Conor Benn: Comeback nach zwei turbulenten Jahren

Conor Benn ist zurück. Der Weltergewichtler erhält nach zwei Jahren Dopingsperre grünes Licht, wieder in seiner Heimat in den Ring zu steigen.

Conor Benn (l.), hier am 11. Dezember 2021 in Liverpool gegen Chris Algieri, darf wieder in Großbritannien boxen. Der Weltergewichtler ist in 23 Profikämpfen immer noch ungeschlagen. (Foto: IMAGO / Paul Greenwood/Shutterstock)
Conor Benn (l.), hier am 11. Dezember 2021 in Liverpool gegen Chris Algieri, darf wieder in Großbritannien boxen. Der Weltergewichtler ist in 23 Profikämpfen immer noch ungeschlagen. (Foto: IMAGO / Paul Greenwood/Shutterstock)

Conor Benn darf wieder in Großbritannien boxen. Nach zweijährigem Rechtsstreit hat das britische National Anti-Doping Panel (NADP) die provisorische Sperre des Weltergewichtlers aufgehoben. Das British Boxing Board of Control (BBBofC) und UK Anti-Doping (UKAD) hatten Benn wegen positiver Dopingtests gesperrt. Ein technischer Aspekt führte nun jedoch zur Aufhebung der Sperre.

Die Tests der Voluntary Anti Doping Agency (VADA) – nicht zu verwechseln mit der Welt Anti Doping Agentur (WADA) –, die ihn überführten, wurden von der BBBofC nicht offiziell anerkannt. UKAD konnte keine eindeutigen Beweise für Benns Schuld vorlegen. Benn zeigte sich erleichtert: „Nach zwei schwierigen Jahren bin ich endlich entlastet.“ UKAD kann jedoch innerhalb von 21 Tagen Berufung gegen die Entscheidung einlegen.

Rückblick: Was war passiert?

Benns Karriere war ins Stocken geraten, nachdem ein für den 8. Oktober 2022 geplanter Kampf gegen Chris Eubank Jr. (BOXSPORT #5 im Mittelgewicht) abgesagt worden war. Grund war ein positiver Test auf die verbotene Substanz Clomifen. Das Antiestrogen wurde im Jahr 2000 vom IOC als Dopingsubstanz eingestuft und verboten. Es soll die Testosteronausschüttung erhöhen oder bei einer Anabolika-Einnahme die Eigenproduktion von Testosteron aufrechterhalten beziehungsweise anregen. Benn behauptete damals, die Substanz stamme von seinem hohen Eierkonsum.

Connor Benn kämpfte zweimal in den USA

Trotz der Sperre in Großbritannien kämpfte Benn zweimal erfolgreich in den USA. Die Athletic Commissions in Florida und Nevada genehmigten seine Auftritte. Am 23. September 2023 bestritt er einen 10-Ründer im Halbmittelgewicht gegen den Mexikaner Rodolfo Orozco (33-4-3, 25 K.o.), den er klar nach Punkten gewann. Am 3. Februar 2024 trat er wieder im Halbmittel gegen den US-Amerikaner Peter Dobson (16-2, 9 K.o.) an. Auch diesen Fight, der im Chelsea Ballroom, Las Vegas stattfand, gewann Conor Benn nach 12 Runden einstimmig nach Punkten.

Kampf gegen Eubank Jr. geplant

Für Anfang 2025 plant Conor Benn das Ring-Comeback in seiner Heimat England. Jetzt, nach Aufhebung der Sperre, will er den Faden aufnehmen und dort weitermachen, wo er 2022 unterbrochen wurde. Mit einem Duell gegen Chris Eubank Jr. Da man sich vor zwei Jahren bereits einig war, gegeneinander zu boxen, eine logische Entscheidung. Und zudem die Fortsetzung der legendären Rivalität ihrer Väter, Chris Eubank und Nigel Benn, die sich zweimal im Ring gegenüberstanden.

Chris Eubank Jr. (l.) und Conor Benn im Oktober im Ring von Riad.

Nach Eubanks Sieg am 12. Oktober in Saudi-Arabien, wo er auf der Beterbiev-Bivol Undercard gegen Kamil Szeremeta boxte, kam es zur direkten Konfrontation der beiden (siehe Video oben). Im Ring von Riad bekräftigten beide ihren Wunsch, den Kampf zu realisieren. „Ich bin bereit, mein Potenzial voll auszuschöpfen“, sagt Conor Benn. Die Boxwelt ist gespannt, wie sich seine Karriere nach den Rückschlägen entwickeln wird. Vor allem der Kampf gegen Eubank Jr. könnte ein frühes Highlight des Box-Jahres 2025 werden.

Text: Andreas Ohlberger


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