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Wegner: Abass Baraou hat Star-Potenzial

Am Samstagabend, 1. Dezember, steigen zahlreiche Sauerland-Boxer in der Gummersbacher Schwalbe-Arena (Sport1 überträgt live ab 20 Uhr)  in den Ring. Darunter sind auch Talente wie Abass Baraou, Deniz Ilbay, Denis Radovan und Leon Bunn. BOXSPORT sprach im Vorfeld der Veranstaltung mit Sauerland-Cherfcoach Ulli Wegner über die Persektiven seiner Youngster. Dazu wagt der Kult-Trainer auch einen Ausblick auf das kommende Boxjahr.

Herr Wegner, wer kann im deutschen Profiboxen künftig die Rolle eines „Stars“ einnehmen, der als Persönlichkeit wieder stärker das öffentliche Interesse auf die Sportart lenkt?

Abass Baraou und Jack Culcay sind für mich diejenigen, die als „Typen“ das öffentliche Interesse für den Boxsport in Deutschland wieder verstärkt hervorrufen können. Abass tritt in seiner Trainingsgruppe als Persönlichkeit auf und hat eine gute Ausstrahlung. Dank seines Intellektes wäre er in der Lage, die Rolle eines „Stars“ im Boxen zu bedienen, ohne dabei abzuheben.

Als Europameister und WM-Dritter bei den Amateuren hat er bereits einiges vorzuweisen, kann mit seinen Erfolgen aber umgehen. Dazu überzeugt er im Training wie im Wettkampf und kann meine taktischen Vorgaben umsetzen. Auch das spricht für seinen klugen Kopf. In seiner Einstellung und Zielstrebigkeit erinnert er mich immer mehr an Sven Ottke und Henry Maske. Wenn Abass verletzungsfrei bleibt, kann er im nächsten Jahr in der Weltspitze mitreden.

Jack Culcay hat sich in der Vergangenheit schon in großen Kämpfen bewiesen, auch wenn er dabei ein wenig Pech hatte. Er hat auf jeden Fall die Qualität, um in der Weltspitze mitzumischen. Weil wir im deutschen Profiboxen über eine Vielzahl von Talenten verfügen, können sich 2019 noch weitere Persönlichkeiten herauskristallisieren.

Wer wird 2019 Deutschlands nächster Profi-Weltmeister – und warum?

Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Zunächst traue ich das Abass Baraou zu. Aber man sollte zum Beispiel auch Patrick Wojcicki im Auge behalten, der das nötige Potenzial hat, um ganz weit nach vorne zu kommen. Zudem hat Jack Culcay die nötigen sportlichen Voraussetzungen, um bei der Vergabe eines WM-Titels ein Wörtchen mitzureden. Auch Karo Murat als Träger eines WM-Titels (der IBO, d.Red.) zähle ich dazu.

Außerdem möchte ich unser Talent Leon Bunn nennen: Der Junge ist ein begabter, fleißiger und taktisch cleverer Boxer und verfügt über die Qualität, um künftig unter den besten Halbschwergewichtlern der Welt seinen Platz zu finden. Noch ein Geheimtipp: Serge Michel, den „Bavarian Sniper“ aus dem Petkovic-Stall, schätze ich im Halbschwer ebenfalls sehr hoch ein. Mal schauen, wie weit er es bringen kann.

Der Sauerland-Stall hat zuletzt einige Veränderungen erlebt, aber auch neue Mitbewerber erhalten. Speziell bei TV-Übertragungen rücken verstärkt Boxer anderer Ställe in den Fokus. Wie beurteilen Sie die „neue Konkurrenz“ perspektivisch für Sauerland?

Zunächst einnal ist es gut, dass andere Promoter in Deutschland versuchen, uns sportlich Konkurrenz zu machen. Wer zum Beispiel neben Sauerland hervorragende Arbeit leistet, ist Promoter Ulf Steinforth. Wie sich in den letzten Jahren sein Stall in Magdeburg entwickelt hat, ist durchweg positiv zu beurteilen. Auch in München tut sich etwas, wo Alexander Petkovic immer wieder erfolgreich veranstaltet. Zudem hat der neu gegründete Agon-Stall von Ingo Volckmann in Berlin mit Jack Culcay und Tyron Zeuge starke Zugpferde gewinnen können.

Doch bei allem Lob ist die sportliche Qualität von Sauerland die eindeutig beste, damit kann einfach kein anderer Stall in Deutschland mithalten. Doch eines ist mir wichtig: Bei aller Konkurrenz sollten die Promoter hierzulande eine bessere Zusammenarbeit pflegen.

Interview: Frank Schwantes

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