Gegen Ricardo Espinoza will Murodjon Akhmadaliev seinen Anspruch auf den Weltmeistertitel untermauern. Ein Sieg ist Voraussetzung für ein Duell gegen den Champion Naoya Inoue.

Das Boxen im Superbantamgewicht bleibt turbulent. Murodjon Akhmadaliev (12-1, 9 K.o.), ehemaliger IBF-Weltmeister und nun Pflichtherausforderer der WBA, will zurück an die Spitze. Doch statt direkt gegen den undisputed Champion Naoya Inoue zu boxen, muss die Nummer 2 der BOXSPORT-Weltrangliste im Limit bis 55,225 kg einen Umweg in Kauf nehmen. Der führt ihn am 14. Dezember nach Monte Carlo, wo er auf den erfahrenen Mexikaner Ricardo „Hindu“ Espinoza (30-4, 25 K.o.) treffen wird.
Der Kampf ist als Hauptveranstaltung des „Monte-Carlo Showdown V“ von Matchroom Boxing angesetzt und wird von DAZN übertragen. Der Sieger sichert sich den Interimstitel der WBA, da der Weltmeistertitel wegen Inoues Pflichtverteidigung gegen Sam Goodman im Dezember noch nicht zur Disposition steht.
Akhmadaliev: Über das Interim zum Kampf gegen Inoue
Inoues Situation ist kompliziert. In einem „Special Permit“ erlaubte die WBA Inoue, zunächst gegen den IBF/WBO-Pflichtherausforderer Goodman anzutreten. Für Akhmadaliev bedeutet dies einen Umweg, bevor er um den Weltmeistertitel kämpfen kann. Die WBA-Regeln sehen jedoch vor, dass der Sieger von Inoue gegen Goodman den WBA-Titel innerhalb von 120 Tagen nach dem Kampf gegen Akhmadaliev verteidigen muss, sollte Akhmadaliev Espinoza besiegen.

„Inoue mag weglaufen, aber ich werde mir holen, was mir zusteht!“
Murodjon Akhmadaliev
Akhmadaliev, ein starker Linksausleger aus Usbekistan, verlor seinen IBF-Titel im April 2023 an Marlon Tapales (BOXSPORT Nummer 1 im Superbantam) aus den Philippinen. Dieser verlor ihn nur einige Monate später wiederum gegen Naoya Inoue. In seinem letzten Kampf im Dezember besiegte Akhmadaliev Kevin Gonzalez durch technischen K.o. in der achten Runde. „Inoue mag weglaufen, aber ich werde mir holen, was mir zusteht“, sagt Akhmadaliev entschlossen.
Espinoza mit starker Knock-out-Quote
Sein „Zwischengegner“, der 27-jährige Ricardo Espinoza, genießt den Ruf als starker Puncher. Mit 30 Siegen, davon 25 durch K.o., und nur vier Niederlagen will er den internationalen Durchbruch schaffen. Allerdings hat Espinoza bisher zweimal gegen Top-Boxer verloren, zuletzt 2021 gegen Daniel Roman. Er sieht den Kampf als Chance, sich im Superbantamgewicht zu etablieren.
Attraktive Kämpfe auf der Undercard in Monte Carlo
Neben dem Hauptkampf stehen weitere spannende Kämpfe auf dem Programm: Im Co-Main Event verteidigt Beatriz Ferreira, Olympiasiegerin und Profi-Weltmeisterin im Leichtgewicht, ihren IBF-Titel gegen die erfahrene Französin Licia Boudersa. Der britische Cruisergewichtler Chev Clarke kämpft gegen Leonardo Mosquea um den vakanten Europameistertitel. Der irische Linksausleger Gary Cully verteidigt seinen regionalen Titel gegen den Briten Maxi Hughes, der eine Siegesserie anstrebt.
Weichenstellungen für das Superbantam im Dezember
Diese Veranstaltung am 14. Dezember wird – ebenso wie Inoues Titelverteidigung gegen Sam Goodman an Heiligabend – wegweisend für die Zukunft des Superbantamgewichts. Mit einem Sieg hätte Akhmadaliev die Chance, wieder an die Spitze zurückzukehren. Um zu wissen, wie es im Limit weitergeht, müssen sich alle Boxfans noch bis Weihnachten gedulden.
Text: Andreas Ohlberger
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