Bevor ich loslege: Ich freue mich sehr, dass du hier bist, um meine Kolumne zu lesen. Es wird chaotisch, lustig, aber hauptsächlich 100 Prozent echt. Ich werde von vielen Anekdoten und Erfahrungen aus dem Boxen berichten, aber dir auch spannende Insights in meinen alltäglichen Wahnsinn geben. Und jetzt heißt es: Ring frei!

Samstag der 10. Januar 2026 – ein Datum, welches das deutsche Boxen wieder auf die internationale Bühne gerufen hat. Agit Kabayel vs. Damian Knyba als Hauptkampf in der ausverkauften Rudolf-Weber-Arena in Oberhausen, mit vielen weiteren deutschen Match-ups auf der Undercard.
Und trotzdem hat dieser Abend einen bitteren Beigeschmack – zumindest meiner Meinung nach. Wer nicht vor Ort war oder ein überteuertes DAZN-Abonnement abgeschlossen hat, konnte im Zweifel nicht mitfiebern. Wo sind die öffentlich-rechtlichen Medien wie früher? Gerade jetzt, wo Deutschland wieder eine Hoffnung im Schwergewicht hat, sollten die Medien Schlange stehen. Dies scheint jedoch nicht der Fall zu sein. Ich finde das persönlich sehr schade. Es mag an einer vertraglichen Bindung zwischen Queensberry und DAZN liegen, dennoch gab es auch an den Tage vor der großen Fight-Night keine umfangreiche Berichterstattung der altbekannten Nachrichtensender im Fernsehen.
Liegmann: „Ich hab mein DAZN-Abo beendet“
Als ob die üblichen Abo-Gebühren bei DAZN nicht schon genug wären, kam auch dieses Mal wieder ein Pay-Per-View-Tarif oben drauf. Das ist mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme. Viele empfinden das als unverschämt. Ich selbst habe mein DAZN-Abo gekündigt, da ich die jährlichen Preissteigerungen und die zusätzlichen Pay-per-View-Gebühren nicht weiter unterstützen möchte. Ein kurzer Vergleich: 2021 kostete ein monatliches Abo mit allen Zugängen 11,99 Euro. Heute zahlt man 44,99 Euro für einen Unlimited-Tarif.
Ich freue mich sehr für Kabayel, dass er die Möglichkeit hatte, in seiner Heimat vor so großem Publikum zu kämpfen. Als Drittplatzierter in der BoxRec-Weltrangliste hat er sich die größten Bühnen und die größten Kämpfe mehr als verdient. Sehr schade finde ich es allerdings, dass die Promoter Bob Arum, Spencer Brown und Frank Warren keinen Frauenkampf auf der Fight Card platziert haben. Der Fokus liegt hier eindeutig im Schwergewicht.
Ich hoffe, dass mit dieser Veranstaltung ein Zeichen gesetzt wurde – nicht nur für deutsche Boxer, sondern auch für deutsche Fans. Mein Traum? Dass Promoter mit großen Namen wieder mehr Veranstaltungen nach Deutschland bringen und es so international lukrativ machen.
Sarah Liegmann
Sarah Liegmann wurde am 26. Januar 2002 in Bonn geboren. Die Federgewichtlerin boxt seit 2021 als Profi, trainiert und lebt in Deutschland und in den USA. Liegmann alias „The Princess“ ist amtierende WBC-Junioren-Championesse. Zudem sicherte sich die frühere Kickboxerin den WM-Gürtel des Verbandes WBF.
Webseite: princess-boxing.de
Instagram: sarahliegmann
Facebook: sarah.liegmann