Joyce ohne Trainer Salas gegen Dubois

Heute Abend steigt nach etlichen Verschiebungen die „Battle of Britain“ zwischen Joe Joyce (11-0, 10 K.o.) und Daniel Dubois (15-0, 14 K.o.) statt, bei der es um die vakante Europameisterschaft im...

Tyson: Ich trage den Fight direkt zu Jones jr.

Heute Abend findet der lang angekündigte Schaukampf zwischen Mike Tyson (50-6, 44 K.o.) und Roy Jones jr. (66-9, 47 K.o.) statt. Die California State Athletic Commission (CSAC) hielt beide Boxer...

Anthony Joshua versteigert Gürtel für guten Zweck

Jüngst schien Dreifach-Champ Anthony Joshua (23-1, 21 K.o.) mit markigen Sprüchen und deftigen Ansagen eher an einem Image als Bad Boy arbeiten zu wollen. Doch nun zeigt der Brite sich wieder von...

Endspurt für Hammer vs. Yoka

Heute Abend steht gleich der nächste spannende Kampfabend auf internationaler Bühne an. In der H Arena in Nantes trifft EC Boxings Schwergewichtler Christian Hammer auf den französischen Heimboxer...

Hearn bringt Wilder-Whyte ins Gespräch

Dillian Whyte (27-2, 18 K.o.) bereitet sich gerade auf seinen Rückkampf gegen Alexander Povetkin (36-2-1, 25 K.o.) vor, in welchem der Schwergewichtler seinen Status als WBC-Pflichtherausforderer...

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News

Tyson Fury: „Nein! Halt! Denk an deine Kinder!"

Tyson Fury und seine Familie mit Ex-Wrestler und Schauspieler Dwayne 'The Rock' Johnson
Tyson Fury und seine Familie mit Ex-Wrestler und Schauspieler Dwayne 'The Rock' Johnson

Seit 12. Oktober ist die Autobiografie „Tyson Fury: Ich hinter der Maske“ (Originaltitel: „Behind the Mask“) im Heyne-Verlag erschienen, übersetzt von Elisabeth Schmalen. Der WBC-Weltmeister erzählt darin von seinen legendären Fights gegen Wladimir Klitschko und Deontay Wilder, aber ebenso von seinen tiefen Abstürzen, der Sucht nach Drogen und seinem ständigen Kampf gegen die Depressionen. In unserer Ausgabe 11-12/20 veröffentlichen wir Abdrucke aus dem Fury-Buch, online präsentieren wir den Prolog.

Juni 2016, Manchester

Der Tachozeiger kletterte auf 260 km/h. Es war so weit – das Ende nahte, die Qualen wären vorbei. Die Sonne schien, es war ein perfekter Sommertag.Ich hatte mir gerade ein brandneues rotes Ferrari-Cabrio zugelegt; ich war Weltmeister im Schwergewicht; ich hatte eine tolle Frau und eine wunderbare Familie. Mein Leben hätte nicht besser sein können, aber in meiner Seele war alles pechschwarz.

Wenige Monate zuvor hatte ich im Ring gestanden und war zum besten Schwergewichtsboxer der Welt gekürt worden. Damit war ich in die Fußstapfen von Legenden wie Jack Dempsey, Muhammad Ali, Mike Tyson und Lennox Lewis getreten. Doch als ich jetzt in diesem nagelneuen Traumwagen über die Autobahn raste, war ich im Albtraum der klinischen Depression gefangen. Ich hatte alles erreicht, sah aber keinen Sinn in meinem Leben. Ich hatte keinen Grund zu leben.

Als ich von der Autobahn abfuhr und das Tempo drosselte, spürte ich, dass es an der Zeit war, den Qualen zu entfliehen. Los, Tyson, bring es zu Ende! Ich war fest entschlossen, alles war sinnlos. Nichts hatte eine Bedeutung, ich hatte keine Bedeutung. Ich richtete den Blick auf die herannahende Brücke. Sie war mein Ziel, der Endpunkt. Der Motor des Ferraris heulte erneut auf. Das sollte das letzte Geräusch sein, das ich je hören würde. In ein paar Sekunden wäre mein Kopf frei, erlöst von dem Gewirr aus Stimmen, das dort herrschte. Ich drückte das Gaspedal durch. Das Ende war in Sicht. Doch im letzten Augenblick erklang eine Stimme in meinem Kopf: »Nein! Halt! Denk an deine Kinder!« Und ich raste an der Brücke vorbei und stieg voll auf die Bremse.

So kurz stand ich davor, alles zu beenden. Heute blicke ich erleichtert zurück, fassungslos darüber, wie ein Mensch in einen solchen Zustand geraten kann, von Depressionen erdrückt, wie es mir damals erging, und ich danke Gott. Ohne meinen Glauben hätte ich mich an jenem Tag umgebracht. Meine Kinder hätten keinen Vater, der sie anleitet, und meiner wunderbaren Frau Paris wäre der Mann genommen worden, der sie trotz all seiner Schwächen von ganzem Herzen liebt.

Wer noch nie an Depressionen gelitten hat, der weiß nicht, was für ein Gefühl das ist. In jenem Augenblick und in anderen, ähnlichen Phasen hatte ich das Gefühl, dass nichts auf der Welt von Bedeutung ist, absolut nichts. Was hat das Leben dann für einen Sinn? Sobald ich aus dem Auto gestiegen war, ging mir durch den Kopf, welche Folgen meine Tat gehabt hätte, und ich will nie wieder auch nur in die Nähe dieses Punktes kommen. Doch leider ist es sehr leicht, allmählich wieder in diese Denkweise zurückzufallen. Ich bin mir sicher, dass so mancher, der diese Zeilen liest, selbst erlebt hat, was ich hier beschreibe. Ich möchte jedem versichern, dass es einen Ausweg gibt, dass man sich helfen lassen kann. Andernfalls hätte ich kein Comeback erlebt, würde ich nicht wieder in der härtesten Sportart der Welt antreten. Für einiges von dem,was ich getan habe, hätte ich leicht in der Gummizelle landen können, aber ich kämpfe dagegen an.

In der neuen, 272 Seiten starken Autobiografie „Tyson Fury: Ich hinter der Maske“ gibt der „Gypsy King“ Einblicke in sein Familienleben, schildert schonungslos offen und spart nicht mit Selbstkritik, präsentiert aber auch ein Werk über das Wiederaufstehen und Weitermachen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tyson Fury
Heyne Verlag, 272 Seiten
ISBN 978-3-453-60570-1, Preis 14,99 EUR

 

Foto: 

Tyson Fury; Heyne-Verlag