Tyson Fury will vor dem Rückkampf gegen Oleksandr Usyk deutlich an Gewicht zulegen, um mit mehr Schlagkraft in den Ring zu steigen. Der Gypsy King plant, bis zu 190 kg auf die Waage zu bringen.

Der britische Schwergewichtsweltmeister Tyson Fury will vor dem Rückkampf gegen Oleksandr Usyk eine neue Strategie verfolgen: Er will deutlich an Gewicht zulegen. Fury kündigte an, beim zweiten Aufeinandertreffen am 21. Dezember in Saudi-Arabien bis zu 190 Kilogramm auf die Waage bringen zu wollen. Damit hätte er einen Gewichtsvorteil von fast 23 Kilogramm gegenüber seinem ukrainischen Gegner. Im Mai 2024 hatte Usyk Fury seine erste Niederlage als Profi zugefügt.
Tyson Fury: „Ich gehe in den Kampf, um zu zerstören“
Doch nun will er anders in den Ring steigen. Auf Instagram zeigte Tyson Fury ein Foto von sich vor dem letzten Kampf gegen Usyk und schrieb dazu: „Ich war in der besten Form meines Lebens, aber das ist nicht der Gypsy King“. Ein anderes Bild zeigte ihn schwerer vor einem früheren Kampf: „Das ist er, 150 Kilogramm, ein Kämpfer.“
Furys Entscheidung, Gewicht zuzulegen, könnte entscheidend für seine Strategie im Rückkampf sein. „Ich gehe in den Kampf, um zu zerstören“, sagte Fury in einem Interview. „Letztes Mal habe ich versucht, ihn zu boxen und war vorsichtig. Aber dieses Mal gehe ich nicht auf einen Punktsieg aus.“ Fury betont, dass er Usyk durch K.o. besiegen will, um ein ähnliches Ende wie im ersten Kampf zu vermeiden. „Ich werde ihn ausknocken“, kündigte Fury entschlossen an.
Fury mit veränderter Einstellung
Die Niederlage im Mai habe seine Einstellung verändert. Zum ersten Mal seit Jahren fühle er sich nicht mehr als Champion, sagte er. „Ich steige als Herausforderer in den Ring, nicht als Champion“, so Fury weiter. Diese neue Rolle motiviere ihn zusätzlich, da er ein klares Ziel vor Augen habe. Für ihn geht es darum, seinen verlorenen Titel zurückzuerobern.
Der Rückkampf zwischen Fury und Usyk ist eines der mit Spannung erwarteten Box-Highlights des Jahres. Während Usyk mit seiner Technik und Schnelligkeit überzeugt, setzt Fury auf seine physische Dominanz. In einem Interview mit IFL erklärte er selbstbewusst: „Ich glaube nicht, dass er mich letztes Mal geschlagen hat, und ich werde verdammt dafür sorgen, dass er mich dieses Mal nicht besiegt.“ Fury, der für seine selbstbewussten Aussagen bekannt ist, bleibt seiner Linie treu. „Ich habe einen Mann, der mich besiegt hat“, sagte er, „und ich werde ihn dafür bezahlen lassen.“
Gewichtszunahme birgt große Risiken
Tritt Tyson Fury am 21. Dezember tatsächlich mit deutlich mehr Gewicht gegen Oleksandr Usyk an, als beim ersten Duell, könnte er weitaus mehr Nachteile als Vorteile haben. Gelingt es ihm nicht, Usyk im ersten Kampfdrittel zu besiegen, könnte sich das zusätzliche Gewicht mit jeder weiteren Runde negativ auf die Ausdauer, die Beweglichkeit und die Schnelligkeit auswirken. Jedes Kilo zu viel würde es ihm erschweren, mit Usyks Beweglichkeit Schritt zu halten. Ermüdet der Gypsy King schneller, leidet die Reaktionszeit. Besonders in den letzten Runden hätte das fatale Folgen, weil es ihn anfälliger für Usyks präzise Schläge machen würde. Auch die Flexibilität seines Kampfstils könnte leiden, sodass es ihm schwerer fallen könnte, flexibel auf Usyks Taktik zu reagieren und den Kampf anzupassen.
Der Rückkampf in Saudi-Arabien wird zeigen, ob Furys Plan, das Gewicht zu erhöhen, aufgeht oder ob Usyk erneut seine Schnelligkeit und Technik ausspielen kann, um Tyson Fury zu schlagen.
Text: Andreas Ohlberger
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