Simon Zachenhuber, hier mit Promoter Wolfgang Fahrer (l.) und Coach Conny Mittermeier (r.), trifft am Samstag in seiner Heimatstadt auf Mbemba Miesi.

Am Samstag steigt in der Erdinger Eissporthalle die 1. Erdinger Boxnacht und in den beiden...

Igor Mikhalkin: Johnson sagt Fight kurzfristig ab

Am  Samstag, den 2. Juli, wollte Igor Mikhalkin (24-3, 11 K.o.) eigentlich wieder auf Titeljagd gehen. In London sollte der russische Halbschwergewichtler von EC Boxpromotion auf den Briten Callum...

Jasmine Ellis und Nick Trachte im Original-Olympia-Boxring von 1972 im Boxwerk München

Die Olympischen Spiele 1972 in München wurden von einem schrecklichen Terroranschlag überschattet. Am 5. September drangen acht Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer...

Nikki Adler und Daniela Roßberger

Nikki Adler ist in der Boxwelt einer der größten deutschen Namen. In den 2010er-Jahren dominierte sie das Supermittelgewicht in insgesamt sechs verschiedenen Verbänden als World Champion und war...

Heute vor 25 Jahren: Der „Ohrbiss“ bei Tyson vs. Holyfield II

Am 28. Juni 1997 treffen die Schwergewichtsstars Evander Holyfield und Mike Tyson zum zweiten Mal aufeinander. Im ersten Kampf am 9. November des Vorjahres hat Holyfield dem früheren Schrecken der...

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News

Regina Halmich: Die Vorkämpferin – Teil drei

Regina Halmich: Die Vorkämpferin – Teil drei
Regina Halmich: Die Vorkämpferin – Teil drei

Anlässlich von Regina Halmichs Aufnahme in die „International Boxing Hall of Fame“ feiert BOXSPORT die Box-Queen mit einem großen Special in Ausgabe 06/22. Den kompletten Text sowie Glückwünsche der deutschen Box-Szene finden Sie in der aktuellen Ausgabe.

Hier geht es zu Teil eins
Hier geht es zu Teil zwei

Mit Halmichs Erfolg nimmt das Frauenboxen weltweit Fahrt auf. Ihre bisherigen „Hall of Fame“-Kolleginnen sind alle erst nach ihr Profi geworden. Langsam, aber stetig bewegt sich etwas im Sport. 2012 wird Frauenboxen olympisch, jüngst fand mit Katie Taylor vs. Amanda Serrano der ersten Frauen-Hauptkampf im legendären Madison Square Garden statt. Halmich führt das auch darauf zurück, dass auf Männerseite eine jüngere Generation am Drücker ist. „Zu meiner Zeit gab es Wilfried Sauerland, Klaus-Peter Kohl, international Leute wie Bob Arum – das sind alles Männer, die sich noch recht schwergetan haben mit dem Frauenboxen. Die Sauerland-Brüder, die das Geschäft ihres Vaters übernommen haben, unterstützen es. International sind Oscar de la Hoya und Roy Jones jr. Förderer. Nach dem Kampf Taylor vs. Serrano hat Dwayne ‘The Rock‘ Johnson den beiden Damen per Twitter gratuliert, Lennox Lewis hat sich vor ihnen verneigt.“ Vor allem einen Mann sieht sie in der Vorreiterrolle: „Man kann sagen, dass Matchroom-Boss Eddie Hearn gewissermaßen die Arbeit von Klaus-Peter Kohl übernommen hat. Jetzt ist England die Hochburg des Frauenboxens.“ Nachdem auch die Verbände nachgezogen haben, sieht Halmich auch eine schwindende Bedeutung für die WIBF: „Damals war das der einzige nennenswerte Verband, der Frauenboxen sanktionieren wollte. Die vier Weltverbände der Herren haben erst nachgezogen, als sie gesehen haben, was bei uns in Deutschland abgeht und was ich für eine Einschaltquote hatte. Aber seitdem die vier Großen mit dem Frauenboxen begonnen haben, kann die WIBF nicht mehr mithalten, erst recht nicht die ganzen kleinen Verbände, die gegründet wurden.“

Halmich ist auch außerhalb von Box-Kreisen bekannt. Schon während ihrer Karriere nimmt sie Engagements wie die Raab-Fights war, ziert zwei Mal das Cover des „Playboy“. „Wenn man eine Anfrage vom ‚Playboy‘ bekommt, dann fühlt man sich als Frau immer geschmeichelt. Der ‚Playboy‘ ist, für mich zumindest, immer noch das schönste Männermagazin mit den schönsten Frauen auf dem Cover, da ist schon ein gewisser Anspruch da“, urteilt sie über das Traditionsmagazin. „Bei mir kam hinzu, dass ich in den Medien immer als Boxerin präsent war. Immer wenn ich gekämpft habe, hat man mich nur mit Vaseline verschmiert, verschwitzt, ungeschminkt und unvorteilhaft gesehen. Für mich war der Gedanke sehr reizvoll, mich auch mal als Frau präsentieren zu können.“ Wichtig ist Halmich allerdings der Zeitpunkt, an dem sie die Anfrage annimmt. „Wenn man Weltmeisterin ist und diese Leistung erbracht hat, dann kann man sich das auch leisten. Schlimm wäre es gewesen, wenn ich keine Erfolge im Boxring gehabt und dann so ein Shooting gemacht hätte.“

Dank ihrer Popularität ist Regina Halmich heute als selbstständige Unternehmerin umtriebig und kann sich ihre Jobs aussuchen. Vor allem hält sie Vorträge in Firmen. „Als Speakerin berichte ich von meiner Karriere, was das Business und der Sport gemeinsam haben, wie man mit Niederschlägen umgeht, wie man sich immer wieder motiviert, wie man erfolgreich bleibt“, beschreibt sie ihre Haupttätigkeit. Auch als Moderatorin und Interviewpartnerin ist die Box-Queen gefragt. „Ich habe immer gut zu tun. Was mich wahnsinnig glücklich macht und womit ich nicht gerechnet hätte, ist, dass ich immer noch Sponsoren habe. Das zeigt mir: Die Disziplin, die ich nach meinem Sport habe, lohnt sich – und ich entwickle mich weiter.“

„Gänsehaut bekommen“

Eine enge Freundschaft verbindet Halmich mit der Schauspielerin Tina Ruland, die sie 2009 bei einem Event kennenlernte. Mittlerweile wohnen beide in Berlin und sehen sich häufig, die frühere Championesse hat zudem noch einen Zweitwohnsitz in Karlsruhe. Ihre alte Trainingsstätte hat sie seit einer Weile jedoch nicht mehr besucht: „Nach dem frühen Tod von Jürgen Lutz im Jahr 2019 war ich kein einziges Mal mehr im Bulldog Gym. Ich finde es gut, dass das Gym fortgeführt wird. Dort wird auch tolle Arbeit geleistet, aber ich verbinde es immer noch mit meinem Mentor Jürgen Lutz.“

Das deutsche Frauenboxen sieht sie derzeit in der Krise. „Im Moment haben wir Tina Rupprecht, Christina Hammer, Nina Meinke. Und Sophie Alisch, die wird kommen. Sie darf man natürlich nicht zu früh ins Feuer schicken, Sophie braucht noch zwei, drei Jahre. Aber sie ist wirklich toll. Wenn man es richtig anstellt, dann kann sie eine ganz Große werden. Ich würde jeder Frau, die heute im Boxen Geld verdienen will, raten, bei ,Matchroom Boxing’ anzuklopfen, vielleicht noch bei Oscar de la Hoya.“

In ihren Augen hat sich das Frauenboxen in den letzten Jahren weiterentwickelt. „Es ist noch athletischer geworden“, meint sie. Jüngst kommentierte Regina Halmich bei DAZN auch den geschichtsträchtigen Superfight zwischen Katie Taylor und Amanda Serrano, der vor ausverkauftem Haus stattfand und dem Streamingdienst fantastische Quoten bescherte: „Das Erlebnis hat mich schon berührt. Als ich gesehen habe, wie viel Aufmerksamkeit dieser Kampf und wie viel Anerkennung diese beiden Frauen erhalten, habe ich Gänsehaut bekommen. Das war sehr schön.“

Text: Nils Bothmann

Foto: 

IMAGO / Charles Yunck