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Die Internationale Boxgala von Agon Sports & Events am 23. November in der Arena Berlin wird live auf bild.de übertragen. Neben den Hauptkämpfern Jack Culcay und Björn Schicke zeigt der Stream...

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News

New Faces: Das sind die Universum-Hoffnungsträger

Ende Januar sorgte Universum Box-Promotion für einen echten Paukenschlag: Über sechs Jahre nachdem der Hamburger Boxstall Insolvenz anmelden musste, verkündete er überraschend sein Comeback. Am kommenden Samstag, dem 9. November, läuft erstmals seit rund neun Jahren wieder eine Universum-Boxgala im ZDF. Doch wer sind die Boxer, die dem großen Namen wieder zu altem Glanz verhelfen sollen?

Viele deutsche Boxfans erinnern sich nur zu gerne an die Jahre, in denen Universum noch ein echtes Schwergewicht der nationalen Boxszene war und als einer der größten, wenn nicht der größte Boxstall Europas galt. Klaus-Peter Kohl, der Universum 1984 gegründet hatte, wurde 2003 vom renommierten US-Magazin „The Ring“ zum „Manager des Jahres“ gewählt und 2017 in die „Inter-national Boxing Hall of Fame“ aufgenommen. Universum – dieser Name hat in Deutschland noch immer extreme Strahlkraft und weckt unweigerlich Erinnerungen an großartige Kämpfe von Dariusz Michalczewski, Regina Halmich und nicht zuletzt den Klitschko-Brüdern Vitali und Wladimir.

Jene positiven Assoziationen möchte der heutige Geschäftsführer Ismail Özen-Otto nutzen: Wie damals im Jahr 2002 unterschrieb Universum zuletzt wieder einen exklusiven TV-Vertrag mit dem ZDF. Am 9. November wird der erste gemeinsam organisierte Kampfabend in der Kuppel in Hamburg steigen. BOXSPORT macht deshalb die Bestandsaufnahme und stellt die wichtigsten Boxer des Universum-Stalls vor.

Artem und Robert Harutyunyan

Das Zugpferd des „neuen Universums“ ist ohne jeden Zweifel Artem Harutyunyan (7-0, 5 K.o.). Der hoch veranlagte Halbweltergewichtler, der das Boxen wie Bruder Robert, der ebenfalls bei Universum unter Vertrag steht, einst beim TH Eilbeck in Hamburg erlernte, kann bereits früh in seiner Karriere durch Erfolge auf sich aufmerksam machen. So gewinnt Artem 2008 beim renommierten Brandenburg-Cup (U19) die Bronzemedaille. In den beiden darauffolgenden Jahren ist er bei der Deutschen U21-Meisterschaft siegreich. Mit gerade einmal 21 Jahren folgt dann der nationale Titel bei den Senioren. Eine Erfolgsgeschichte, die nicht zuletzt aufgrund der biografischen Besonderheit Anerkennung verdient: Als die Familie Harutyunyan 2001 vor dem armenischen Bürgerkrieg flieht und in Hamburg ankommt, lebt sie zunächst für ein Jahr auf einem Containerschiff. Anschließend verbringen die Brüder Robert und Artem mit ihren Eltern sechs Jahre in einem Asylheim.

Artem, der wie viele Universum-Boxer von Ex-Weltmeister Artur Grigorian trainiert wird, gilt seit jeher als der talentiertere der beiden Brüder. Als eines der größten deutschen „Prospects“ seiner Generation nimmt er folgerichtig 2012 am europäischen Olympia-Qualifikationsturnier teil, wo er jedoch im Viertelfinale am Franzosen Chabane Fehim scheitert. Für Wiedergutmachung sorgt er prompt mit einem ehrenvollen dritten Platz beim traditionsreichen Chemiepokal. Ein Jahr später legt Artem sogar noch einen drauf und schafft es bis ins Finale, unterliegt dort jedoch dem technisch versierten Kasachen Merey Ashkalov.

Seinen bis zu diesem Zeitpunkt größten Triumph feiert Harutyunyan, der einst drei Kämpfe für das „Team Germany“ in der World Series of Boxing bestritt, bei der EM 2013: Nach Siegen über den Schweden Clarence Goyeram (3:0), den Letten Arturs Ahmetovs (3:0) und den Türken Hüseyin Karslioglu (2:1), erreicht er das Halbfinale, welches nicht ganz unumstritten für den Moldawier Dmitri Galagot (1:2) gewertet wird.

Die EM-Bronzemedaille kann Artem jedoch drei Jahre darauf bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, an denen Robert nicht teilnimmt, noch einmal toppen: Auch dort sichert er sich sensationell Bronze, die erste deutsche Box-Olympiamedaille seit zwölf Jahren.

Sein Profi-Debüt feierte der 29-Jährige am 25. November 2017 gegen den Spanier Avelino Vazquez. Inzwischen steht Artem bei einer lupenreinen Bilanz von sieben Siegen in sieben Kämpfen mit fünf Knockouts. Am kommenden Samstag fordert ihn der Russe Islam Dumanov (10-1, 5 K.o.) – Artems bislang wohl härteste Prüfung als Profi. Es soll nur der erste Kampf auf der großen Bühne für das „Zugpferd“ von Universum sein.

An besagtem Novembertag 2017 startete auch die Profi-Laufbahn des älteren Bruders Robert Harutyunyan (8-0-1, 3 K.o.). Im Gegensatz zu Artem weist Roberts Kampfrekord durch ein Unentschieden gegen den Georgier Dato Nanava bereits einen kleinen Makel auf. Im Rückkampf rückte der 30-jährige Federgewichtler die Verhältnisse jedoch schnell wieder gerade. Am 9. November trifft Robert auf den Serben Milos Baltic (3-1, 2 K.o.)

Antonio Hoffmann und die Kraft-Brüder

Neben Robert und Artem Harutyunyan hat Universum noch ein weiteres Brüderpaar zu bieten: Toni (16-0-1, 4 K.o.) und James Kraft (16-0-1, 9 K.o.). Die Geschwister sind im rund 90 Kilometer östlich von München gelegenen Altötting aufgewachsen, ihre Eltern stammen aus dem Kosovo.

Der 22-jährige James, Kampfname „The Baby Boy“, bestritt seinen letzten Fight im Juni gegen den Ghanaer Prince Oko Nartey siegreich. Der vier Jahre ältere Toni stand zuletzt erfolgreich gegen den erfahrenen Armenier Sasha Yengoyan im Ring. Die einst vom Münchner Box-Promoter Alexander Petkovic (Petkos Boxpromotion) entdeckten Kraft-Brüder kämpfen in unterschiedlichen Gewichtsklassen: der 1,84 Meter große Toni im Supermittelgewicht, der sechs Zentimeter größere James im Halbschwergewicht. Toni steigt am Samstag für einen Fight in den Ring, den manche Experten bereits als heimlichen Hauptkampf der Boxgala bezeichnen. Denn Toni Kraft boxt in einem Duell der Unbesiegten gegen Sauerland-Youngster Leon Bauer (16-0-1, 9 K.o.).

Ohne boxenden Bruder, aber dennoch ein Hoffnungsträger für den Universum-Stall ist Antonio Hoffmann (22-1, 16 K.o.). Der gebürtige Angolaner, der im rheinland-pfälzischen Worms zu Hause ist, gehört mit seinen 25 Jahren bereits zu den besten Halbmittelgewichtlern Deutschlands. Hoffmanns Gegner für den 9. November: Der 1,72 Meter große Profi trifft auf den Brandenburger Nick Klappert (26-3, 15 K.o.).

Im Schwergewicht haben die Hamburger mittlerweile ebenfalls ein Eisen im Feuer. Der 29-jährige Kroate Agron Smakici (15-0, 13 K.o.) wechselte im Spätsommer zum Stall und gab am 7. September sein Universum-Debüt mit einem K.o.-Sieg in der ersten Runde gegen den Ukrainer Maksym Pedyura. Auch Smakici wird am 9. November in der Hansestadt in den Ring steigen. Dort trifft er auf Zhan Kossobutskiy (11-0, 10 K.o.) aus Kasachstan.

Das ZDF überträgt die Universum-Boxgala am 9. November direkt nach dem aktuellen Sportstudio ab 0.25 Uhr live.

Text Markus Unckrich

Foto: 

Universum Box-Promotion