Kämpfe? Wie wäre es mit einem Fight zwischen Nina Meinke und Ramona Kühne? Berlin würde beben! Oder Alesia Graf gegen Susi Kentikian? Susi möchte ohnehin eine Gewichtsklasse höher, dann würde das doch passen.

Oder Christina Hammer könnte eine freiwillige Titelverteidigung gegen Nikki Adler bestreiten, bevor es für sie in die USA zum Duell gegen ­Claressa Shields geht. Auch ein Fight zwischen Nicole Wesner und Nina Meinke wäre denkbar. Man könnte sich über das Limit einigen, das sollte kein Problem sein, vielmehr ist es eine Frage des Wollens. Und wer nicht will, bekommt eben keine TV-Übertragung. 

Ich bin mir jedenfalls absolut sicher, dass solche Kämpfe das Publikum begeistern würden. Sport1 überträgt ja jetzt jede Menge Boxen und ist auch aufgeschlossen für spannende Frauenkämpfe. Das sehe ich als letzte Chance für unsere Boxerinnen, um sich zu präsentieren.

Deshalb habe ich eine klare Haltung: besser ein richtig gutes deutsch-deutsches Duell veranstalten als drittklassige Gegnerinnen aus dem Ausland holen. Liebe Promoter, spart euch doch die Flugkosten und denkt auch mal an die Fans in Deutschland. Ich jedenfalls bleibe optimistisch.

In diesem Sinne, alles Liebe,
eure Regina

 

Zur Person: Regina Halmich war von 1995 bis 2007 WIBF-Weltmeisterin im Fliegengewicht und lockte bei ihren Fights bis zu 9 Millionen Zuschauer vor die TV-Schirme. Bis heute verfolgt sie den Boxsport intensiv und ist regelmäßig als Expertin und Kommentatorin im Einsatz.

 

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Foto: 

Claudio di Lucia