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Usyk gewinnt zweite Ringschlacht gegen Joshua

Usyk gewinnt zweite Ringschlacht gegen Joshua
Usyk gewinnt zweite Ringschlacht gegen Joshua

Am Samstag kam es zum langerwarteten Rematch zwischen Anthony Joshua (24-3, 22 K.o.) und Dreifach-Champ Oleksandr Usyk (20-0, 13 K.o.). Der Brite hatte die Gürtel im letzten September an den Ukrainer verloren (BOXSPORT berichtete) und wollte im Rückkampf wesentlich aggressiver auftreten, nachdem die meisten Experten der Ansicht waren, dass er seine Größen- und Gewichtsvorteile im ersten Match nicht genug ausgespielt hatte (BOXSPORT berichtete). Joshuas Trainer Robert Garcia sagte im Vorfeld auch, dass man auf smarte Weise aggressiv sein wolle, nicht einfach nur als Brawler auftreten. Usyk kündigte hingegen an, dass er die Ringmitte besetzen wolle und auf den K.o. aus sein werde.

Beide Boxer versuchten ihren Worten Taten folgen zu lassen. Usyk boxte verstärkt aus der Ringmitte, Joshua schraubte sein Aggressionslevel hoch. Den K.o. konnte keiner erzwingen. Es gab viele knappe Runden, in denen sich allerdings Uskys technische Überlegenheit zeigte: Der Ukrainer landete mehr und bessere Kombinationen, während sich sein britischer Gegner machmal etwas zu zaghaft zeigte, oft eher Einzelhände als Kombinationen ins Ziel brachte. Zudem feuerte Usyk of starke Konter ab. Allerdings zeigte sich Joshua gegenüber dem ersten Match klar verbessert: Er ging aggressiver vor, zielte auf den Körper des beweglichen Champs ab, der ein leichteres Ziel als dessen Kopf abgab, und konnte mit seiner Physis punkten. Die beste Runde des Briten war die neunte, in der er „The Cat“ an den Seilen stellen und mit zahlreichen Körpertreffern eindecken konnte. Usyk war sichtbar im Stress, biss sicher aber durch und kam in der Zehnten stark zurück. Dort deckte er „AJ“ früh mit Kombinationen ein und zeigte selbst Aggressionspotential. Ebenfalls klar wurde, dass Joshua an seiner Ausdauer gearbeitet hatte: War am Ende des ersten Matches sein Tank sichtlich leer und er am Rande der Erschöpfung, schwächelte er über die zwölf Runden hier nur gelegentlich. Am Ende siegte der Titelträger per Split Decision: Ein Mal 115:113 für Joshua und 115:113 sowie 116:112 hieß es auf den Scorecards der Punktrichter.

Für beide Boxer hatte viel an dem Match gehangen, was sich auch in einem emotionalen Ausbruch Joshuas zeigte. Nach dem Kampf warf er erst zwei Gürtel aus dem Ring, verließ das Seilgeviert, nur um zurückzukehren, sich das Mikro zu schnappen und eine vierminütige Ansprache zu halten, in der Usyks Leistung lobte, um Jubel für den Sieger bat und erklärte, dass er gerade gegen einen unglaublichen Boxer verloren habe. Später entschuldigte sich „AJ“ bei der Post-Fight-Pressekonferenz für sein Verhalten: „Wenn du etwas vom Herzen her tust, dann wird es nicht jeder verstehen, es kam direkt von Herzen. Ich war einfach sauer auf mich selbst, nur mich selbst, ich wollte einfach weg, weil ich sauer war. Dann wurde mir klar, dass es sich um Sport handelt und ich das Richtige tun muss.“ In den sozialen Medien erweiterte er seine Entschuldigung: „Ich wünsche Usyk anhaltenden Erfolg bei seinem Streben nach  Großartigkeit. Gestern musste ich mich selbst mental an einen dunklen Ort bringen, um um die WM-Gürte zu boxen. Ich hatte zwei Kämpfe, einen gegen Usyk und einen gegen meine Emotionen, und beide habe ich verloren. Ich bin der erste, der zugibt, dass ich von mir selbst enttäuscht bin. Ich habe aus reiner Leidenschaft und Emotion agiert und wenn das nicht unter Kontrolle ist, dann ist es nicht gut. Ich liebe diesen Sport so sehr und werde mich bessern.“

Usyk vergab ihm bei der Pressekonferenz. „Ich habe mir nicht zu viel bei dem gedacht, was er gesagt hat, als er frustriert war. Das sind ganz natürliche Gefühle, alles in Ordnung, wir mussten einfach nur ein bisschen kommunizieren“, so der Champ. Im Post-Fight-Interview benannte er außerdem seinen Wunschgegner: WBC-Weltmeister Tyson Fury (32-0-1, 23 K.o.). Der ist zwar offiziell im Ruhestand, hat aber noch bis 26. August Zeit diesen schriftlich zu bestätigen (BOXSPORT berichtete). Die meisten Experten glauben jedoch, dass er für den Undisputed-Fight antreten wird. Usyk sagte klipp und klar: „Ich bin mir sicher, dass er gegen mich boxen will. Ich will gegen ihn boxen. Wenn ich nicht gegen Tyson Fury kämpfe, dann kämpfe ich gar nicht.“

Der wiederum verhöhnte in seiner großmäuligen Art beide Kontrahenten. „Beide waren kacke. Das war einer schlechtesten Titelkämpfe im Schwergewicht, die ich je gesehen habe. Das war Bullshit. Ich würde beide von ihnen am gleichen Abend auslöschen“, behauptete er in einer Instagram-Story. Allerdings gab er an, dass eine stolze Summe ihn ganz schnell wieder aus der Box-Rente zurückholen würde: „Er holt euer Scheiß-Scheckbuch raus, denn der ‚Gypsy King‘ ist hier, um FÜR IMMER zu bleiben.“

Text: Nils Bothmann

Foto: 

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