Box-Mogul Turki Al-Sheikh hat die Gerüchte über ein Comeback von Faustkampf-Legende Wladimir Klitschko angeheizt – der Saudi träumt von einem Klitschko-Kampf gegen einen alten Rivalen.

„Viele Leute“ warteten auf das Ergebnis des Revanchekampfes zwischen Schwergewichts-Champion Oleksandr Usyk und Tyson Fury am 21. Dezember in Riad, sagte Al-Sheikh bei DAZN. „Einer ist Daniel Dubois (IBF-Weltmeister; Anm.d.Red.). Ein anderer ist Anthony Joshua. Und gleichzeitig gibt es da noch jemand Dritten.“ Wenn der einflussreiche Box-Strippenzieher aus dem saudischen Königreich damit meint: Ex-Weltmeister Wladimir Klitschko, 48 Jahre alt, seit 2017 in Boxer-Rente.
Al-Sheikh schwebt ein Comeback des Ukrainers vor, sollte Fury gegen Usyk gewinnen. Der Brite hatte Ende 2015 in Düsseldorf die fast zehnjährige Schwergewichts-Herrschaft Klitschkos durch einen einstimmigen Punktsieg beendet. Klitschko bestritt danach nur noch einen Kampf: im April 2017 verlor „Dr. Steelhammer“ in London gegen Joshua nach einer epischen Schlacht durch Technischen K.o. in Runde elf.
„Alle Leute wollen es nochmal sehen“
„Ich träume davon, diesen Kampf zu sehen, wenn er (Fury) das akzeptiert, ihm die Chance zu geben, der älteste Schwergewichts-Weltmeister zu werden“, sagte Al-Sheikh über eine Revanche zwischen Fury und Klitschko. „Das ist perfekt.“ Ein Comeback Klitschkos gegen Fury sei „der Traum“, so der Saudi. „Alle Leute wollen es von 2015 nochmal sehen“, behauptete Al-Sheikh.
Hier die Highlights Klitschko vs. Fury 2015 sehen:
Wladimir Klitschko hatte in den letzten Jahren immer wieder mit einer Rückkehr kokettiert, nannte den Rekord von George Foreman als Ziel. Der US-Amerikaner war 1995 mit fast 46 noch einmal Box-Meister aller Klassen geworden.
Die „Daily Mail“ hatte vergangene Woche einen Comeback-Plan Klitschkos enthüllt. Demnach wollte er im Februar in Riad IBF-Weltmeister Dubois herausfordern. Gespräche darüber seien aber abgebrochen worden – wohl auch wegen des abschreckenden Beispiels Mike Tyson. Nach Informationen von sport.de plante Klitschko tatsächlich definitiv mit seiner Rückkehr nach fast acht Jahren Pause. Die Verhandlungen platzten allerdings, weil die saudischen Veranstalter um Box-Mogul Turki Al-Sheikh ein sportliches Desaster à la Tyson fürchteten, dessen jüngstes Comeback mit 58 gegen Influencer Jake Paul sportlich floppte.
Axel Schulz kritisiert Klitschko-Pläne
Axel Schulz sieht die Comeback-Überlegungen rund um Klitschko kritisch. Eine Rückkehr in den Ring sei für seinen einstigen Bezwinger zwar „persönlich ein schöner Anreiz – also warum nicht?“, sagte er im Gespräch mit sport.de. „Aber jetzt nach acht Jahren Pause gleich um eine Weltmeisterschaft zu boxen, finde ich schwachsinnig.“
Es könne nicht sein, dass ein Boxer nach einer solch langen Abstinenz direkt um einen Titel boxen darf. „Das macht den Boxsport kaputt und zieht die ganze Sportart runter“, kritisierte Schulz. Kommt Klitschko tatsächlich zurück, „soll er erst mal zwei, drei Aufbaukämpfe machen“, um zu sehen, ob er es noch drauf habe, riet der 56-Jährige.
Schulz selbst machte 2006 eine böse Comeback-Erfahrung. Nach sieben Jahren Pause verlor er bei seiner Ring-Rückkehr gegen den US-Amerikaner Brian Minto durch Technischen K.o. in der sechsten Runde.
Text: Martin Armbruster / Dieser Beitrag erschien zuerst auf sport.de
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