Glanzlos aber souverän. So könnte man Tyson Furys (27-0-0, 19 K.o.) Vorstellung gegen den Gelsenkirchener Schwergewichtler Francesco Pianeta (35-5-1, 21 K.o.) am vergangenen Samstag in Belfast,...

Seit jeher geht vom Schwergewichtsboxen eine besondere Faszination aus. Kämpfe von Box-Ikonen wie Muhammad Ali, Joe Frazier, Rocky Marciano, Joe Louis oder Max Schmeling sind fest im kollektiven...

Am Samstag steigt Tyson Fury nach seiner dreijährigen Pause zum zweiten Mal wieder in den Ring und trifft dabei auf den Deutsch-Italiener Francesco Pianeta. Erst im Juni boxte Fury gegen den...

Am kommenden Samstag steigt Alexander „Sascha“ Dimitrenko (41-3-0, 26 K.o.) in Atlantic City für seinen nächsten Kampf in den Ring. Der Schwergewichtler aus dem Hamburger Stall EC Boxpromotion...

Diesen Samstag kämpft Tyson Fury (26-0, 19 K.o.) gegen den Gelsenkirchener Francesco Pianeta (35-4-1, 21 K.o.) im Windsor Park, Belfast. Fury möchte die nächste Hürde auf dem Weg zurück in die...

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Ralf Moeller: „Manuel Charr gibt vielen Menschen Hoffnung“

Schon früh gewann Ralf Moeller im Bodybuilding den Weltmeistertitel – dabei war der „Gladiator“ zunächst aktiver Faustkämpfer. BOXSPORT sprach mit Moeller über die Faszination Boxen, seine Fitness im fortgeschrittenen Alter sowie seine Freundschaft zu Box-Champion Manuel Charr.

Interview: Frank Schwantes

Herr Moeller, haben Sie am 29. September dieses Jahres schon etwas vor?

Wenn ich in Deutschland bin, werde ich an diesem Tag auf jeden Fall bei Manuel Charr am Ring sitzen und ihn bei seiner WM-Titelverteidigung unterstützen. Ich war schon bei Manuels letztem Kampf in Oberhausen dabei, als er den WBA-Titel gewann, und werde versuchen, auch bei seinem Fight in Köln gegen Fres Oquendo vor Ort zu sein.

Sie sind mit Manuel Charr befreundet. Wann haben Sie ihn kennengelernt?

Wir haben uns vor einigen Jahren über unseren gemeinsamen Sponsor „Easy Motion Skin“ kennengelernt, für den wir Promotion machen. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und stehen seitdem in Kontakt. Manuel hat mir auch immer wieder Videos von seinen Trainingsabläufen geschickt und mir von seinen Verletzungen erzählt, wie von seiner Schussverletzung oder seiner Hüft-Operation. Ich wurde selber auch schon an der Hüfte operiert und war nach zwei Tagen wieder aus dem Krankenhaus. Deshalb weiß ich, dass ein Sportler das gut verkraften kann. Manuel hatte das besondere Pech, dass er an beiden Hüften gleichzeitig operiert wurde, was bei ihm zum Glück in nur kurzer Zeit verheilt ist. Aber wenn du in den Ring steigst, interessiert es keinen, ob du vor einer Woche aus dem Krankenhaus gekommen bist oder vor einem Jahr. Ihm war klar, dass er da durch muss – aber auch, dass es seine einzige Chance ist. Manuel hat alles auf eine Karte gesetzt und schließlich gewonnen. Das freut mich sehr für ihn, denn er hat es sich verdient.

Wie würden Sie Manuel Charr charakterisieren?

Er steckt voller Energie, ist spaßig, humorvoll und charmant in Interviews. Besonders, wenn er von Frauen interviewt wird (schmunzelt). Manuel ist ein Junge aus dem Leben, der durch seine Geschichte und mit seinen Erfolgen vielen Menschen Hoffnung gibt.

Als Boxprofi setzt er beim Training genau wie Sie auf Elektro-Muskel-Stimulation mittels „Easy Motion Skin“ (EMS). Können Sie die Vorteile erklären?

Ich habe damals die Entwicklung der EMS-Anzüge in Leipzig verfolgt, es dann selber ausprobiert und war begeistert. Ich kann diese Trainingsmethode weiterempfehlen, gerade wenn man Verletzungen hatte oder als Sportler in ein fortgeschrittenes Alter kommt. Gleichzeitig ist EMS vielseitig einsetzbar und lässt sich zum Beispiel ebenso zur Entspannung nutzen. Ich setze den Anzug mindestens zwei bis drei Mal pro Woche für mein Bodybuilding-Training ein, auch in Verbindung mit einem Body-Workout. Außerdem trage ich ihn, wenn ich Fahrrad fahre oder laufe.

Sie leben seit 25 Jahren in Los Angeles. Was war damals der Anlass, um in die USA zu gehen?

In bin schon in den 80er-Jahren regelmäßig wegen meines Sports in Amerika gewesen, denn dort war Bodybuilding schon viel weiter als in Europa. Bei der Weltmeisterschaft 1986 in Tokio habe ich dann gewonnen. Doch um so erfolgreich zu werden, hat es einige Zeit gedauert. Denn bei meiner Körpergröße von 1,97 Metern bedurfte es viel Arbeit, eine entsprechende Muskelmasse und Proportionen aufzubauen. Der zweite Grund, in die USA zu gehen, war meine Filmkarriere. Meine erste größere Rolle hatte ich 1989 in den Kinofilm „Cyborg“ mit Jean-Claude Van Damme. Vier Jahre später bin ich dann in die Staaten gezogen und lebe heute immer noch hier.

Obwohl Sie in Amerika leben, trifft man Sie immer wieder in Deutschland. Was bewegt Sie hierher?

Ich bin vor allem wegen meiner Tätigkeit als Markenbotschafter – aktuell für Mercedes-Benz –, als Schauspieler oder für soziale Projekte immer wieder in Deutschland. Dazu besuche ich regelmäßig meine Eltern, die nach wie vor in Recklinghausen leben. Sehr am Herzen liegt mir auch das Projekt „Starke Typen“, das ich 2006 gemeinsam mit Ursula von der Leyen (Bundesministerin; d.Red.) gegründet habe. Dabei gehen wir mit Unternehmern an Schulen in sozialen Brennpunkten und vermitteln Kontakte. So können Schüler an Praktika kommen, die letztendlich vielleicht zu einem Job führen.

Hierzulande sind Sie für viele vor allem der „Gladiator“. Erfreut Sie das? Oder nervt es?

Es nervt überhaupt nicht. Russell Crowe, der damals die Hauptrolle spielte, verbindet auch jeder mit „Gladiator“, obwohl er danach noch viele weitere erfolgreiche Filme gemacht hat. Wir fühlen uns wohl dabei, und „Gladiator“ erfreut sich ja immer noch größter Beliebtheit. Ich selbst schaue gerne Film-Klassiker wie „Spartacus“, „Ben Hur“ oder  „Der Pate“. Ich glaube, „Gladiator“ wird auch noch laufen, wenn Russell und ich schon nicht mehr atmen (lacht).

Den zweiten Teil des Exklusiv-Gesprächs lesen Sie morgen.

Foto: 

Petra Stadler