Trotz aller Diskussionen um ein Rematch gegen Rico Verhoeven legt WBC-Präsident Mauricio Sulaiman nun fest: Oleksandr Usyk muss zunächst gegen Agit Kabayel antreten.

Der umstrittene T.K.o.-Sieg von WBC-Weltmeister Oleksandr Usyk gegen Kickbox-Star Rico Verhoeven droht die Lage im Schwergewicht einmal mehr durcheinander zu bringen. Ringrichter Mark Lyson hatte den WM-Kampf am Samstag nach dem Schlussgong der elften Runde beendet, was bei vielen Empörung auslöste. Somit wurden gleich nach dem „geschenkten“ Sieg für den Ukrainer wurden die Rufe nach einem Rematch laut. Das Aus für ein WM-Duell zwischen Usyk und Interims-Champion Agit Kabayel noch in diesem Jahr in einem deutschen Stadion?
Verteidigen oder Titel niederlegen
Es gilt Pflicht vor Kür, bekräftigte Mauricio Sulaiman „Kabayel gegen Usyk ist als Nächstes dran“, erklärte der WBC-Präsident gegenüber BoxingScene. Der Schwergewichts-Held aus dem Ruhrpott war höchstpersönlich zum Box-Event „Glory in Giza“ gereist, um Usyk herauszufordern. Schon Kabayels Promoter Frank Warren hatte im Vorfeld den WBC eindringlich aufgefordert, Usyk entweder zur Verteidigung seines Titels zu zwingen oder ihm diesen abzuerkennen.
„Kampf muss dieses Jahr stattfinden“
Doch für WBC-Boss Sulaiman, der die freiwillige Titelverteidigung Usyks gegen Box-Novize Verhoeven genehmigt hatte, scheint alles klar zu sein. „Agit ist der WBC-Interims-Champion und Pflicht-Herausforderer für Oleksandr Usyk. Er hat sich dies verdient.“ Weiter betonte Sulaiman: „Der Kampf zwischen Agit und Oleksandr muss dieses Jahr stattfinden. Wir werden ihn anberaumen.“
Auch zum umstrittenen Abbruch bei der WBC-WM im Schwergewicht äußerte sich der Funktionär. „Usyk hat gewonnen, und ich applaudiere dem Ringrichter“, sagte Sulaiman. „Ich bin sehr stolz auf Mark Lyson, denn die Verantwortung des Referees besteht darin, die Integrität und das Wohlergehen der Kämpfer zu schützen. Ihm ist das Erklingen der Glocke egal – er sieht die Augen des betroffenen Boxers und erkennt, wie sehr dieser verletzt ist. Lieber einen Schlag zu früh als einen Schlag zu spät.“
Text: Frank Schwantes