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Rost und Kanters trennen sich nach hartem Fight unentschieden

Das Duell zwischen Timo Rost (9-0-2, 3 K.o.) und Gino Kanters (8-3-2, 3 K.o.) im Supermittelgewicht war der Höhepunkt der ersten Nach-Corona-Boxgala, bei der wieder ein kleines Publikum zugelassen war. Rund 50 Zuschauer sahen am vergangenen Wochenende im Wuppertaler Fight Club von Werner Kreiskott einen spannenden Hauptkampf zwischen Rost und seinem erwartet harten Gegner aus den Niederlanden.

Kanters fand gut in den Kampf. Der „Dutch Destroyer“ setzte seinem deutschen Kontrahenten früh mit wilden und wuchtigen Angriffen zu. Mehrfach konnte er Rost vor allem mit dem eingesprungenen linken Haken überraschen und zurücktreiben. Der 28-jährige Düsseldorfer versuchte mit seinem Jab Kontrolle aufzubauen, konnte aber in den ersten beiden Runden nur selten Offensivakzente setzen.

Besser lief es in den Runden drei und vier für den Publikumsliebling aus der NRW-Landeshauptstadt. Coach Rüdiger May gab Rost offensichtlich die richtigen Anweisungen mit auf den Weg, denn der Supermittelgewichtler verteidigte die unorthodoxen und teilweise auch unsauberen Angriffe Kanters‘ nun besser und zeigte sich beweglich hinter der Führhand. Immer wieder stimmte nun das Timing von Rost und so fing er Kanters mehrfach mit schönen Kontern ab.

Doch im fünften Durchgang drehte sich das Gefecht erneut. Kanters schickte Rost mit einer Rechten zu Boden. Für den Niederschlag war zwar eher Rosts fehlendes Gleichgewicht im Moment des Treffers, als wirkliche Schlagwirkung entscheidend, dennoch sicherte sich der Niederländer diese Runde dadurch mit zwei Punkten Vorsprung.

In der Schlussphase fand Rost aber wieder besser in das Gefecht. War die Sechste noch sehr eng, konnte sich der Deutsche die Schlussrunden sieben und acht sichern. Häufig ließ er Kanters ins Leere laufen und setzte selbst schöne Treffer mit dem Jab und der rechten Geraden. Nach dem Schlussgong war klar, dass hier ein sehr knappes Urteil zu erwarten sein wird.

Dieses sorgte dann allerdings für reichlich Verwirrung in der Halle, denn zunächst wurde Kanters als Sieger verkündet, ehe das Urteil wenige Sekunden später aufgrund eines Kommunikationsfehlers zwischen den BDB-Offiziellen plötzlich zum Unentschieden wurde. Kanters, der sich gerade noch gefreut hatte, war nun vor Wut kaum zu halten. Begründet wurde dieser Fauxpas damit, dass Ringrichter Mustafa Erenay das Urteil seiner Punktrichterkollegen zunächst akustisch falsch verstanden hatte. Da die Offiziellen eine Mund- und Nasenbedeckung tragen mussten, die die Kommunikation nicht erleichterte, scheint das durchaus plausibel, dennoch muss man fragen, warum dem Ringrichter nach dem Kampf nicht ein Zettel mit den Urteilen gereicht, sondern die Wertung nur von außen zugerufen wurde. Offiziell werteten zwei Punktrichter den Fight 76:76, 76:76 unentschieden, während die dritte Wertung mit 76:75 an Kanters ging.

Im Vorprogramm fanden zwei weitere Duelle statt. Im ersten Kampf des Abends hatte der 20-jährige Halbschwergewichtler Alexander Kage (2-0, 2 K.o.) in seinem zweiten Fight als Profi überhaupt kein Problem mit dem noch sieglosen Mario Obenauer (0-10). Kage schickte seinen Gegner bereits mit dem ersten echten Angriff zu Boden und siegte nach 22 Sekunden durch K.o.

Mehr wurde dem Publikum im zweiten Duell der Boxgala geboten. Im Halbmittelgewicht duellierten sich Adel El Garmoui (2-0, 1 K.o.) und Armani Aziz (1-9-1, 0 K.o.) über sechs Runden. Dabei dominierte El Garmoui den Kampf zwar klar, doch Aziz zeigte, obwohl er einige sehr harte Treffer einstecken musste, jede Menge Herz und Kampfgeist. Immer wieder suchte er seine Chance, doch sein Gegner war einfach zu gut. El Garmoui zeigte eine sehr starke Leistung. Mit einer hohen Arbeitsrate, schnellen und präzisen Händen sowie einem variablen Offensivarsenal setzte er Treffer um Treffer. Vor allem die Serien aus linken und rechten Haken kamen immer wieder ins Ziel und bescherten El Garmoui damit einen nie gefährdeten Punktsieg.

Foto: 

imago images / Moritz Müller