Stein vs. Sturm: „Ich habe nichts zu verlieren“ | BOXSPORT

Stein vs. Sturm: „Ich habe nichts zu verlieren“

Granit Stein steht am 11. Juli vor dem größten Kampf seiner Karriere, wenn er in Stuttgart auf Ex-Champion Felix Sturm trifft – und will diese Chance nutzen.

Selbstbewusst: Der Ingolstädter Boxprofi Granit Stein gewann 20 Kämpfe (bei 2 Niederlagen, 1 Unentschieden), davon 11 durch k.o. (Foto: Torsten Helmke)

Für Granit Stein beginnt die heiße Phase seiner Karriere. Am 11. Juli steht der Schützling von Fides Sports Promotion in der Porsche-Arena Stuttgart keinem Geringeren als Felix Sturm gegenüber. Für den ehemaligen fünffachen Weltmeister im Mittel- und Supermittelgewicht wird es der letzte Profikampf seiner außergewöhnlichen Laufbahn sein. Für Stein hingegen könnte es der Abend werden, an dem er endgültig auf der großen Bühne des deutschen Boxsports ankommt.

Vom Supermittel- ins Halbschwergewicht

Dass zwischen seinem letzten Kampf und dem Duell mit Sturm nur wenige Wochen liegen, sieht der 29-Jährige dabei nicht als Nachteil. „Das ist kein großes Problem für mich. Der Kampf mit Felix Sturm stand ja vorher fest. Ich bin fit und körperlich gut darauf eingestellt“, erklärt Stein.

Für die Herausforderung steigt der bisherige Supermittelgewichtler ins Halbschwergewicht auf. Auch darin sieht er keinen entscheidenden Faktor: „Das ist kein Riesensprung vom Supermittelgewicht ins Halbschwergewicht. Für diesen riesigen Kampf kann man das mal machen“, sagt Stein mit einem Lächeln. „Die Vorbereitung ist im Grunde die gleiche.“

Besonders macht das Duell die Geschichte hinter den beiden Boxern. Wie viele deutsche Nachwuchsboxer verfolgte auch Granit Stein über Jahre die Karriere von Felix Sturm. Der 47-Jährige gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Profiboxer aller Zeiten. „Felix Sturm ist eine Legende, mehrfacher Weltmeister und ein Vorbild für viele Boxer“, sagt Stein. „Jetzt ist aber eine andere Zeit, es ist meine Zeit. Ich will zeigen, dass ich oben mitmischen kann.“

Kein Platz für Sentimentalitäten

Trotz aller Anerkennung für die Karriere seines Gegners steht für Stein fest, dass am Kampfabend keine Sentimentalitäten Platz haben werden: „Es ist ein besonderes Gefühl, gegen so einen Top-Mann im Ring zu stehen. Emotional ist aber jeder Boxkampf gleich. Ich motiviere mich immer wieder neu und bin voll konzentriert.“

Als das Angebot für den Kampf kam, musste Stein nicht lange überlegen. „Ich habe sofort Ja gesagt. So eine Chance bekommt nicht jeder. Ein großes Dankeschön an meinen Promoter Burim Sylejmani, der das Ganze eingefädelt hat.“ Während viele Beobachter den Kampf als große Abschiedsbühne für Felix Sturm betrachten, sieht Stein die Ausgangslage aus einer anderen Perspektive. „Bei diesem Kampf habe ich nichts zu verlieren. Ich kann nur gewinnen und ich werde gewinnen.“

„Ein Sturm kann einem Stein nichts anhaben“

Auch seinen viel diskutierten Satz „Ein Sturm kann einem Stein nichts anhaben“ ordnet er ein: „Das ist Selbstbewusstsein. Ich werde alles dafür geben, diese Chance zu nutzen und allen zu zeigen, dass ich bereit bin für solche Kämpfe.“ Gleichzeitig kritisiert Stein die Entwicklung im Profiboxen, bei der häufig der Schutz der eigenen Bilanz im Vordergrund stehe: „Viele würden sich gar nicht trauen, gegen Felix Sturm in den Ring zu steigen. Weil sie Angst haben, ihre positive Bilanz kaputt zu machen. Genau solche Kampfansetzungen braucht der Boxsport. Das belebt den Sport.“

Am 11. Juli trifft in Stuttgart eine deutsche Boxlegende auf einen Herausforderer, der seine große Chance gekommen sieht. Für Felix Sturm geht es um einen würdigen Abschied. Für Granit Stein um die Möglichkeit, seine eigene Geschichte zu schreiben. Der Kampf verspricht nicht nur sportliche Spannung, sondern auch emotionale Momente: Auf der einen Seite eine Legende, die ein letztes Mal die Handschuhe schnürt. Auf der anderen ein hungriger Herausforderer, der die Chance seines Lebens nutzen will. 

Text: Pressemitteilung / Fides Sports

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