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Serge Michel: „Ich will zu den Besten der Welt gehören“

Serge Michel: „Ich will zu den Besten der Welt gehören“
Serge Michel: „Ich will zu den Besten der Welt gehören“

Der Kopf ist wieder frei: Serge Michel hat  die Niederlage vom 2. Dezember im Finale des Golden-Contract-Turniers in Wakefield (England) gegen den Letten Ricards Bolotniks abgehakt und schmiedet bereits große Pläne für 2021.

Der 32-jährige Profiboxer aus Traunreut und sein Team um Manager Johann Wilhelm geben sich mit Blick aufs neue Jahr sehr zuversichtlich: „Den Europameisterschafts-Kampf gegen Bolotniks habe ich verloren, aber nicht mein Ziel“, betont Michel im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Es war pikanterweise das 13. Profi-Duell seiner Laufbahn, das er doch etwas „verschenkt“ hatte, sodass am Ende die zweite Niederlage in seiner Bilanz stand. Acht seiner bisherigen elf Siege hat der „Bavarian Sniper“ aus dem Chiemgau durch K.o. gefeiert. Nun gilt es die nötigen Lehren aus dem Finale zu ziehen. Wilhelm macht sich jedenfalls um die Zukunft seines Schützlings keine Sorgen: „Das Interesse an Serge und möglichen künftigen Kämpfen ist groß. Es gibt genügend Leute, die gemeinsam mit ihm den Erfolg teilen möchten – und fest an ihn glauben. Wir haben neue Ansätze und sehr gute Optionen für Serges Werdegang.“

Zudem sei laut Wilhelm nicht alles schlecht gewesen im Corona-Jahr: „Er hat zwar den EM-Kampf der WBO verloren, doch innerhalb eines Jahres konnte er drei internationale Kämpfe im Ausland bestreiten und dabei zwei starke britische Lokalmatadore besiegen. Es war ja nicht Platz zwei bei einer Gaudi-Veranstaltung, sondern in einem absolut hochkarätigen Turnier“, so der Manager. Trotzdem räumt Serge selbst ein, dass er die Aufgabe etwas unterschätzt hat.

Herr Michel, Ihre Niederlage gegen Bolotniks war schon sehr bitter, sicher eine große Enttäuschung für Sie, oder?

Klar. So hatte ich mir das ganz sicher nicht vorgestellt. Ich dachte, dass ich den Golden Contract so gut wie sicher in der Tasche habe. Das war einer der Gründe, weshalb ich verloren habe. Wir haben diesen Kampf auf die leichte Schulter genommen, waren sicher, dass ich der bessere Boxer bin. Dafür haben wir eine krasse Quittung kassiert.

Wie sehr nagt diese Niederlage an Ihrem Ego – nach nunmehr zwei Wochen Abstand zu diesem Kampf in Wakefield?

Die Narbe in meinem Herzen ist groß. Doch aus jeder Niederlage lernt man viel mehr als aus einem Sieg. Ich bin natürlich auch froh, dass dieser Tag – und ein insgesamt schwieriges Jahr wegen der Pandemie – jetzt vorbei ist und ich mit frischer Motivation neue Ziele in Angriff nehmen kann.

Ganz so einfach können Sie nach dem Bolotniks-Kampf sicher nicht zur Tagesordnung übergehen. Da dürfte die Analyse, was falsch gelaufen ist, bestimmt sehr detailliert ausfallen.

Das ist absolut richtig. Wir hatten jetzt Ruhe und Zeit, um den Kampf sowie die letzte Vorbereitungsphase zu analysieren. Es gibt sicher einige Dinge, an denen wir schrauben müssen. Zum Beispiel gilt es unsere Stärken auszubauen und besser zu nutzen – und andererseits die Schwächen zu minimieren. Am Potenzial und am Material, mit dem gearbeitet wird, liegt es nicht. Aber man lernt nie aus, und man lernt aus Fehlern, die man in Zukunft so nicht mehr machen wird.

Zum Beispiel?

Einer der  Ansatzpunkte wird die Gewichtsabnahme in der Kampfvorbereitung sein. Ich habe das bisher übers „Weight Cutting“ gemacht, übers Wasser – vier, fünf Kilo mussten zwei Tage vor dem Kampf runter. Grundsätzlich kann man das schon ein oder zweimal pro Jahr so hinkriegen, da jedoch Halbfinale und Finale in Wakefield innerhalb von zwei Monaten anstanden, hat das doch viel Substanz gekostet. Im Klartext heißt das für mich: Ich werde künftig nicht mehr mit über 90 Kilo rumlaufen, sondern mit 85, dann wird es einfacher, auf die im Halbschwergewicht zugelassenen 79,3 Kilo zu kommen. Es soll jetzt wirklich keine Ausrede sein, dass Bolotniks eine längere Vorbereitung hatte, weil sein Halbfinale vier Tage vor meinem ausgetragen wurde. Doch bei dieser insgesamt sehr kurzen Final-Vorbereitung hat das sicher auch etwas ausgemacht – das war für mich nicht optimal.

Ihre Vorbereitung im Athletic Camp Austria bei Startrainer Joachim „Jopo“ Pötschger in Telfs – halten Sie daran fest? „Jopo“ hatte ja im Chat unmittelbar vor Ihrem Kampf gegen Bolotniks noch behauptet, Sie wären topfit...

Auf alle Fälle arbeiten wir weiter mit ihm zusammen, er ist ein Top-Coach, der mich weiterbringt. Ich war prinzipiell auch fit fürs Finale gegen Bolotniks. Wie schon gesagt, die Probleme beziehungsweise Ansatzpunkte sind andere.

Haben Sie das Training schon wieder aufgenommen, oder machen Sie gerade eine Advents- oder Weihnachtspause?

Es ist schon ein bisschen ruhiger zurzeit. Doch die Arbeit für mein großes Ziel, das ich mit meinem Team erreichen möchte, hat schon wieder begonnen. Nach eineinhalb Wochen Pause, die ich gebraucht habe um zu regenerieren und den Kopf frei zu bekommen, ist es am Montag wieder mit dem Training losgegangen. Und meine Motivation ist größer denn je. Leicht wird es auf keinen Fall – es wartet ein sehr harter und steiniger Weg. Vielleicht ist es aber gerade auch dieser Druck, der uns pusht.

Wie würden Sie Ihr Ziel aktuell formulieren?

Ich will zu den Besten der Welt  gehören und an die Spitze kommen. Wer denkt, dass dieses Golden-Contract-Finale das Ende war, der täuscht sich gewaltig.

Es gibt ja noch keinen Gegner und keine konkreten Planungen für 2021. Wann könnte denn der nächste Fight überhaupt anstehen – frühestens?

Es hat schon die ersten Gespräche gegeben, die dann auf alle Fälle im Januar vertieft werden. Frühestens im März könnte ich mir den nächsten Kampf vorstellen. Man darf ja nicht vergessen, dass die Niederlage gegen Bolotniks, also der Fünf-Kämpfe-Vertrag bei Top Rank, den ich dadurch  verpasst habe, schon auch finanzielle Auswirkungen hatte. Andererseits war es super, dass ich mir durch die Siege im Viertel- und Halbfinale ein kleines Polster verschaffen konnte, ein bisschen Luft sozusagen.

Wie feiern Sie Weihnachten?

Mit meiner Familie (der „Bavarian Sniper“ und seine Ehefrau Olga haben mit Adam, Arian und Timur drei Kinder im Alter von sieben bis 13 Jahren; d. Red.), mit der ich jetzt auch mal wieder eine intensive Zeit genießen kann. Und natürlich mit gezieltem Training im heimischen Chiemgau.

Und wie geht es Ihren Plänen mit dem Barbershop in Traunreut, den Sie eröffnen möchten?

Die habe ich wegen der Pandemie vorerst auf Eis gelegt – ich wollte einfach in dieser schwierigen Corona-Situation keine laufenden Kosten wie Miete etc. haben. Natürlich hoffe ich jetzt für 2021, dass alles besser wird und ich dieses zusätzliche Standbein dann auch wieder ins Auge fassen kann. Die Geschäftsidee finde ich jedenfalls nach wie vor sehr gut.

Interview: Christian Settele

Quellenangabe: PNP, Traunreuter Anzeiger, heimatsport.de

Foto: 

Julian Buttschardt